Apple: Auf dem Vormarsch in Sachen Nachhaltigkeit?

Bild: © Joe Ravi - Wikicommons

Tantal, Zinn, Gold oder Wolfram – fast jeder von uns nutzt diese Mineralien täglich in Form seines Computers, Laptops oder Smartphones. Oft kommen die Mineralien jedoch aus Krisenregionen, wo sie unter ausbeuterischen Bedingungen gefördert werden. So zum Beispiel auch im von Rebellen regierten Ostkongo, wo vor allem Coltan unter menschenrechtswidrigen Bedingungen abgebaut wird.1)

Apple versucht nun dem ein Ende zu bereiten. Im sogenannten Apple’s supplier responsibility progress report, veröffentlicht am 13.02.2014, listet der Konzern all seine Zulieferer für Minerale und deren Regelungen bezüglich ethischer Arbeitsbedingungen auf und schafft so ein hohes Maß an Transparenz. Die Erfolgsnachricht, die groß publiziert wurde, lautete dabei, dass Apple das Mineral Tantal seit Januar 2014 nur noch aus konfliktfreien Quellen beziehe.2)

Für die Minerale Gold, Zinn und Wolfram sind solche Aussagen noch nicht zu treffen. Es sei jedoch erwünscht, dass bis Ende 2014 auch diese Ressourcen nur noch aus konfliktfreien Quellen bezogen werden, so berichtete The Guardian am 14.02.2014. Ziel sei dabei laut Jeff Williams, als Senior Vice President bei Apple für die Produktion verantwortlich, nicht, den Bedarf in Zukunft einfach über bereits zertifizierte Zulieferer abzudecken. Stattdessen sollen die bisherigen Geschäftspartner dazu bewegt werden, ihre ethischen Standards zu erhöhen. Dazu soll auch der bereits genannte Bericht, der viermal im Jahr erscheint, beisteuern, indem er durch die Publizierung der Arbeitsbedingungen Aufmerksamkeit erregt und die Zulieferer so unter Druck setzt. Nur so könne Apple Inc. dazu beitragen, die Bedingungen für den Arbeitnehmer in den Abbau- und Verarbeitungsunternehmen der Minerale tatsächlich zu verbessern.3)

In dem Bericht wurden noch weitere Informationen zu den Arbeitsbedingungen in den Zuliefererunternehmen gegeben. So wurde in dem Bericht stolz verkündet, dass 95% der Zulieferer sich an die Vorgabe einer Arbeitswoche von maximal 60 Stunden hielten. Im Gegensatz zu 92% im Vorjahr bedeutet dies zwar eine Verbesserung, gleichzeitig heißt das aber auch, dass 5% noch immer bis zu 80 Stunden pro Woche arbeiten. Ziel ist laut Jeff Williams nun, tiefer in die Wertschöpfungskette einzutauchen und weitere Unternehmen ausfindig zu machen, bei denen eine 70-80-Stunden-Woche die Regel ist, und dort anzusetzen.3) Eingegangen wurde im Bericht außerdem auch auf das Problem der Kinderarbeit. Durch verschärfte Kontrollen konnten hier 23 Fälle aufgedeckt werden. Es bleibt jedoch unklar, wie diese Fälle gehandhabt wurden und wie viele Kinder noch immer in die Herstellung von iPads und iPhones verwickelt sind.1) Der Bericht zeigt insgesamt also positive Entwicklungen des Konzerns hin zu einem nachhaltigeren Wirtschaften auf.

Dennoch sollten einige der Informationen vorsichtig behandelt und kritisch hinterfragt werden. Es ist fraglich, inwieweit die Veröffentlichung des genannten Berichtes tatsächlich Einfluss auf die Zulieferer hat. Wäre nicht ein gezieltes Eingreifen oder eine Verweigerung der Warenannahme von menschenrechtsverletzenden Unternehmen vielleicht doch sinnvoller? So wären die Zulieferer gezwungen ihre Arbeitsbedingungen sozial nachhaltig zu gestalten, um den Kapitalfluss aufrecht zu erhalten. Es bleibt interessant, wie sich die Produktion der viel nachgefragten elektronischen Geräte weiter entwickeln wird.

 

Bild: Joe Ravi

  1. Süddeutsche Zeitung, 13.02.2014: Apple will auf Minerale aus Konfliktregionen verzichten [] []
  2. The Guardian, 14.02.2014; Apple plans to cease using conflict minerals []
  3. Financial Times Online, 13.02.2014: Apple to name-and-shame suppliers of conflict minerals [] []

Über miriam / earthlink

Ich bin 21 Jahre alt und studiere B.Sc. Geographie und B.A. Geographische Entwicklungsforschung Afrikas an der Uni Bayreuth. Im Rahmen eines achtwöchigen Praktikums hier bei Earthlink möchte ich nun erste praktische Erfahrungen im Bereich der Entwicklungspolitik sammeln.
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