Kämpfe im Jemen – Ausgetragen von Kindern

Krieg Bild: © Voice of America News - Wikimedia

Letztes Jahr war der Jemen ein noch eher unbekanntes Land in Deutschland. Das hat sich geändert. Derzeit erscheinen täglich neue Schlagzeilen über die im Land herrschende Konfliktsituation.
Der seit 2004 bestehende Konflikt zwischen den Houthi Rebellen und den Anhängern der Regierung scheint zu eskalieren. Unter der Führung von Saudi Arabien kämpfen die Sunniten gegen die Houthi Rebellen. Unterstützung erhalten sie seit dem 26. März durch saudische Luftangriffe, welche die Gegenseite schwächen sollen, aber auch immer Zivilisten mit in den Tod reißen.1)
Nach der Einnahme der Hauptstadt sind die Rebellen weiter vorgedrungen. Sie haben die ölreiche Provinz Shabwa überrannt und deren Hauptstadt Atak besetzt.2)
Hunderttausende haben ihre Heimat verlassen. Sie sind auf der Suche nach Sicherheit. Krankenhäuser sind überlastet, Krankenwagen werden entführt und Pfleger verletzt oder getötet. Auch der Präsident ist außer Landes, nach Saudi Arabien geflohen.3)
Besonders die Kinder leiden an den täglichen Kämpfen. Sie verlieren ihre Heimat, ihre Familien und werden selbst Opfer von Gewalttaten. Offiziell wurden laut Unicef seit dem 26. März mindestens 74 Kinder getötet und 44 verwundet. In Wirklichkeit schätzt die Organisation die Opferzahl viel höher. „ Die Kinder zahlen einen unerträglichen Preis für diesen Konflikt.“, sagt der Jemen-Beauftragte Julien Harneis von Unicef.4)
30 Prozent der Kämpfer im Jemen sind Kinder. In der jemenitischen Kultur ist es üblich, dass die Jungen früh den Umgang mit Waffen lernen. Die jungen Kämpfer werden überall im Land gesichtet, vor allem an Kontrollpunkten dienen sie beiden Seiten als Schutzschilde.
Auch die Schulbildung der Kinder wird durch die Kämpfe stark eingeschränkt. Millionen Kinder können die Schule nicht mehr besuchen, weil sie entweder zerstört ist, oder die Lehrkräfte fehlen.
Durch den langanhaltenden Konflikt droht dem Land zusätzlich noch eine Nahrungsmittelkrise. Schon im letzten Jahr lag die chronische Mangelernährung der Kinder im Jemen bei 48%, so Harneis. Die Situation dürfte sich durch die Behinderung der Transporte im ganzen Land weiter verschlechtern.5)

  1. Deutschlandfunk: Der Machtkampf droht zum Religionskrieg zu werden – Stand 14.4.15 []
  2. Der Bund: Huthi Miliz besetzt – ohne einen Schuss abzufeuern – Stand 24.4.15 []
  3. The Guardian: Third of fighters in Yemen are children, says Unicef – Stand 14.4.15 []
  4. Unicef: Increasing Violence in Yemen taking intolerable toll on children: Unicef– Stand 14.4.15 []
  5. Basler Zeitung: Einer von drei Kämpfern ist ein Kind – Stand 14.4.15 []

Über antonia / earthlink

Nachdem ich im Sommer 2014 mein Abitur gemacht habe, arbeite ich derzeit als Bundesfreiwillige bei earthlink e.V. Im Herbst fange ich mit meinem Humangeografie Studium an. Die Arbeit hier ermöglicht es mir erste Erfahrungen in dem Arbeitsbereich, der mich interessiert, zu sammeln und herauszufinden ob es wirklich das Richtige für mich ist.

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Ein Kommentar zu Kämpfe im Jemen – Ausgetragen von Kindern

  1. anna sagt:

    danke für den hilfreichen text

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