Pakistan: Neue Studie über Kinder als Selbstmordattentäter

Bild: © n.v. -

Kinder als Selbstmordattentäter?  Das ist die traurige Realität des alltäglichen Lebens an der Grenze von Pakistan und Afghanistan. Fast jede Woche sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Und das Schrecklichste ist, dass unter diesen Selbstmordattentätern immer mehr  Kinder im Alter zwischen 9 und 18 Jahre sind1). Aber wie sind diese Kinder darauf gekommen, sich und andere im Namen Allahs zu töten? Die neueste Studie von Hussain Nadim,  Professor der Nationalen Universität für Wissenschaft und Technologie, zeigt, wie die Kinder von der Taliban indoktriniert und manipuliert werden.

Wenn wir das Wort „Selbstmordattentäter“ hören, stellen wir uns gleich einen religiösen Fanatiker vor. Doch die Studienergebnisse zeigen, dass die meisten Kinder nicht sehr religiös waren. Diese Kinder gehören zu ethnischen Minderheiten Pakistans und kommen aus armen Familien, die nur wenig Mittel für gute Schuldbildung haben. Viele staatliche Schulen wurden in letzten Jahren geschlossen und die, die noch bleiben, sind zu teuer für diese Familien. Viele Eltern sind froh, dass es die kostenlosen Koranschulen gibt, wo ihre Kinder schreiben und lesen lernen können. Doch sie wissen nicht, dass viele von diesen Schulen in Verbindung mit den Taliban stehen und dabei helfen, die Kämpfer zu rekrutieren.

Die Kinder haben keinen Zugang zu Massenmedien wie TV oder Internet und wissen sehr wenig darüber, was in der Welt passiert. Professor Nadim berichtet, dass viele Kinder über den Krieg gegen Terror erst von ihren Lehrern erfahren2). Ihnen wird gesagt, dass USA den Islam, die pakistanische Kultur und ihre Menschen vernichten wollen. Den Kindern werden Filme über Folter und Vergewaltigungen von Frauen und Kindern von ausländischen Soldaten gezeigt. Die Lehrer erklären, dass so etwas auch in Pakistan passieren würde, falls sie nicht gegen Amerika kämpfen würden. Das sei die neue Strategie zur Rekrutierung der Kämpfer, sagt Professor Nadim. Die Taliban setzt nicht mehr auf die Idee des Pan-Islamismus, sondern manipuliert mit den Kindern, indem sie die Angst schüren, sie könnten ihre Familie verlieren.

 „Kinder sind die Mittel um den Willen Gottes zu erreichen“, erklärt Taliban-Kommandeur Qari Hussain die Benutzung der kleinen Selbstmordattentäter1). Hunderte von Kindern wurden bereits rekrutiert. „Diese Junge sind ebenso Opfer des Terrorismus wie die Menschen, die sie getötet haben“, sagt Psychologe Anees Khan. „Sie sind Opfer der schrecklichen Ausbeutung.“3).      

  1. IPS-News: Pakistani Taliban´s indoctrinated child bombers [] []
  2. Afpak: Pakistan´s almost suicide bombers []
  3.   IPS-News: Pakistani Taliban´s indoctrinated child bombers []

Über Andreas / EarthLink

Praktikant bei EarthLink, studiert Geschichte mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Münster.

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