25 Jahre Kinderrechte – kein Grund zum Feiern

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Vor 25 Jahren, am 20. November 1989, wurde die Kinderrechtskonvention von der UN-Generalversammlung angenommen. In ihr werden grundlegende Kinderrechte, wie das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht, das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung, das Recht auf Bildung, auf Gesundheit oder das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause festgehalten. Der UN-Kinderrechtskonvention sind mehr Staaten beigetreten als allen anderen UN-Konventionen. Alle 193 Mitgliedsstaaten mit Ausnahme von Somalia, dem Südsudan und den USA haben die Konvention ratifiziert.

Eine Konvention ist eine Übereinkunft, die aufgrund eines Konsenses eingehalten wird, soweit die Theorie. Alle Staaten sind sich der Bedeutung von Kinderrechten bewusst oder haben sich zumindest für deren Einhaltung ausgesprochen. Was aber, wenn der Staat versagt, sei es durch interne Krisen, Konflikte oder Kriege? Wer setzt sich dann für die Kinder ein?

„Niemand“ muss die Antwort lauten, wenn man sich den UNICEF-Bericht vom 8. Dezember dieses Jahres anschaut. „Noch nie in der jüngeren Vergangenheit waren so viele Kinder solch unaussprechlicher Brutalität ausgesetzt“, so Anthony Lake, Geschäftsführer von UNICEF.1)

Mehr als 15 Millionen Kinder wurden 2014 Opfer von Vertreibung oder Gewalt,1) ein Umstand, der der Anzahl an Krisen und Konflikten geschuldet ist: In der Zentralafrikanischen Republik tobt seit Ende 2013 ein Bürgerkrieg,2) im Gazastreifen kam es diesen Sommer zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, ausgelöst durch eine israelische Militäroffensive, im Südsudan herrscht ein weiterer Bürgerkrieg, Westafrika kämpft gegen Ebola. Auch der Ukraine- und der Syrienkonflikt haben 2014 geprägt. Man sieht: die Liste von gewaltsamen Auseinandersetzungen ist lang und ließe sich mit andauernden Konflikten in Ländern wie Afghanistan, Jemen oder Somalia fortsetzen. Es gibt nur eine Weltöffentlichkeit und die ist begrenzt. Ein, zwei, vielleicht auch mal drei Konfliktmeldungen erreichen uns über die täglichen Nachrichten. Fakt jedoch ist: Die Kinder leiden, egal ob wir von dem entsprechenden Konflikt erfahren oder nicht. „Gewalt und Trauma fügen nicht nur dem einzelnen Kind großen Schaden zu – sie unterhöhlen die Gesellschaften als Ganzes“, behauptet Lake.1)

Weltweit leben 230 Millionen Kinder in Gebieten gewaltsamer Konflikte, schätzt UNICEF.1) Für all diese Kinder hat dies ein Leben voller Angst und Ungewissheit zur Folge, viele werden ihr ganzes Leben mit Traumata zu kämpfen haben. Auch verlieren sie essentielle Jahre – Jahre, die mit Bildung, Fürsorge, lehrreichen Erfahrungen und neuen Kontakten gefüllt sein sollten. Jahre, die ihre Persönlichkeit prägen. Anstatt dessen müssen diese Kinder um ihr Leben und das ihrer Angehörigen fürchten. Oder sie werden selber Teil des Konflikts, wie im Fall von Südsudan: Hier kämpfen 12.000 Kinder als Soldaten.3)

Konflikte ebnen den Weg in die Kinderarbeit, Kindersoldat ist nur eine Form der Ausbeutung. Wenn Schulen zu Notunterkünften oder Flüchtlingslagern werden, wenn sie zerbombt wurden, dann wird nicht mehr gelernt. Im schlimmsten Fall führt das die Kinder in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.

In Syrien sind mehr als 7,3 Millionen Kinder vom Bürgerkrieg betroffen, 1,7 Millionen von ihnen befinden sich auf der Flucht.3) Es wäre ein Anfang, den syrischen Flüchtlingskindern in Deutschland den Zugang zu Bildung zu gewähren und für angemessene Unterkünfte zu sorgen, das heißt Raum für Privatsphäre, Erholung und Spiel zu schaffen. Damit die Kinder Kinder sein dürfen.

  1. Süddeutsche Zeitung: 2014 war furchtbar für Millionen Kinder – 10.12.14 [] [] [] []
  2. TAZ: Flucht ins Nirgendwo – 10.12.14 []
  3. UNICEF: With 15 million children caught up in major conflicts, UNICEF declares 2014 a devastating year for children – 10.12.14 [] []

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