Ugandas Kleinbauern profitieren von nachhaltiger Baumwollproduktion

Bild: © Gillespaire - dreamstime.com

Fast 80 Prozent der Bevölkerung in Uganda sind in der Landwirtschaft tätig. Afrika ist weltweit viertgrößter Baumwollexporteur, gleich nach den USA, Indien und Usbekistan. Die Baumwollproduktion ist eine der Haupteinnahmequellen für viele Familien, insbesondere in den ländlichen Regionen Ugandas.
Der Wettkampf um Land und natürliche Ressourcen zählt zu den Hauptproblemen, vor allem betroffen sind hierbei die Kleinbauern z.B. Viehhirten oder Fischer.1)

Sinkende Weltmarktpreise und immer höher ansteigende Subventionen in den USA und Europa für die eigene Baumwollproduktion haben dazu geführt, dass der Import aus afrikanischen Ländern sich enorm verringert hat und viele Familien nicht mehr von ihrer eigentlichen Haupteinnahmequelle leben können.

In dieser Branche sind verspätete Zahlungen, Löhne unterhalb der Mindestgrenze, Schuldknechtschaft, schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit große.2) Außerdem herrscht eine hohe Diskriminierung von Frauen. Durch einen schwierigen Zugang zu Land, Krediten und der Abhängigkeit von Baumwollgesellschaften haben sie geringere Möglichkeiten, sich auf dem harten Arbeitsmarkt zu behaupten. Umweltbelastende Auswirkungen des Baumwollanbaus sind vor allem ein enormer Verbrauch von Wasser und ein hoher Einsatz von Pestiziden. Die ökologischen Folgen sind zum einen eine Belastung der Böden, zum anderen sorgen sie für Luft- und Wasserverschmutzungen.3)

Kinderarbeit ist in kommerzieller Landwirtschaft weltweit ein großes Problem. 3,5 Millionen Kinder sind in der landwirtschaftlichen Produktion in Uganda direkt von Kinderarbeit betroffen. Gründe hierfür sind Armut und ein limitierter Zugang zu qualitativer Bildung. Sie sind Risiken wie enormen Lautstärken, extremen Temperaturen, schweren Lasten, gefährlichen Maschinen, giftigen Pestiziden und langen Arbeitszeiten ausgesetzt.4)

Weltweit müssen noch immer über 805 Millionen Menschen hungern! Die Welthungerhilfe sieht die Forderung von rund 400 Millionen kleinbäuerlichen Betrieben als Ansatzpunkt, um Armut und Hunger zu verringern. Die Rechte von Kleinbauern sollen respektiert und geschützt werden und ihnen soll Recht auf Zugang zu Land, Wasser, Märkten und Saatgut zukommen. Es sollen nachhaltige Einkommensmöglichkeiten im ländlichen Raum geschaffen und Wertschöpfungsketten ausgebaut werden. Wichtig ist, traditionelles Wissen und die lokale Gemeinschaft mit einzubeziehen.1)

Über 5000 Kleinbauern profitieren erstmals von „Aid by Trade“ der Cotton made in Africa (CmiA) Initiative. Das Projekt vom BMZ, soll seit 2009 eine nachhaltige Baumwollproduktion in Uganda sichern.5)

Ziel ist es, ihre Lebensbedingungen und die ihrer Familien durch einen nachhaltigen Anbau von Baumwolle langfristig zu verbessern. Agrar- und betriebswirtschaftliche Schulungen, eine Reduzierung von Pestizideinsatz, der Aufbau einer Nachfrageallianz für Baumwolle mit CmiA- Siegel, verlässliche Verträge und eine rechtzeitige Bezahlung sollen garantiert werden. In den Schulungen sollen den Menschen die Baumwolle anbauen moderne, effiziente und umweltschonende Anbaumethoden gezeigt werden, welche dazu führen, ein höheres Einkommen und eine bessere Qualität ihrer Produkte zu erzielen.

Das erste vollstufige Textilunternehmen „Fine Spinners“, bei dem jeder Produktionsschritt selbst durchgeführt wird, wurde erst kürzlich eröffnet und soll die Wettbewerbsfähigkeit der Baumwolle mit ugandischem Ursprung weltweit erhöhen- Cotton und Textilien made in Africa- so das Ziel.
Momentan sind Projekte in den Ländern Uganda, Tansania, Sambia, Simbabwe, Mosambik und Malawi sowie Ghana, Kamerun und der Elfenbeinküste geplant. Hilfe zur Selbsthilfe mit Aid by Trade, soll die Lebensbedingungen vieler afrikanischer Baumwollbauern verbessern.6)

Durch die Unterstützung der Menschen, sollen sie langfristig unabhängig von Hilfe sein und sich und ihre Familie ohne die Mitarbeit ihrer Kinder ernähren können.

 

 

 

 

 

  1. Epo.de: Welthungerhilfe: Kleinbauern im Kampf gegen Hunger berücksichtigen – Stand 09.02.2015 [] []
  2. Giz.de: Cotton made in Africa (CmiA) – nicht mehr aufrufbar 27.03.2015 []
  3. Südwind-institut.de: Bio-Baumwolle: Eine Perspektive für afrikanische FarmerInnen – Stand 09.02.2015 []
  4. Ilo.org: National Action Plan on elimination of the worst forms of child labour in Uganda – 2012/13-2016/17 – Launch Fact sheets – Stand 09.02.2015 []
  5. Giz.de: Cotton made in Africa (CmiA) – Stand 09.02.2015 []
  6. Epo.de: Kleinbauern aus Uganda profitieren erstmals von Cotton made in Africa – Stand 09.02.2015 []

Über Anja / earthlink

Durch mein Studium der Internationalen Entwicklung in Wien, habe ich viel theoretisches Wissen erlernt, welches ich nun durch die praktische Erfahrung bei earthlink erweitern und verfestigen möchte.
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