Nach Fabrikeinsturz: Umdenken erkennbar?!

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Der Fabrikeinsturz in Bangladesch vor drei Monaten mit über 1000 Toten hat weltweit für öffentliches Entsetzen gesorgt.1) Nun scheint es so, dass die Regierung in Bangladesch der katastrophalen Situation der Arbeitnehmer ein Ende bereiten will. Durch ein neues Gesetz vom 15. Juli sollen die Arbeiter zukünftig durch eine Gewerkschaftsvertretung geschützt werden.2) Natürlich kann dieses Gesetz nur ein Schritt hin zu besseren Arbeitsbedingungen sein. Dennoch sind die Bemühungen der Regierung fürs Erste positiv zu beurteilen.

Ein anderer bzw. paralleler Ansatzpunkt zur Verbesserung der Arbeitssituation in Bangladesch und in den Entwicklungsländern insgesamt ist verantwortlicheres Konsumverhalten der Abnehmer, zum Beispiel in Deutschland. Laut der Einschätzung von Dirk Saam im ZDF-Interview, dem entwicklungspolitischen Referenten von „NETZ“3), gibt es „in Deutschland und in Europa einen Trend hin zu mehr Konsumbewusstsein hinsichtlich fair gehandelter Produkte“.4)

Zusätzlich wird es als zwingend notwendig angesehen, dass die deutschen Unternehmen, die nach dem Fabrikunglück zwar alle schnell mit Lippenbekenntnissen Besserung gelobten, sich endlich zwingend unabhängigen Kontrollen unterziehen lassen bzw. sich Partnerschaften von verschiedenen Interessengruppen anschließen, um gemeinsam allgemein gültige Normen und Verhaltensweisen aufzustellen. Nach Einschätzung von Daam würde sich durch die Teilnahme von großen deutschen Textileinkäufern, wie z.B. Aldi und Lidl, eindeutig „was bewegen“.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Fabrikeinsturz rückwirkend betrachtet vielleicht einen Wendepunkt in der Herstellung von Textilien darstellen kann, wenn die Entwicklung weiter in die Richtung effizienter Standards, gerechterer Löhne und besserem Arbeitnehmerschutz geht. Dennoch bleibt der Weg schwierig, zäh und unsicher.

  1. Fabrikeinsturz in Bangladesch – Spiegel-Online – aufgerufen am 24.07.2013 []
  2. Nach Massentod bei Fabrikeinsturz – Spiegel-Online – aufgerufen am 24.07.2013 []
  3. Netz: Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit – Netz-Online – Link nicht mehr abrufbar – 09.01.14 []
  4. Kleider aus Sklavenarbeit – heute Online – aufgerufen am 24.07.2013 – Link nicht mehr abrufbar: 24.02.2014 []

Über felix / earthlink

Ich studiere im 2. Semester Politik- und Rechtswissenschaft an der LMU. Meine Tätigkeiten sind Recherche zu Kinderarbeit und Drogenpolitik. Zusätzlich helfe ich die Daten auf der Internetseite zu aktualisieren.
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