Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen

Bild: © Frank Douwes - Wikimedia Commons

„Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der
Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung.“ (Resolution der Generalversammlung; Allgemeine Erklärung der Menschenrechte; Artikel 26)

Die Welt hat das Ziel, bis 2015 allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen, nicht erreicht.
In der Zeit von 2000 bis 2007 ist die Anzahl der Kinder im Grundschulalter, die nicht zur Schule gehen von rund 100 Millionen auf 60 Millionen gefallen. Derzeit sind aber immer noch rund 58 Millionen Kinder nicht in der Grundschule. Die Betroffenen sind meist Kinder aus bildungsfernen Familien, die Ärmsten in der Gesellschaft, in denen die Kinder oft arbeiten müssen, um die Familie mit zu versorgen. Das zeigt auch die Verteilung des Bildungszugangs: Nur ein achtzehntel der öffentlichen Bildungsressourcen stehen den Armen im Vergleich zu den Wohlhabenden zur Verfügung („The Investment Case for Education and Equality“)
In der Mittelschule (12-15 Jahre) ist die Situation noch problematischer. Hier liegt die Anzahl der Jungen und Mädchen, die nicht zur Schule gehen, bei 63 Millionen. Die größte Abnahme der Anzahl von Kindern, die nicht in die Schule gehen verzeichnet derzeit Süd Asien: Hier ist die Zahl um circa 23 Millionen gefallen, es sind noch 9,9 Millionen betroffen.
Den globalen Fortschritt machen größtenteils wenige Länder aus. In Indien sind es beispielsweise 16 Millionen weniger Kinder, die nicht in der Grundschule sind (2000-2011, aktuellste Zahlen).1)

Barrieren, die den Kindern den Zugang zur Bildung verwehren

“ Es gibt viele Gründe, warum Kinder nicht in der Schule sind. Als erster und wichtigster, finanzielle Gründe: die meisten kongolesischen Eltern sind arm, auch die die arbeiten verdienen wenig und der Lohn wird nur bezahlt, wenn der Arbeitgeber beschließt ihn auszuzahlen. Es ist schwierig zu bewältigen; mit dem Gehalt bezahlst du die Miete, die Bildung, medizinische Unkosten, Transportkosten und mehr. Die Eltern sagen: Ich kann nicht für alles zahlen; Ich muss ein oder zwei Kinder aussuchen … die anderen müssen warten.“
Lehrer, Demokratische Republik Kongo

Gewaltsame Konflikte, Kinderarbeit, Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen, dass alles sind Gründe warum Kinder keine Schulbildung erhalten. Auch das Geschlecht spielt immer noch eine Rolle, wobei diese in den letzten Jahren immer unwichtiger geworden ist.
Zu wenige Schulen, mit einer unzureichenden Anzahl an Klassenzimmern und fehlenden Lehrern sind weitere Gründe weswegen Kindern die Bildung verwehrt bleibt. Weite Entfernungen sind vor allem problematisch in Länder, in denen gewaltsame Konflikte ausgetragen werden. Auch das fehlende Geld für Transportmittel macht aus einer weiten Entfernung für Kinder aus armen Familien eine unüberwindbare Distanz.
Die Armut in der sich die Familien befinden, zwingt die Kinder zu arbeiten, um die Familie zu ernähren. Dies ist laut UNICEF in Familien aus West- und Zentralafrika auch der Hauptgrund warum Kinder nicht in die Schule gehen.2)

Mögliche Maßnahmen, um den Zugang zur Bildung zu erleichtern

Im UNICEF-Bildungsbericht ist das Zusammenspiel dreier Maßnahmen als Grundlage für die Schulbildung für alle vorgestellt.
Als erstes muss die Schule für alle Kinder kostenlos sein. Dies beinhaltet auch die Lernmaterialien wie Schulhefte und -bücher.
Um die fehlende Arbeitskraft in der Familie auszugleichen, muss diese finanziell unterstützt werden.
Und der letzte Punkt ist die kostenlose Essensversorgung in der Schule für alle Schulkinder.1)

Willst du für ein Jahr vorausplanen, so baue Reis an.
Willst du für ein Jahrzehnt vorausplanen, so pflanze Bäume.
Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen.
Tschuang- Tse

  1. uis.unesco.org: Fixing The Broken Promise Of Education For All – stand 23.1.15 [] []
  2. uis.unesco.org: Fixing The Broken Promise Of Education For All – Stand 23.1.15 []

Über antonia / earthlink

Nachdem ich im Sommer 2014 mein Abitur gemacht habe, arbeite ich derzeit als Bundesfreiwillige bei earthlink e.V. Im Herbst fange ich mit meinem Humangeografie Studium an. Die Arbeit hier ermöglicht es mir erste Erfahrungen in dem Arbeitsbereich, der mich interessiert, zu sammeln und herauszufinden ob es wirklich das Richtige für mich ist.

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Ein Kommentar zu Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen

  1. Eine sehr gute Initiative!

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