Tansania: Neue Form des internationalen Kinderhandels

Kinder, Afrika, Schule

Bild: © n.v. - wikimedia commons

Eine neue Form des internationalen Kinderhandels in Tansania bedroht vor allem Waisenkinder in weiterführenden Schulen.

Kinderhändler locken vor allem Waisenkinder aus den Schulen des Landes indem sie ihnen eine Ausbildung in Europa versprechen. Einige der Kindhändler geben sich hierfür als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aus. Man bringt die Kinder ins Ausland, wo sie dann zum Betteln auf die Straße geschickt werden.

Aufmerksam wurde das Ministerium für Gesundheit und Sozialwesen auf den Kinderhandel durch besorgte Lehrer. Ihnen war aufgefallen, dass immer wieder Schüler aus den Klassen verschwanden weil sie angeblich eine Möglichkeit bekommen hatten ihre Ausbildung in Europa fortzusetzen. Gerade Waisenkinder sind betroffen, da sie nicht durch eine Familie an das Land gebunden sind.

Die tansanische Regierung versucht nun, eine striktere Visa-Prüfung einzuführen, um den Machenschaften des Kinderhandel-Rings Herr zu werden.

In Tansania hatte man bisher vor allem Probleme mit dem nationalen Kinderhandel. Dieser war und ist stärker verbreitet als die Verschleppung von Kindern ins Ausland. Oft werden Kinder von Familienangehörigen weggegeben, um in den Städten arbeiten zu gehen. Das größte Problem ist der Handel mit Mädchen und jungen Frauen, die zu Familien gebracht werden, um als Haushaltshilfen zu arbeiten. Darüber hinaus werden Jungen und Mädchen verschleppt, um auf Kaffee-Plantagen zu arbeiten.

Ein weiteres Problem ist der Handel mit Kindern, um sie sexuell auszubeuten. Hierfür werden sie meist außer Landes, nach Südafrika, Saudi Arabien und auch ins europäische Ausland gebracht.

Tansania hat 2009 ein Gesetz erlassen, dass jegliche Art von Menschenhandel bestraft. Bei der Umsetzung dieses Gesetztes gibt es jedoch vielfältige Probleme, da häufig keine Klarheit darüber besteht, was überhaupt unter Menschenhandel verstanden wird.1)

  1. Link zum Original-Artikel nicht mehr abrufbar: 24.02.2014 []

Über Alisa / EarthLink

Ich studiere Geographie, Ethnologie und Biologie auf Diplom in Heidelberg. Im Rahmen meines Studiums mache ich ein 6-wöchiges Praktikum bei EarthLink. Meine Hauptaufgaben sind das Schreiben von Blog-Einträgen und die Recherche für die Projekte "Aktiv gegen Kinderarbeit" und "Drogen Macht Welt Schmerz".
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