USA: Keine Schutzregeln für Kinder in der Landwirtschaft

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Nach langen Diskussionen jetzt der Rückzug: US-Präsident Barack Obama verzichtet auf die Verschärfung der Schutzregeln und versäumt damit, ausbeuterischer Kinderarbeit in Amerikas Landwirtschaft einen Riegel vorzuschieben.

Als letztes Jahr die Regeln für die Arbeit Minderjähriger in der Landwirtschaft veröffentlicht wurden, lief die ländliche Bevölkerung der USA Sturm. Die Regulierungen, die sich vor allem um den Kinderschutz drehten, drohten eine Lebensform zu zerstören, so die Gegner der Schutzregeln. Doch um den Untergang der „Family Farm“ ging es dabei gar nicht. Familien, deren Kinder auf den elterlichen Höfen mithalfen, waren sowieso größtenteils von den Schutzbestimmungen ausgenommen. Vielmehr ging es darum, die Kinderarbeit auf Amerikas Farmen in bestimmte Grenzen zu lenken. So sollte beispielsweise mit den Regulierungen untersagt werden, dass Kinder unter 16 motorisierte Maschinen bedienen oder mit Pestiziden in Kontakt kommen.1) Auch die Arbeit in Sägereien, Jauchegruben und Kornspeichern sollte im Sinne der Kindergesundheit und –sicherheit verboten werden. Befürworter der Schutzregeln betonten immer wieder die Wichtigkeit von Sicherheitsstandards für Kinder, da die Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben zu den gefährlichsten Arbeiten überhaupt gehöre.2)

Grund für Obamas Kehrtwende ist der amerikanische Wahlkampf. „Es wurde unheimlich Stimmung dagegen gemacht“, sagte Reid Maki von der Schutzorganisation Child Labor Coalition. „Viele Konservative schlugen großen politischen Nutzen aus dem Thema.“3) Aber auch viele Demokraten aus landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten zeigen sich erleichtert über Obamas Zusage, an den bestehenden Regeln nicht mehr zu rütteln. Nur wenige scheinen Obamas Entscheidung zu hinterfragen.

Der Ärger bei Kinderrechtsvertretern ist hingegen groß. Wieder einmal hat die Angst, Wählerstimmen zu verlieren, die Politik geleitet und eine so wichtige Regulierung verhindert.

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Über karen / earthlink

Bachelor of Arts in Amerikanistik und Wirtschaft. Praktikantin bei EarthLink e.V.

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