Ghana: Elektroschrott aus Europa verseucht Böden und vergiftet Kinderarbeiter

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Bild: © n.v. - wikimedia commons

Europäischer Elektroschrott vergiftet Böden in Ghanas Hauptstadt Accra. Uno-Forscher haben extrem verseuchte Flächen unter Schulen, Sportplätzen und Marktplätzen nachgewiesen. Grund dafür ist ein Schrottplatz, auf dem Berge von Elektroschrott lagern.

Auf diesem Schrottplatz arbeiten vor allem Kinder. Sie weiden hochgiftigen Elektromüll aus, der teilweise aus Europa stammt. Teile der Geräte lassen sich in Afrika verkaufen. Dafür zertrümmern die Kinder die Geräte und legen anschließend Feuer, in dem alles außer den wertvollen Metallen schmilzt. Von Einheimischen wird der Schrottplatz  Agbogbloshie, der sich im Zentrum der Stadt Accra befindet „Sodom und Gomorrha“ genannt.

Die Kinder, die dort arbeiten müssen, tun dies in sengender Sonne. Aus der Müllhalde wabern 300 Grad heiße giftige Dämpfe. Die gesundheitlichen Folgen der Arbeit können gravierend sein. Viele der Kinderarbeiter leiden unter Kopfschmerzen, Schwindel, Juckreiz und Hautflecken. Die Langzeitschäden sind noch erschreckender. Die giftigen Dämpfe lassen das Gehirn der Kinder und Jugendlichen schrumpfen, schädigen das Nervensystem und die Nieren und verursachen Krebs.

Auch die Umwelt wird durch die Dämpfe die über Agbogbloshie  aufsteigen, stark geschädigt. Forscher der Universität der Vereinten Nationen (Unu) gaben am Sonntag an, dass im Boden Blei, Cadmium, Zink, Chrom, Nickel und andere Chemikalien festgestellt wurden. Die Mengen der Chemikalien im Boden liegen bis zu 50 Mal über den Grenzwerten. In Europa gelten bereits einige Millionstel Gramm Blei als bedenklich für die Gesundheit; die Kinder in der afrikanischen Stadt Accra hantieren mit Geräten, die mehr als ein Kilogramm Blei enthalten.

Ein Uno-Vertrag von 1989 verbietet das Verklappen von Müll in anderen Ländern ohne Zustimmung des Empfängerlandes. Viele Elektrogeräte gelangen trotzdem auf undurchsichtigen Wegen in Entwicklungsländer. Das illegale Exportgeschäft ist lukrativ und über die Folgen für die Bevölkerung in Afrika wird hinweggesehen. Laut Unu-Forschern „verkommt Afrika zum Schrottplatz für Elektroprodukte“.

Ghana habe nach Angaben der Regierung im Jahr 2009 etwa 150.000 Tonnen gebrauchte Elektroteile importiert, berichtete die Unu. Kritische Stimmen im Land machen seit langem darauf aufmerksam, dass der Elektromüll die Kinder in Ghana vergifte. Nach Angaben der Unu-Forscher sei das Problem aber auch teilweise hausgemacht. Ghana verbietet die Einfuhr von Elektroschrott nicht gesetzlich. Am Geschäft mit dem Schrott verdienen zu viele Menschen zu viel Geld. Die Wirtschaft in Ghana mag von dem Abfall profitieren, die Menschen nahe den Schrottplätzen gehen jedoch daran zugrunde.

 

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Über Alisa / EarthLink

Ich studiere Geographie, Ethnologie und Biologie auf Diplom in Heidelberg. Im Rahmen meines Studiums mache ich ein 6-wöchiges Praktikum bei EarthLink. Meine Hauptaufgaben sind das Schreiben von Blog-Einträgen und die Recherche für die Projekte "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz".
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