IS vergeht sich an minderjährigen Jesidinnen

Bild: © Kmiragaya - Dreamstime.com

Gemäß eines Berichts von Amnesty International („Escape from hell“) hat der Islamische Staat (IS) im August dieses Jahres mehrere tausend jesidische Frauen und Männer sowie deren Kinder entführt. Sie waren auf der Flucht in die nordirakische Stadt Sindschar, als sie von IS-Anhängern überrascht wurden. In der Zwischenzeit konnten einige hundert Jesiden entkommen und berichtetn von schrecklichen Vergehen der Milizen:

Junge Frauen und Mädchen – manche von ihnen nicht älter als 12 – wurden von ihren Familien und Angehörigen getrennt und verschleppt. Die meisten werden mit IS-Kämpfern zwangsverheiratet. Zudem wurden viele von ihnen gefoltert, geschlagen oder vergewaltigt. Folter, Vergewaltigung und sexuelle Ausbeutung sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit und beweisen die voranschreitende Verrohung des IS.1)

Doch selbst für die, die flüchten konnten, geht der Albtraum weiter: Sie müssen mit ihren furchtbaren Erlebnissen weiterleben, müssen um ihre Angehörigen fürchten, die sich noch in Gefangenschaft befinden und leiden oft unter den Vorbehalten ihrer Glaubensgenossen. Die jesidische Gemeinschaft ist sehr konservativ und wertet die Gefangenschaft und Vergewaltigungen als Ehrverlust. Zwar hat der bedeutendste spirituelle Führer der Jesiden, Baba Sheikh, die Anhänger seiner Glaubensgemeinschaft aufgerufen, die Rückkehrer wieder aufzunehmen und zu unterstützen, doch die Opfer bleiben erfahrungsgemäß gebrandmarkt.2)

Eine schwerwiegende Folge dieser Situation ist die hohe Selbstmordrate unter den verschleppten Jesidinnen: Sie zeigt die ausweglose Situation, in der die Frauen und Mädchen sich befinden – auch nach einer möglichen Flucht.

Randa konnte mit zwei ihrer Tanten und zwei ihrer Onkel fliehen. Sie ist eine von 42 Frauen und Mädchen, die mit Amnesty International (AI) über ihre Verschleppung sprachen. In einem Interview sagte sie AI: „Sie brachten mich nach Mosul und hielten mich dort die ganze Zeit fest. Zuerst in einem Gebäude, das sie maqarr (Hauptquartier) nannten. Wir waren circa 150 Mädchen und fünf Frauen. Ein Mann namens Salwan holte mich von dort und brachte mich zu einem leerstehenden Haus. Er nahm auch meine 13-jährige Kusine mit. Als wir uns wehrten, schlugen sie uns. Er zwang mich seine Frau zu werden. Als ich mich widersetzte, schlug er mich erneut. Meine Nase blutete, ich konnte nichts tun, um ihn zu stoppen. Sobald ich konnte, rannte ich weg. Glücklicherweise blieb meine Cousine unversehrt – sie wurde nicht zwangsverheiratet – und flüchtete mit mir. Daraufhin ging ich zu einem Arzt, der mir versicherte, dass ich nicht schwanger sei und gesund. Aber ich kann nicht vergessen, was sie mir angetan haben. Es ist so schrecklich, was sie mit mir und meiner Familie gemacht haben. Der IS hat unser Leben zerstört. Meine Mutter hat ein Kind in Gefangenschaft geboren. Jetzt wird sie in Mosul mit meiner kleinen Schwester und dem Baby festgehalten. Mein Bruder wurde von meiner Mutter getrennt und wird mit meiner Tante gefangen gehalten. Was wird mit ihnen geschehen? Ich weiß nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde.“3)

 

Weitere Informationen zu den Verbrechen gegen Kinder des Islamischen Staats:

  1. Amnesty International: Escape from hell – aufgerufen am 23.12.14 []
  2. Süddeutsche Zeitung: IS quält und missbraucht Jesidinnen – 23.12.14 []
  3. Amnesty International: Escape from hell – 23.12.14 []

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