116 Kinder von Farmen in Namibia gerettet

Müll, Deponie, Kinderarbeit

Bild: © n.v. -

In Namibia sind in der vergangenen Woche insgesamt 116 Kinder gerettet worden, die als Farmarbeiter arbeiten sollten. Laut Aussagen der Eltern der Kinder wurde ihnen von ihren Arbeitgebern mitgeteilt, dass ihre Kinder zu hohe Ausgaben für Wasser und andere Einrichtungen verursachen würden. Daher sollten die Kinder ihren Verbrauch durch Arbeit auf den Farmen selbst abarbeiten. Wer sich weigerte zu arbeiten oder das Soll nicht erfüllte, musste das Farmgelände verlassen und wurde so von den Eltern getrennt. Dies sei gängige Praxis in mehreren Farmbetrieben, sagten die Eltern. Die ausgesetzten Kinder sind zwischen sechs und 14 Jahre alt, auf einer der kontrollierten Farmen mussten aber auch zwei- bis achtjährige Kinder arbeiten. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Rundu hatte zunächst neun Kinder, die an der Straße nach Grootfontein ausgesetzt worden waren, in das nahe gelegene Mururani Community Hostel gebracht. Nach und nach erhöhte sich die Zahl der geretteten Kinder auf 116. Trotz gegenteiliger Behauptungen der Farmbetreiber haben die Kinder keine Schulausbildung erhalten, sondern wurden zur Arbeit gezwungen.

Kinderarbeit ist in Namibia noch immer weit verbreitet, Ursache dafür ist die große Armut im Land. Laut einer namibischen Studie müssen 220.043 Kinder arbeiten, um ihre Familien fianziell zu unterstützen.Vor allem in den ländlichen Regionen des Landes müssen Kinder arbeiten, beispielsweise in der Landwirtschaft, in Fabriken, in der Fischerei oder als Bettler in den Straßen. Zwar ermöglicht die Regierung den Kindern aus armen Familien den Besuch der Grundschule. Da aber die weiterführenden Schulen viel Geld kosten ist es vielen Kindern nicht möglich, eine bessere Ausbildung zu erhalten. Laut einem Bericht der ILO liegt die Zahl der Kinderarbeiter in Afrika bei etwa 80 Millionen, 28 Prozent der Kinder in Namibia haben wegen ihrer Arbeit und der damit fehlenden Zeit nicht einmal die Grundschule besucht.

Link zu allgemeinen Informationen zur Kinderarbeit in Namibia (englisch)

Über bernadette / EarthLink

Nach meinem Studium an der Universität Regensburg (Bachelor in Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Öffentliches Recht und VWL) habe ich Land und Leute in Australien kennen gelernt und bin jetzt für ein zweimonatiges Praktikum bei EarthLink gelandet. Hier schreibe ich hauptsächlich Einträge für den Blog der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" und beteilige mich am Projekt "Drogen Macht Welt Schmerz".
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