Kampagne gegen Zwangs-und Kinderarbeit in Usbekistan gestartet

Bild: © n.v. -

Zweimal jährlich wird Berlin zur Bühne für Mode und Lifestyle. Prominente und Designer reisen aus der ganzen Welt an, um sich über die kommenden Trends zu informieren. Dieses Jahr ist die Fashion Week vom 15 bis zum 20. Januar.

Pünktlich zu der Fashion Week haben INKOTA und das European Center for Constitutional and Human Rights eine Kampagne gegen Zwangs- und Kinderarbeit in der Baumwoll-Industrie gestartet. Die Kampagne soll Verbraucher in Deutschland aufwecken. Die Bürger sollen die Bundesregierung durch ihr verändertes Konsumverhalten dazu bringen, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die staatlich organisierte Zwangsarbeit in Usbekistan zu stoppen.

Die Video-Kampagne und der Kurzfilm „Cotton Dreams“ sollen die Konsumenten auf die Missstände aufmerksam machen. Die beiden Nichtregierungs-Organisationen wollen damit Verbraucher und den Einzelhandel darauf hinweisen, sicher zustellen, dass ihre Kleidung kein Produkt von Zwangs- oder Kinderarbeit ist.

Jedes Jahr im Oktober, so INKOTA und ECCHR, werden mehr als eine Million Kinder, aber auch Erwachsene in Usbekistan in die Baumwollfelder geschickt um bei der Ernte zu helfen. Zu dieser Zeit sind die Schulen geschlossen, also müssen Lehrer und Schüler gleichermaßen, unter prekären Arbeitsbedingungen, Baumwolle pflücken. Es sind jedoch nicht nur diese Berufsgruppen betroffen: Ärtze, Krankenschwestern und viele mehr müssen ebenfalls mithelfen. Widersetzt man sich dieser Anordnung, so hat man mit Geldbußen oder Verlust des Jobs zu rechnen.

Laut der beiden NGOs fließen die Gewinne aus der Ernte weder in die Taschen der Arbeiter, noch der Bauern, sondern  in die Taschen  der korrupten usbekistanschen Regierung und der Eliten um die Regierung herum.1)

Der Großteil der in Usbekistan geernteten Baumwolle gelangt über den asiatischen Raum nach Europa und damit auch nach Deutschland. Ursache für das große Ausmaß an Zwangsarbeit, ist die planwirtschaftliche Organisationsform der Baumwollindustrie. Die Baumwolle bringt dem Land jährlich über eine Milliarde US-Dollar ein und macht damit 20% des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus. Aus Sicht der ECCHR ist daher ein kompletter Abbruch der Handelsbeziehung mit Usbekistan der beste Umgang mit der Situation.2)

Heute um 16:00 Uhr laden INKOTA und ECCHR zur Podiumsdiskussion „Responsible Sourcing“ ein und präsentieren den Kurzfilm „Cotton Dreams“. Die Veranstaltung findet im ewerk, Wilhelmstraße 43, in Berlin-Mitte statt. 3)

Link zum deutschen Video „Cotton Dreams“

 

  1. INKOTA – Gute Nacht []
  2. ECCHR – Usbekistan Link nicht vefügbar 19-06.15 []
  3. EPO -Kinderarbeit in usbekischer Baumwollindustrie am Pranger []

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