Neue Studie enthüllt: Fast ein Viertel aller Arbeiter auf philippinischen Palmölplantagen sind Kinder!

Bild: © n.v. - wikimedia - Pizzaboy1

Wie immer ist auch dieses Jahr  der Oktober auf den Philippinen zum „Monat des Kindes“ erklärt worden. Passend dazu wurden nun erst kürzlich neue Zahlen veröffentlicht, wonach 24% aller Beschäftigten in der Palmölindustrie erst zwischen 5 und 17 Jahre alt sind. Die NGO Center for Trade Union and Human Rights (CTUHR) hatte – unter Mithilfe des International Labor Rights Forum (ILRF) sowie der Frauenrechtsorganisation NKM – von September 2011 bis Mai 2012 eine entsprechende Studie in der Region Caraga auf der Insel Mindanao durchgeführt.

Hierbei wird u.a. bemängelt, dass die Kinder bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten und zudem physisch extrem anspruchsvolle Tätigkeiten wie z.B. das Beladen von Trucks mit bis zu 50 kg schweren Bündeln verrichten müssen. 1)

Die Produktion von Palmöl ist in Breitengraden von bis zu 10° (sowohl nördlich als auch südlich) möglich. Daher wird der Großteil dessen in Südostasien hergestellt. Hierbei nehmen die Philippinen nur eine marginale Rolle ein, die Fläche an Palmölplantagen beläuft sich auf 46 608 Hektar – eine im Vergleich zu anderen Staaten der Region wie Indonesien (7,5 Millionen Hektar), Malaysia (4,5 Millionen Hektar) und Thailand (625 000 Hektar) bescheidene Zahl.2)

Deswegen wird ein Ausbau der philippinischen Palmölindustrie seit Jahren forciert. Leider ging dies schon in der Vergangenheit zumeist auf Kosten von Mensch und Natur. So berichtet die Geschäftsführerin der CTUHR, Daisy Arago, dass wiederholt Landstücke der indigenen Volksgruppe der Lumad per Standrecht eingezogen und in Palmölplantagen umgewandelt wurden. Wer sich gegen diese Ungerechtigkeiten engagiert, lebt auf gefährlichem Terrain: Seit Beginn 2011 wurden bereits 15 Menschenrechtsaktivisten auf Mindanao ermordet, die meisten Opfer gehören den Lumad an.3)

Ursächlich für die hohe Kinderarbeitsrate in der Palmölindustrie sind primär die geringen finanziellen Mittel der Eltern – einer von 4 Filipinos lebt unter der Armutsgrenze. Ein Grund hierfür ist die kontinuierlich steigende Arbeitslosigkeit. Ebenso ist der Anteil an Teilzeitbeschäftigten auf nun 19,3% gestiegen. Problematisch ist zudem, dass sich die Anzahl an Zeitarbeitern von 2001 bis 2011 um 15% erhöht hat. Dazu trägt auch die Palmölindustrie bei. Arago moniert, dass „Arbeitsstandards schwerwiegend verletzt werden, indem den Arbeitern der vorgeschriebene Mindestlohn verwehrt wird. Außerdem erhält die Mehrheit der Beschäftigten keine feste Anstellung, selbst wenn sie bereits seit Jahrzehnten für ihre jeweilige Firma oder Plantage arbeitet.“ 4)

Kinderarbeit ist auf den Philippinen noch immer ein ernstzunehmendes Problem. Auch heute müssen noch 2,2 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten – das entspricht einem Anteil von 11%. Zumeist schuften diese in der Land- und Forstwirtschaft oder verrichten Hausarbeiten für ihre Familie. 5)

Daisy Arago meint hierzu: „Letztlich kann Kinderarbeit nur aufhören, wenn Eltern die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu unterstützen, indem sie ihre Rechte auf einen existenzsichernden Lohn, einen angemessenen Lebensunterhalt sowie soziale Leistungen für ihre Kinder aufrechterhalten.“

  1. Labor groups says 24% of workers in oil palm plantations are children; calls on the public to combat child labor – HRonline – Englisch []
  2. Almost a Quarter of Filipino Palm Oil Workers Are Children – TriplePundit – Englisch []
  3. Philippinen: Morde auf Mindanao – einer der gefährlichsten Orte für Menschen – Waldportal.org []
  4. siehe 2 []
  5. Kinderarbeit auf den Philippinen – Aktiv gegen Kinderarbeit []
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.