Wo unsere Osterschokolade herkommt

Bild: © MaxStraeten - Morguefile

Weihnachten und Ostern ist die Zeit, zu der in Deutschland die meisten Schokoladenprodukte verkauft werden. Dieses Jahr wurden hierzulande rund 213 Millionen Schokoladenhasen hergestellt. Und was ist das Lieblingsprodukt der Deutschen zur Osterzeit? – Der Vollmilch Osterhase. Doch wo kommt er eigentlich her?
Kakao wächst auf Bäumen in den tropischen Regionen um den Äquator. Mit 37,1 Prozent steht die Elfenbeinküste an der Spitze des Kakaoanbaus, gefolgt von Ghana, Indonesien, Nigeria, Brasilien, Kamerun und Ecuador.
Er wird hauptsächlich auf kleinen Farmen angebaut (1-5 Hektar Land). In Westafrika sind rund 90 Prozent der Bauern vom Kakaoanbau abhängig. Geerntet werden kann das ganze Jahr über. Das Ernten ist sehr arbeitsintensiv und geschieht von Hand.
Die rohen Kakaobohnen werden an Zwischenhändler verkauft. Dann werden sie zerstoßen, die Hüllen entfernt, sie werden geröstet und dann gemahlen. Am Ende hat man die Kakaomasse, aus der Schokolade, Kakaopulver oder Kakaobutter hergestellt wird.1)
Doch der Kakao Anbau ist schon lange nicht mehr rentabel für die Bauern. Viele von ihnen müssen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen. Das bedeutet ein Leben unter der Armutsgrenze. Nur sechs Prozent des Verkaufspreises der Schokolade gehen an die Kakaobauern. Ihr Verdienst ist seit den 80er Jahren gefallen, während die Umsätze der Schokoladenfirmen immer weiter ansteigen.
Außerdem leiden die Bauern unter hohen Preisschwankungen des Kakaos, da sie keinen Platz zur Einlagerung der Bohnen haben, sondern diese gleich weiterverkaufen müssen. Der Preis wird von den Zwischenhändlern diktiert, die wiederum die Möglichkeit haben, die Bohnen zwischen zu lagern und somit auf den besten Zeitpunkt warten können, um sie auf den Markt zu bringen.2)
„Die Macht der Konzerne ist für den enormen Preisdruck verantwortlich, der einen angemessenen Kakaopreis verhindert. Es ist bitter und menschenverachtend, dass die Nachfrage nach Kakao und die Gewinne der Konzerne steigen, aber den Kakaobauern nichts als Armut und Elend bleiben. Menschenunwürdige Lebensbedingungen und der Einsatz von Kinderarbeit sind die traurige Folge“, so sagt es Bernhard Zeilinger, der Leiter von „Make Chocolate Fair!“
Der geringe Verdienst der Bauern führt dazu, dass sie den Arbeitern keine ausreichenden Löhne bezahlen können. Durch die Verarmung der Kleinbauern müssen neue Wege gefunden werden, um die Produktionskosten möglichst gering zu halten. Nicht selten werden deshalb Kinder bei der Kakaoernte eingesetzt. Sie arbeiten unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen auf den Farmen. Ein Viertel der fünf bis 17 Jährigen, die in Kakaoanbaugebieten in Westafrika leben, sind in die Produktion eingebunden. Die meisten arbeiten in Familienbetrieben an der Seite ihrer Eltern. Sie hantieren mit gefährlichen Werkzeugen wie Macheten oder sind giftigen Pestiziden ausgesetzt. Vor allem an der Elfenbeinküste werden Kinder von Händlern aus den Nachbarländern gekauft und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet.3)
Im Jahr 2001 wurde Das Harkin-Engel-Protokoll beschlossen. Es ist ein internationales freiwilliges Abkommen zur Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit. Die weltweit größten Schokoladenproduzenten wie Mars, Nestlé und Hershey’s haben das Abkommen unterzeichnet. Wesentliche Vereinbarung ist die Entwicklung eines allgemeinen industrieweiten Standards zur Abschaffung von Kinderarbeit in der Schokoladenproduktion. Bis heute sind allerdings keine wesentlichen Schritte unternommen worden, um die Vereinbarung durchzusetzen. Das aktuelle Ziel ist die Reduzierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit um 70 Prozent bis zum Jahr 2020.

Weitere Informationen rund um das Thema Schokolade

Cocoa Barometer (Englisch)
Schmutzige Schokolade (Dokumentation)

  1. Make Chocolate Fair : Überblick – Stand 2.4.15 []
  2. Make Chocolate Fair: Schwankende Kakaopreise und geringes Einkommen der KleinproduzentInnen – Stand 2.4.15 []
  3. Make Chocolate Fair: Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen – Stand 2.4.15 []

Über antonia / earthlink

Nachdem ich im Sommer 2014 mein Abitur gemacht habe, arbeite ich derzeit als Bundesfreiwillige bei earthlink e.V. Im Herbst fange ich mit meinem Humangeografie Studium an. Die Arbeit hier ermöglicht es mir erste Erfahrungen in dem Arbeitsbereich, der mich interessiert, zu sammeln und herauszufinden ob es wirklich das Richtige für mich ist.
Dieser Beitrag wurde unter Internationales abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.