Kinder sind unsere Zukunft. Besonders in Entwicklungsländern.

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Kinder sind gefragt – zumindest in Deutschland. Unsere alternde Bevölkerung wünscht sich höhere Geburtenraten. Anders sieht es in vielen Entwicklungsländern aus. Die Geburtenraten sind hier um einiges höher; nicht selten sind über 50 Prozent der Bevölkerung jünger als 18 Jahre. Im Tschad, Niger und Uganda ist sogar die Hälfte der Einwohner unter 16 Jahre alt. Freuen sich die Menschen in diesen Ländern über so viel Kindersegen? Davon kann nicht die Rede sein. Während wir uns in Deutschland Gedanken über die Rentenfinanzierung machen, sind es in Osttimor oder Afghanistan Sorgen, wie der Jugend eine Perspektive geschaffen werden kann. Das verlangt nach Investitionen in Bildung, Gesundheitssystem und am Arbeitsmarkt und ist mit entsprechenden Kosten verbunden.

„Die Macht der 1,8 Milliarden“, titelte der Weltbevölkerungsbericht der UNO und meint damit Kinder bzw. Jugendliche zwischen 10 und 24 Jahren. Sie machen heute 25 Prozent der Weltbevölkerung aus. Doch diese Macht bleibt weitgehend ungenutzt, die Jugend in Entwicklungsländern spürt davon wenig. Immer noch wird in vielen Ländern um die Einhaltung grundlegender Kinder- und Menschenrechte gekämpft. Viele Minderjährige werden um ihre Kindheit beraubt, sei es durch Kinderarbeit, Vernachlässigung oder frühe Heirat. Jeden Tag werden beispielsweise 39 000 Mädchen verheiratet – Mädchen unter 18 Jahren.1)

Rechtlicher Schutz und staatliche Fürsorge ist für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Nur wenn man ihr Potential von Geburt an fördert, kann sich die Gesellschaft entwickeln. Die Zukunft hängt von den jungen Generationen ab. Leider ist Kinderarbeit in vielen Entwicklungsländern immer noch ein Thema und Jugendliche werden oft eher als Last denn als Zukunft gesehen. Nicht nur die Minderjährigen und jungen Erwachsenen sind die Leidtragenden, sondern die gesamte Bevölkerung, der später qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Im Weltbevölkerungsbericht wurden Minderjährige nur teilweise erfasst, da Kinder unter 10 Jahren nicht berücksichtigt wurden. Doch auch sie sind von Ausbeutung betroffen. Kinder, die arbeiten, können nicht zur Schule gehen, und ohne Schulbildung finden sie keine Arbeit. Ein Kreislauf der sie in der Armut festhält. Weltweit sind 168 Millionen Kinder betroffen.2)

Doch Ausbeutung ist nur möglich, wenn sich Abnehmer für die entsprechende Ware finden. Mehr und mehr Menschen werden für das Thema Kinderarbeit sensibilisiert und können dafür sorgen, Kinderarbeit in die Geschichtsbücher zu verdammen. Erste Erfolge konnten schon verbucht werden: 2008 lag die Zahl arbeitender Kinder noch bei 215 Millionen.

Kinder können ihr Potential nur entfalten, wenn es erkannt und gefördert wird – schon vor ihrem 10. Lebensjahr. Nur dann wird die Macht der 1,8 Milliarden auf positive Weise spürbar werden. Eine Macht, die für Entwicklungsländer von besonderer Bedeutung ist, denn hier leben die meisten jungen Menschen. Durch bewussten Konsum können auch wir in Deutschland dazu beitragen, ausbeuterische Kinderarbeit einzudämmen.

  1. UNFPA: The Power of 1.8 Billion – 20.11.14 []
  2. ILO: Zur Abschaffung der Kinderarbeit ist wirksamer Sozialschutz unverzichtbar – 20.11.14 []

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