Jemen: Konflikt im Land fördert Kinderarbeit

Bild: © n.v. - Wikimedia commens

Die anhaltenden Konflikte im Norden des Jemen führen dazu, dass immer mehr Familien im Land bereit sind, auch ihre Kinder als Arbeitskräfte einzusetzen.

Laut der Child Labour Combating Unit gibt es im Land bereits 1 Millionen Kinderarbeiter, die hauptsächlich in der Landwirtschaft und der Fischerei tätig sind. Die Krise im Jemen hat zum Anstieg der Lebensmittelpreise geführt, was die Armut im Land verschlimmert. Um die Familie ökonomisch zu unterstützen, werden immer mehr Kinder von ihren Verwandten zum Arbeiten geschickt. Muna Salim, die Vorsitzende der Child Labour Combating Unit, sagt: „Die Straßen der wichtigen Städte sind voll von Kindern, die Arbeit suchen“.

Hinzu kommt, dass es für tausende Kinder im Land nicht möglich ist, in die Schule zu gehen. Die Gebäude werden als Basislager der Regierungsarmee und der Rebellen genutzt. Außerdem befinden sie sich häufig in den sehr gefährlichen innerstädtischen Konfliktzonen. Ein weiterer Teil der Schulen gibt Menschen Unterschlupf, die wegen Kämpfen im Süden des Landes vertrieben wurden. „Diese Kinder sind in großer Gefahr, an jeglicher Art der Kinderarbeit  teilzunehmen“ lässt der Sprecher der lokalen NGO Seyaj Organization for Childhood Protection (SOCP) verlauten.

Die politische Krise im Jemen nimmt Einfluss auf die zur Verfügung stehenden staatlichen Mittel. Für die Child Labour Combating Unit wurde das jährliche Budget um die Hälfte auf 1 Million YER (4.500 US Dollar) gekürzt. Ein Schulungsprogramm zum Thema Kinderarbeit, das im August 2010 durch die ILO initiiert wurde, musste wegen der politischen Situation und Finanzierungsproblemen gestoppt werden.

Laut CHF International leben im Jemen etwa 90% der Kinderarbeiter im ländlichen Raum. Dort ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind arbeitet, fünf Mal höher als in den Städten. Seit 2001 ist es der Child Labour Combating Unit in Zusammenarbeit mit der ILO gelungen, 4.200 jemitische Kinder aus der Kinderarbeit zu befreien. Die größte Gefahr für die Kinderarbeiter im Land geht vom Umgang mit giftigen Pestiziden und landwirtschaftlichen Werkzeugen aus.

Das aktuelle jemenitische Gesetz definiert Kinderarbeit als Tätigkeit, die von Kindern unter 15 Jahren ausgeübt wird.  Für die Arbeit der Kinder ergeben sich daraus aber keine gesetzlichen Einschränkungen.
Link: IRIN (englisch)

 

Über Alisa / EarthLink

Ich studiere Geographie, Ethnologie und Biologie auf Diplom in Heidelberg. Im Rahmen meines Studiums mache ich ein 6-wöchiges Praktikum bei EarthLink. Meine Hauptaufgaben sind das Schreiben von Blog-Einträgen und die Recherche für die Projekte "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz".
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