Kinderarbeit in Syrien

Es fehlen genaue Zahlen zur Kinderarbeit in Syrien, da die letzte umfassende Studie sieben Jahre zurückliegt und sich nur auf Kinder zwischen zehn und 17 Jahren konzentrierte. Aktuelle Informationen, welche aus einer rudimentären Erhebung aus dem Jahr 2006 hervorgehen, zeigen, dass 4% der fünf bis 14jährigen Kinder arbeiten, die meisten von ihnen sind unter elf Jahre alt. UNICEF identifiziert drei Bereiche, in denen syrische Kinder ausgebeutet werden: Industrie, Landwirtschaft und der informelle Sektor. Trotz Bildungs- und Arbeitsreformen in den Jahren 2002 und 2004, die jedem Kind bis zum Alter von 15 Jahren die Schulpflicht vorschreiben und Kinderarbeit unter 15 Jahren explizit verbieten, steigt die Zahl der arbeitenden Kinder, insbesondere in den Großstädten, weiter an. Der gesellschaftliche Wandel der vergangenen Jahre, Dürreperioden und Preisanstiege treiben viele Familien in die Städte. „Es gab wirtschaftliche Reformen, aber parallel dazu wird die Entwicklung eines sozialen Schutzsystems benötigt […]. Es muss so schnell wie möglich umgesetzt werden, um Familien vor Kinderarbeit zu bewahren.“, so die UNICEF-Beauftragte Salma Kahale. Kinder würden regelmäßig die Polizei für umgerechnet 4,20 US$ bestechen, damit diese sie ungestraft arbeiten ließe. Kahale zufolge sei der syrische Rechtsapparat unterentwickelt, veraltet und durch soziale Normen behindert.
So würde es die Gesetzeslage nicht erlauben, ein Kind seiner Familie wegzunehmen. Es gäbe keine Schutzräume und keine Reintegrationspläne. Der informelle Sektor sei nicht durch Kinderarbeitsgesetze abgedeckt und falle in einen anderen Gesetzgebungsbereich, der auf der Straße arbeitende Kinder als Bettler identifiziere. UNICEF plant zusammen mit der ILO und dem Sozial- und Arbeitsministerium in diesem Jahr eine nationale Studie, um die Bedingungen von Kinderarbeit in Syrien zu erforschen. Link zum Artikel

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