Syrien: Folgen des Bürgerkriegs

Bild: © DFID - UK Department for International Development - Wikimedia Commons

Es beginnt das fünfte Jahr des Syrienkonflikts. Durch die direkten und indirekten Folgen des Bürgerkriegs leiden immer mehr Familien und ihre Kinder.1) Nirgendwo in Syrien gibt es zurzeit Sicherheit und keiner bleibt verschont. Selbst im kleinsten Dorf ist der Krieg deutlich zu spüren.

Wie viele Menschen durch den Konflikt gestorben sind, ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge wurden bisher mindestens 220.000 Syrer getötet. Die Schäden in Syrien betragen eine Höhe von rund 190 Milliarden Euro. Das Land ist in einem katastrophaleren Zustand als Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Das medizinische Versorgungssystem ist so stark zusammengebrochen, dass die Lebenserwartung der Bürger in Syrien gravierend gesunken ist. Die Hälfte aller Krankenhäuser wurde zerstört. Die Bevölkerung in Syrien kann sich keine Medikamente mehr leisten. Essen ist für die meisten nicht mehr bezahlbar.2)  Jeden Tag verschlechtert sich die Lage in Syrien. Acht Millionen Syrer mussten ihre Heimat verlassen, mehr als zwölf Millionen Menschen im Land brauchen Hilfe, um zu überleben. Viele syrische Flüchtlinge besitzen kaum noch Geld und versuchen durch Betteln, Prostitution und Kinderarbeit zu überleben.
Die Kinder leiden unter den Erlebnissen seit Krieg herrscht. Sie sind traumatisiert und krank. Mehr als zwei Millionen Kinder können in Syrien nicht mehr zur Schule gehen. Die Schulen sind beschädigt oder werden für Notunterkünfte gebraucht.3)
Eine Generation ohne angemessene Bildung wächst in Syrien auf. Die Hälfte aller syrischen Kinder war vergangenes Jahr nicht in der Schule. Der Schulweg ist zu gefährlich, die Lehrer sind auf der Flucht und die Eltern haben Angst um ihre Kinder und verstecken sie lieber zu Hause.2) Nur 20 Prozent der Flüchtlingskinder gehen noch in die Schule.3) Die Lage der Kinder innerhalb Syriens ist am verheerendsten. In den letzten vier Jahren wurden mindestens 10.000 Kinder getötet. 5,6 Millionen Kinder leben in schlimmen Notsituationen. Die Mädchen und jungen Frauen fürchten sich, aus dem Haus zu gehen, sie heiraten jung, um ihre Familien nicht mehr zu belasten. Die Jungen müssen Geld verdienen und oft bleibt ihnen kaum eine andere Möglichkeit, als sich den bewaffneten Gruppen anzuschließen, um genügend für die Familie zu verdienen.1) Bisher ist keine Lösung in Sicht. Die meisten syrischen Flüchtlinge, die im Exil leben, haben keine Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat.
Wir schauen einer der schlimmsten humanitären Krisen unserer Zeit ins Gesicht, doch anstatt zu helfen, wird die Unterstützung eher weniger. Hilfsprogramme sind unterfinanziert und es gibt kaum Entwicklungshilfe.

In den Nachbarländern ist festzustellen, dass die Flüchtlinge nicht willkommen sind. Zum Beispiel hat Jordanien neue Regelungen entwickelt, die es Flüchtlingen erschwert, ins Land zu kommen. Viele versuchen die Flucht nach Europa. Doch nur wenigen gelingt es. Diejenigen, die es schaffen, haben in Europa vielerorts mit Feindseligkeit zu rechnen. Wir geben ihnen für vieles die Schuld: Angefangen bei Terrorismus bis hin zu wirtschaftlichen Problemen. Die Vorurteile sitzen tief. Uns sollte klar sein, das diese Menschen oft schlimmeres erlebt haben, als wir es unserem schlimmsten Feind wünschen würden. Sie sind auf uns angewiesen. Wir sollten uns ins Bewusstsein rufen, dass wir das Glück haben,  in Mitteleuropa aufzuwachsen und dass wir nicht an ihrer Stelle stehen.3) Ohne Hilfe droht den Flüchtlingen eine noch düsterere Zukunft. die betroffenen Kinder sollten weiterhin die Möglichkeit bekommen, sich zu bilden, denn die Zukunft liegt in ihren Händen. Den Kindern und den Erwachsenen muss psychologisch geholfen werden, denn ihre traumatischen Erfahrungen werden sie ohne Hilfe kaum verarbeiten können.1) Die Flüchtlinge sind abhängig von der internationalen Unterstützung. Gebe es genug Unterstützung, könnte man die Flüchtlinge mit einer Grundversorgung ausstatten und die Länder, die sie aufnehmen, können gestärkt werden und an dieser Herausforderung wachsen.3)

  1. EPO: Syrische Kinder: Zwischen Verzweiflung und Hoffnung – stand: 18.03.15 [] [] []
  2. Spiegel: Vier Jahre Krieg in Syrien: Es begann mit einem Kinderstreich – stand: 18.03.15 [] []
  3. EPO: UNHCR: Lage der syrischen Flüchtlinge hat sich „alarmierend verschlechtert“ – stand: 18.03.15 [] [] [] []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
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