Thailand: Kinderarbeit in der Fischindustrie

Child labour, Fish, Asia Bild: © ILO - Flickr

Viele Familien aus Kambodscha verlassen ihr Geburtsland, um in Thailand ihr Glück, oder zumindest Arbeit zu finden. Oftmals nehmen sowohl Eltern als auch ihre Kinder einen Job im Fischfangsektor an. Dort müssen sie häufig unter ausbeuterischen Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen. Auf der Suche nach Arbeit zieht es die Immigranten in die Hafenstädte Thailands. Untersuchungen zeigen überdies, dass ein Großteil der Arbeitssuchenden jedoch illegal von Händlern über die Grenze geschleust wurde. Dementsprechend haben die wenigsten eine Arbeitserlaubnis oder gültige Papiere.

Gerade den Kindern wird dies zum Verhängnis. So bleibt ihnen die Möglichkeit verwehrt, eine Schule zu besuchen. Dies verstärkt den Teufelskreis und erschwert es ihnen enorm, den ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen und den ungesunden Lebensbedingungen zu entkommen. Man hat sich leider mittlerweile daran gewöhnt, dass auf den Fischerbooten vor der Küste Thailands Minderjährige arbeiten.

Untersuchungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu Folge liegt der Anteil der zwischen 5- und 17-jährigen Kinder in der Fischindustrie in Thailand bei fast 10 Prozent. Allerdings wurde bereits ein Gesetz verabschiedet, welches die Arbeit von Kindern unter 15 Jahren verbietet. Das Gesetz wird, wie so häufig, nur mangelhaft umgesetzt. Zudem gilt es nicht für ausländische Kinder.1)

Die thailändische Fischindustrie wird schon seit einigen Jahren scharf von der ILO kritisiert. Neben Zwangsarbeit käme es häufig zur Anwendung von Gewalt. Da viele Arbeiter einen „irregulären Status“ hätten, könnten sie leichter ausgebeutet werden, so Max Tunon von der ILO. Eine Verbesserung scheint nicht in Sicht. Das liegt auch daran, dass die Fischindustrie immer auf der Suche nach billigen Arbeitnehmern ist, um ihrerseits die Ausgaben niedrig zu halten. Kinder gelten als sehr billige Arbeitskräfte, da sie sich leicht ausbeuten lassen und sich nur sehr selten gewerkschaftlich engagieren. Dabei wäre es wichtig, nach Jahren des Tolerierens durch den Staat endlich hart durchzugreifen. Die entsprechenden Gesetze wurden schon längst verabschiedet, nun ist es an der Zeit, dass diese auch eingehalten werden.

Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, scheint klar zu sein. Zumindest wenn bedacht wird, dass die Fischindustrie in Thailand besonders mächtig ist. Das Land ist der drittgrößte Fischexporteur der Welt. Allen voran die Gewinn bringenden Fisch- und Shrimps-Farmen und der Verpackungssektor spielen hierbei eine wichtige Rolle, sie machen 1,2 Prozent der thailändischen Wirtschaft aus.2) Diese blockieren eine angemessene Umsetzung der Gesetze, um ihren Gewinn zu maximieren.

  1. Plan: Kinderarbeit in der Fischindustrie nimmt zu – Stand 20.04.2015 []
  2. Handelsblatt: Kritik an Arbeitsbedingungen in Thailands Fischindustrie – Stand 20.04.2015 []

Über Joe / earthlink

Ich habe in Bamberg mein Politikwissenschaftsstudium beendet und möchte nun die ersten praktischen Erfahrungen bei EarthLink sammeln. Ich interesse mich sehr für Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsthemen. In meinem zukünftigen Berufsleben würde ich mich gerne weiterhin für diese Interessen einsetzen.
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