Islamistische Gruppen setzen Kindersoldaten in Mali ein

Bild: © n.v. -

In den Medien hört man zurzeit immer wieder Berichte über Mali. Einst die Vorzeigedemokratie Afrikas, driftet es seit dem Putsch 2012 immer weiter ins Chaos. Der damalige Präsident Amadou Toumani Touré wurde gestürzt. Als Begründung wurde immer wieder das tatenlose Zuschauen des Präsidenten bei den Machenschaften der Tuareg im Norden des Landes angeführt. Die Tuareg sind ein Nomadenvolk in Afrika, viele von ihnen sind bereits im Norden Malis sesshaft geworden. Nach dem Sturz des Präsidenten erklärten die Tuareg ihr erobertes Gebiet für unabhängig. Diese vorübergehend starke Machtstellung haben sie jedoch eingebüßt, längst haben im Norden Malis islamistische Rebellen das Sagen. Zuletzt boten sich die Tuareg den französischen Truppen sogar an, um gemeinsam gegen die islamistischen Rebellen vorzugehen.1)

Die islamistischen Rebellen haben im Norden Malis einen Gottesstaat errichtet, ganz nach dem Vorbild der Taliban in Afghanistan. Nachrichtendienste gaben die Zahl der islamistischen Kämpfer zuletzt meist auf 2.000 an.

Die islamistischen Kämpfer sind leider nicht nur Erwachsene, sondern nach jüngsten Angaben von Augenzeugen auch Kinder. Aufgrund dessen hat der internationale Strafgerichtshof in Den Haag Ermittlungen gegen Kriegsverbrechen in Mali eingeleitet. Die Chefanklägerin Fatuo Bensouda sprach davon, dass seit dem Beginn des Konflikts die Bürger in Nordmali Opfer extremer Gewalt geworden seien. Sie nannte als Beispiele Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Folter und Exekution. Die Ermittlungen sollen sich auf den Norden des Landes konzentrieren.

Ein Sprecher der malischen Armee sagte, dass die islamistischen Rebellen Kindersoldaten rekrutieren und Zivilisten als menschliche Schutzschilder benutzen würden. Er sprach zudem davon, dass die Gefahr für die Kinder und das Verwenden der Zivilisten als Schutzschilder den Einsatz „komplizierter“ machen würde.

Bereits am Dienstag hatte die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ die Islamisten aufgefordert, unverzüglich den Einsatz der Kindersoldaten zu beenden.2)

Die Menschen in Mali sind auf der Flucht. Laut jüngsten UNO-Angaben sind es etwa 30.000. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF sagt in einer Pressemitteilung, dass sie sich besonders um die Kinder sorgen, die von ihren Familien getrennt werden, denn diese sind besonders gefährdet, Kindersoldaten zu werden.3)4)

  1. Spiegel-Was Frankreich in Mali wirklich will []
  2. Spiegel-Weltstrafgericht eröffnet Verfahren []
  3. Euronews-Viele Menschen auf der Flucht vor Kämpfen []
  4. NTV- Den Haag ermittelt in Mali []

Über madeleine / earthlink

macht ihren Bundesfreiwilligen Dienst bei uns
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.