Indonesien: Schulprogramme für Kinderarbeiter

Bild: © n.v. -

Die indonesische Regierung möchte die Zahl der Kinderarbeiter dieses Jahr um 10.000 reduzieren. Dieses Ziel soll durch ein staatliches Förderprogramm umgesetzt werden, durch das Kinder in 21 Provinzen erreicht werden sollen. Das Programm ist für Kinder aus besonders armen Familienverhältnissen gedacht, die aus ihrem Arbeitsverhältnis geholt werden, um an einem einmonatigen Förderprogramm teilzunehmen. Während dieses Monats kommen sie in einer sicheren Bleibe unter und werden auf ihre Integration in die schulische Laufbahn vorbereitet. Letztes Jahr konnten mithilfe dieses Projekts schon 3.300 Kinder ihren Arbeitsplatz verlassen und in 90% der Fälle erfolgreich mit der Schulbank tauschen. Zwischen 2008 und 2011 waren es 11.200 Kinder, die dadurch wieder dauerhaft die Schule besuchten. Diese Zahl soll nun innerhalb eines Jahres erreicht werden. Vom Erziehungsministerium werden deshalb dieses Jahr auch Stipendien vergeben, um den Kindern den Schuleintritt zu ermöglichen und zu erleichtern. Fünf Millionen Stipendienplätze sind für Grundschul- und High-Schoolgänger zu vergeben. Für die weitere Schullaufbahn stehen 700.000 Plätze zu Verfügung. Sollten einige den Weg zur universitären Bildung einschlagen, stehen dafür immerhin noch 30.000 Stipendien bereit.

Ein Report von 2010 zeigt auf, dass von 4 Millionen indonesischen Kinderarbeitern, etwa 1,7 Millionen gesundheitsgefährdende Arbeiten verrichten. Auch ist es ihnen durch die Schwere und Dauer ihrer Arbeit nicht möglich, die Schule zu besuchen. Besonders hart sind die Arbeitsbedingungen im Bereich der Haushaltshilfen, da hier Kontrollen kaum möglich und die Dunkelziffern besonders hoch sind. Auch von der Internationalen Arbeitsorganisation wird die Arbeit in Privathaushalten als besonders gefährlich eingestuft. Die Zahl der Kinder, die in Indonesien in Haushalten beschäftigt waren, belief sich im Jahre 2009 auf 202.200 Kinder, was einen Anteil von 12% der gesamten Kinderarbeit ausmacht.

 

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