Fair schenken zum Muttertag

Bild: © Corinna Gissemann - Dreamstime.de

Rote Rosen – kitschig, romantisch und das perfekte Muttertagsgeschenk. Acht Millionen Rosen werden deutschlandweit an diesem Sonntag im Mai verschenkt. Auch leckere Pralinen und Goldschmuck sind zum Muttertag heiß begehrt. Doch so liebevoll das Geschenk auch ausgewählt sein mag – die Freude daran schwindet beträchtlich, wenn für die Produktion Erwachsene und Kinder ausgebeutet werden. Doch das ist genau bei den typischen Muttertagsgeschenken der Fall: In der Blumenindustrie, in Goldminen und auf Kakaoplantagen müssen auch häufig Kinder unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten.

 

Blumen
Die meisten Schnittblumen werden aus Tansania, Kenia, Simbabwe, Kolumbien oder Ecuador nach Deutschland importiert. Etwa 200.000 bis 300.000 Menschen sind hier in der Blumenindustrie beschäftigt. Zum Großteil arbeiten auf den Farmen Frauen, die lediglich einen Hungerlohn erhalten. Verschiedene NGOs berichten von nur einem Dollar Gehalt für einen vollen acht bis zwölf Stunden Tag. Oft gibt es nicht einmal feste Arbeitsverträge. So sind die ArbeiterInnen auf die finanzielle Mithilfe ihrer Kinder angewiesen, um ihre Familien ernähren zu können. Die Armut der Eltern ist in den meisten Fällen die Hauptursache für Kinderarbeit. Dazu sind die Arbeitsbedingungen auf vielen Blumenfarmen miserabel: Bei der Arbeit müssen die Erwachsenen und Kinder mit hochtoxischen Substanzen umgehen, eine Schutzkleidung wird ihnen dabei nur selten bereit gestellt. Die ArbeiterInnen atmen die giftigen Stoffe ein, viele leiden an Ekzemen und Asthma. Die Räumlichkeiten, in denen sie untergebracht werden, sind noch dazu oft maßlos überfüllt.1)2)3)

Schokolade
Der Großteil des weltweit verarbeiteten Kakaos stammt aus den Westafrikanischen Ländern Ghana und der Elfenbeinküste. Dort bestreiten etwa 90 % der Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Kakaoanbau. Dabei müssen die ArbeiterInnen auf den Plantagen häufig unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten – für einen derart niedrigen Lohn, dass sie ihre Familie kaum noch ernähren können und wie im vorherigen Beispiel auf das Einkommen ihrer Kinder angewiesen sind. Allein in der Elfenbeinküste arbeiten der Organisation Transfair zufolge rund 600.000 Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen in der Kakaoernte. Viele der KinderarbeiterInnen werden jedoch auch aus Mali, Burkina Faso oder Togo in die Elfenbeinküste verschleppt und verkauft. Bei der Arbeit kommen die Kinder und Erwachsenen in Kontakt mit hochgiftigen Pestiziden, oftmals sogar ohne Atemschutz. Mit Macheten schlagen auch schon die Kinder die Ernte vom Baum – eine gefährliche Arbeit, die die jungen Körper auslaugt.4)5)

Goldschmuck
Auch für die Produktion von Gold werden tausende Kinder ausgebeutet. Wir berichteten erst kürzlich von etwa hundert Kindern, die in einem Goldbergwerk in Burkina Faso arbeiten: 7 Tage die Woche, 18 Stunden täglich. UN-Angaben zufolge arbeiten über 700.000 Kinder und Jugendliche allein in Burkina Faso in illegalen Goldminen. Wie in der Blumen oder Schokoladenindustrie sind sie bei der Arbeit hochtoxischen Chemikalien ausgesetzt, in diesem Fall Cyanid und Quecksilber. Damit laufen sie täglich Gefahr sich zu vergiften. 6) Für eine ausreichende Schutzkleidung ist dabei nicht gesorgt. Oft sind die Schächte, in denen die Kinder das Gold abschürfen nur schlecht gesichert, immer wieder werden Kinder bei Einstürzen verschüttet. Inzwischen gibt es jedoch auch einige Goldschmiede, die mit fairem Gold arbeiten.7)

 

Vor allem für Blumen und Schokolade gibt es bereits renommierte Gütesiegel: Sie garantieren unter anderem bessere Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen, eben auch Mindestlöhne und die Einhaltung gewisser gesundheitlicher und sozialer Standards. Die Produktionsstätten werden zusätzlich stichprobenartig kontrolliert. Für einen genauen Überblick über die Unternehmenspolitik verschiedener Schokoladenmarken lohnt sich ein Blick auf unsere Produktliste Schokolade. Informationen über unterschiedliche Gütesiegel erfahrt ihr unter Gegenmaßnahmen.

  1. Terre des hommes: Blumensiegel; aufgerufen am 25.2.15 []
  2. Fairtrade Deutschland: Fairer Handel mit Blumen; aufgerufen am 25.2.15 []
  3. TAZ: Blüten mit Schattenseiten; erschienen am 15.09.2012; aufgerufen am 08.05.2014 []
  4. Amnesty Internatonal: Amnesty Journal Dezember 2013: Kinderschokolade; aufgerufen am 08.05.2014 []
  5. Fairtrade Deutschland: Fairer Handel mit Kakao; aufgerufen am 08.05.2014 []
  6. Zeit Online: Minenkinder auf gefährlicher Goldsuche in Burkina Faso; erschienen am 14.04.2014; aufgerufen am 08.05.2014 []
  7. yahoo new: Child miners pay the price in Burkina Faso’s gold rush; erschienen am 26.03.14; aufgerufen am 26.03.2014 []

Über anila / earthlink

Im Sommer 2013 habe ich mein Abitur gemacht. Vor meinem Studium leiste ich meinen Bundesfreiwilligendienst bei EarthLink. :)
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