Neuer Bericht des US-Arbeitsministeriums zu Kinderarbeit

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Am Dienstag hat das US-Arbeitsministerium seinen diesjährigen Bericht zu Kinderarbeit, welcher 958 Seiten umfasst, veröffentlicht. Das Ergebnis lautet, dass im letzten Jahr 168 Millionen Kinder in den 140 untersuchten Ländern gearbeitet hatten. Etwa die Hälfte davon war von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Insgesamt kann es zwar als Fortschritt im Vergleich zu vorherigen Jahren verzeichnet werden, doch weltweit sind immer noch 10 Prozent der Kinder gezwungen, zu arbeiten und oftmals bleibt ihnen deswegen die Möglichkeit zur Schule zu gehen verwährt.1) In Venezuela müssen sie beispielsweise als Hausangestellte arbeiten, in Eritrea werden sie zum Militärdienst eingezogen und in Usbekistan müssen sie bei der Baumwollernte mithelfen.2)

Dieser Bericht wird jedes Jahr gemäß einem Handelrecht aus dem Jahr 2000 verfasst. Dieses Handelsgesetz erfordert es, herauszufinden, welche Länder für Handelsvergünstigungen durch die Vereinigten Staaten infrage kommen. Länder mit schlimmsten Verhältnissen im Bereich der Kinderarbeit werden von den Vorteilen ausgeschlossen. Sowohl die USA als auch Länder aus Westeuropa wurden in dem Bericht außen vorgelassen. „Der Bericht rückt die geschätzten 168 Millionen Kinder, die weltweit schuften, ins Rampenlicht – sie kriechen durch Minenschächte, nähen in Textilfabriken oder dienen in Haushalten als Hausangestellte“, sagt Thomas Perez, der Sekretär des Arbeitsministeriums. „Wir sehen, dass immer mehr Länder im Bezug auf dieses Thema handeln, doch die Weltgemeinschaft kann und muss mehr machen, um diese Bemühungen schneller voranzubringen. Wenn Kinder lernen anstatt zu arbeiten, profitieren Familien, die Wirtschaft wächst und das Land blüht auf.“1) Laut dem herausgegebenen Bericht wird in etwa 40 Prozent der Länder noch nicht genügend gegen Kinderarbeit unternommen.2)

In dem Bericht werden die Länder nach folgenden Kriterien bewertet: Signifikante, mittelmäßige, minimale und keine Verbesserungen in der Reduzierung von Kinderarbeit.3) Albanien, Brasilien, Chile, Elfenbeinküste und Tunesien heben sich hervor, weil sie „sehr innovative Strategien und Sozialprogramme“ angewendet haben, um Kinder vor ausbeuterischer Arbeit zu schützen. Egan Reich, ein Sprecher des Arbeitsministeriums, sagt: „Diese Länder haben bedeutende Fortschritte in der Bekämpfung von Kinderarbeit gemacht und bei manchen haben wir das erste Mal so ein großes Engagement gesehen.“2) Weitere Länder aus der Liste mit „signifikanten Verbesserungen“ im Vergleich zum Vorjahr sind: Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Peru, Philippinen, Südafrika und Uganda. Am anderen Ende der Liste stehen die Länder, die „keinen Fortschritt“ gemacht haben: Die Britischen Jungferninseln, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, die Cookinseln, Eritrea, die Falklandinseln, Montserrat, die Norfolkinseln, St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha, die Turks- und Caicosinseln, Usbekistan, Vanuatu und Venezuela.3)

“Wir hoffen, dass wir Fortschritte machen können”, sagt Perez. Für ihn ist Kindheit eine Zeit mit „Wundern, Abenteuern und Möglichkeiten“.4) Jedes Kind sollte ein Anrecht auf diese Erlebnisse haben.

  1. The Republic: Labor Dept. says 168 million children worldwide are laborers, 85 million in hazardous jobs – nicht mehr aufrufbar 19.2.15 [] []
  2. The Guardian: Soldiers, servants and farmhands: 10% of world’s children forced to work – 09.10.2014 [] [] []
  3. Department of Labor: 2013 Findings of the Worst Forms of Child Labor – 09.10.2014 [] []
  4. The Republic: Labor Dept. says 168 million children worldwide are laborers, 85 million in hazardous jobs – nicht mehr aufrufbar 19.2.15 []

Über lena / earthlink

Hey, ich bin die Lena und studiere International Business in Nürnberg. Ich interessiere mich schon lange für Entwicklungspolitik und wollte nun mal in die Arbeit einer kleinen NGO hineinschnuppern. Deswegen mache ich ein 8-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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