Kinderprostitution in Südostasien

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Wirtschaftliche und soziale Probleme, die meist in Entwicklungsländern vorzufinden sind, bedingen den Einstieg in die Prostitution. Mangelnde Ausbildungsmöglichkeiten, Armut und fehlende Perspektiven sind die Gründe, warum Kinder sich prostituieren. Viele der Minderjährigen werden von ihren Eltern verkauft. Die Familien haben oft kein ausreichendes Einkommen und versprechen sich eine Verbesserung der Situation durch den Verdienst ihrer Kinder. Die Schleuser wiederum garantieren eine Ausbildung und Arbeit. Die Jungen und vor allem Mädchen sind meist im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, zunehmend auch jünger. Dies liegt daran, dass die Gefahr von sexuell übertragbaren Krankheiten bei Jüngeren geringer ist. Die Kinder werden von der Polizei meist wie Kriminelle behandelt und nur wenige schaffen den Ausstieg aus der Prositution. Die Mehrzahl leidet ihr Leben lang unter physischen und psychischen Schäden.1)

 Thailand ist bekannt für günstigen Sex. Rund drei Viertel der jährlich vier Millionen Touristen sind allein reisende Männer. Die Hälfte dieser Männer sucht Sex. Die Anzahl derjenigen, die minderjährige Prostituierte vorziehen, ist erschreckend hoch. Glaubt man den Aussagen von Freiern seien diese im Umgang mit Männern williger und weniger selbstbewusst. Die sogenannten Puffmütter, „Mama-San“, sind für die Mädchen verantwortlich. Oy, mit 13 an Zuhälter verkauft, konnte fliehen und brachte sich in Sicherheit. Dies ist leider die Ausnahme.2)

Die Philippinen, Thailand (800.000), Indonesien (ca. 60.000) und Malaysia (ca. 100.000)3)  sind die Länder in Südostasien, wo die meisten Kinder und Jugendliche im Prostitutionsgewerbe tätig sind. UNICEF schätzt die Anzahl der minderjährigen Prostituierten auf den Philippinen auf 100.000 jährlich. Sie stammen aus Slums oder ländlichen Gebieten. Ohne Zukunftsperspektive rutschen diese Kinder in den Kreislauf von Armut und Chancenlosigkeit.

Obwohl die Prostitution auf den Philippinen illegal ist, werden die Täter selten strafrechtlich verfolgt. „Normalerweise hätten die Bars Bestechungsgelder an die örtliche Polizei bezahlt. Und nichts wäre passiert”, erklärt Pater Shay Cullen, seit mehr als 40 Jahren Vorsitzender die Kinderrechtsorganisation PREDA.

Die Hauptzentren der Prostitution sind die sogenannten „Städte der Sünde“, Olongapo und Angeles. Angefangen hat das Geschäft mit der jahrzehntelangen Präsenz des US-amerikanischen Militärs, das in der Umgebung ihre Basis hatte. Bis heute sind die Städte abhängig von der Sexindustrie, obwohl die US-Stützpunkte 1991 geschlossen wurden. Nach dem Abzug hat sich lediglich die Kundschaft verändert.

Wer gilt als besonders gefährdet?

Frauen und Mädchen in Katastrophengebieten gelten vielerorts als leichter Fang für Menschenhändler. „Es wird glaubwürdig berichtet, dass diese die Evakuierungsregionen nach neuen jungen Mädchen durchsuchen. Waisenkinder wurden entführt. Oder sie bieten jungen Frauen Jobs an, die sie in kommerzielle sexuelle Ausbeutung führen“ berichtet Shay Cullen.4)

  1. Planet Wissen: Kinderprostitution – Stand 26.03.2015 []
  2. Planet Wissen: Kinderprostitution in Thailand – Stand 26.03.2015 []
  3. Wikipedia: Child Prostitution – Stand 26.03.2015 []
  4. DW: Schwerer Kampf gegen Kinderprostitution – Stand 26.03.2015 []

Über antonia / earthlink

Nachdem ich im Sommer 2014 mein Abitur gemacht habe, arbeite ich derzeit als Bundesfreiwillige bei earthlink e.V. Im Herbst fange ich mit meinem Humangeografie Studium an. Die Arbeit hier ermöglicht es mir erste Erfahrungen in dem Arbeitsbereich, der mich interessiert, zu sammeln und herauszufinden ob es wirklich das Richtige für mich ist.
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