Aktuelle Maßnahmen gegen Kinderarbeit

Bild: © (CC BY-SA 3.0) -

Was unternehmen eigentlich Regierungen gegen Kinderarbeit? Fast alle Staaten haben die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben1) und die meisten die ILO-Konventionen gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit und für ein Mindestarbeitsalter von 14 bzw. 15 Jahren.2) Damit sind sie für die Durchsetzung der Kinderrechte verantwortlich.

Aktuell berichtet die Presse über Maßnahmen des Libanons und Ghanas. In beiden Staaten verrichten immer noch viele Kinder unter 14 Jahren schwere, teils auch gefährliche Arbeit. Im Libanon werden sie unter anderem auf Tabak- Plantagen eingesetzt, müssen Teppiche knüpfen, auf Baustellen, in Werkstätten und in der Industrie arbeiten. Auch auf der Straße schlagen sich viele durch.3) Die Situation droht sich zu verschlimmern. Seit dem Beginn des Syrien Konflikts ist die Zahl der Flüchtlinge in den Libanon massiv angestiegen. Jeden Tag überqueren 10.000 Menschen die syrische Grenze, um im Libanon Schutz zu suchen. 75% davon sind Frauen und Kinder.4) Auch wenn Hilfsorganisationen Unterstützung anbieten, der Syrienkonflikt dauert schon zu lange und kein Ende ist in Sicht. Hunderttausende Kinder und ihre Familien werden wohl langfristig im Libanon bleiben, ob sie Unterstützung von der Regierung bekommen, ist unwahrscheinlich, sofern sich die Erfahrung palästinensischer Flüchtlinge wiederholt.5) Das Risiko ist also groß, dass sie bald zum Überleben ihrer Familien beitragen müssen.

Der libanesische Arbeitsminister kündigte nun bei einem Treffen mit Kinderarbeitern und Aktivisten die Einrichtung eines „Kinder-Forums“ im Parlament an. Darin könnten sich Kinder in Zukunft direkt an die Abgeordneten richten und ihre Probleme schildern.6) Diese Initiative hat sicher Symbolcharakter, doch auch wenn Kinder ein Sprachrohr bekommen, bedeutet das nicht, dass sich ihre Situation verbessert. Als Hauptgrund für Kinderarbeit im Libanon hat eine Studie der ILO neben Armut die mangelnde Durchsetzung der schon bestehenden Gesetze identifiziert.7) Es wäre also sinnvoll, in die Durchsetzungsorgane zu investieren, damit diese die Rechte der Kinder auch durchsetzen können.

Eine solche Maßnahme hat Ghana durchgeführt. Dort arbeitet mehr als jedes zehnte Kind unter 14 Jahren, auf dem Land sogar mehr als jedes dritte.8) Allein auf Kakao- Plantagen schuften Hunderttausende Kinder, aber auch im Fischfang, in Diamanten- und Goldminen sowie bei der Salzproduktion führen sie gefährliche Tätigkeiten aus.9) Ein gerade beendeter Workshop für Anwälte, soziale Organisationen und die Mitarbeiter des staatlichen „Child Labour Monitoring Systems“ sollte sicher stellen, dass diejenigen, die Gesetze gegen Kinderarbeit durchsetzen, auch umfassend und aktuell über Entwicklungen informiert sind. Das ghanaische Arbeitsministerium setzt nach eigenen Angaben bei der Bekämpfung von Kinderarbeit vor allem auf Kooperation. Zu diesem Ansatz gehöre es auch, Kinderarbeitern  „befriedigende und nachhaltige Alternativen“ bieten zu können.10) Trotzdem wird kritisiert, dass die Durchsetzungsorgane der Kinderarbeitsgesetze unterfinanziert seien und es deshalb zu wenige Kontrollen gebe.9)

An den beiden Beispielen wird ersichtlich, dass die Staaten nicht immer effektiv genug die Kinderschutzgesetze durchsetzen wollen oder können, auch wenn manche Maßnahmen auf den ersten Blick etwas anderes vermitteln. Um die Rechte von Kindern also zu gewährleisten, müssen auch Eltern, Unternehmen und Verbraucher Verantwortung unternehmen.

  1. siehe UN- Treaty Collection CRC []
  2. „Conventions and Recommendations on child labour“ – ILO []
  3. worst forms of child labour Lebanon 2011 []
  4. „UNHCR’s helping hand for pregnant refugees and others in need of care“ – UNHCR – aufgerufen am 20.03.2013 []
  5. „The big denial“ – beirutspring.com – aufgerufen am 20.03.2013 []
  6. „Lebanon to crack down on child labour – minister“ – The Daily Star – aufgerufen am 20.03.2013 []
  7. „Action against child labour in Lebanon“ – Hayat Osseiran – aufgerufen am 20.03.2013 []
  8. „Ghana Child Labour“ – ILO – aufgerufen am 20.03.2013 []
  9. worst forms of child labour Ghana 2011 [] []
  10. „Committee deliberates on how to end child labour in Ghana” – Ghana Business News – aufgerufen am 20.03.2013 []

Über Katharina / earthlink

Ich studiere im 5. Semester Politik und Recht an der LMU München. In meinem Semesterpraktikum bei earthlink recherchiere ich zu den Themen Kinderarbeit und Drogenpolitik.
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