Bangladesch – Luftballons made by Children

Bild: © Tomascastelazo - Wikimedia Commons

Obwohl Bangladesch die ILO-Konvention gegen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit unterschrieben hat, gibt es immer noch Kinder, die in Fabriken, Mienen, auf Feldern und in anderen ausbeuterischen Branchen arbeiten. Diese Woche gab  es einen neuen Fall. Kinder, die in einer Luftballon-Fabrik arbeiten: 11 Stunden am Tag, 6 Tage in der Woche – da bleibt keine Zeit mehr für die Schule.

Obwohl jedes Kind vom Gesetz her mindestens 5 Jahre die Schule besuchen muss, gibt es viele Menschen in Bangladesch, die weder lesen noch schreiben können. Die Armut treibt viele Kinder aus der Schule in die Hände von Ausbeutern, die Kinderarbeit dazu benutzen,  um noch mehr Profit zu erzielen. Die Kinder müssen zu einem Bruchteil des Lohnes arbeiten, was ein Erwachsener für die gleiche Tätigkeit bekommen würde. Je nach erbrachter Leistung werden einem Kind zwischen 10 und 25 Dollar im Monat gezahlt. Zudem arbeiten sie sehr viel länger, als es ihnen gesetzlich erlaubt ist. Fünf ist die maximale Anzahl an Stunden, die Kinder in einer Fabrik arbeiten dürfen. Elf ist die Anzahl der Stunden, die viele Kinder tatsächlich arbeiten müssen. Von 6:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr.1)

Das Arbeiter-Schutzgesetz aus dem Jahre 2006 verbietet es Kindern, mehr als 5 Stunden in einer Fabrik oder einer Miene zu arbeiten. Laut des Dokuments sind Kinder als Personen definiert, die das 14te Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Doch staatliche Kontrollen gibt es kaum, obwohl der Staat Bangladesch, durch die Ratifizierung der ILO- Konvention, dazu verpflichtet ist, gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit vorzugehen. „Doch was man nicht sieht, kann man auch nicht bekämpfen“, scheint das Motto der Regierung zu sein. Kinderarbeit wird in weiten Teilen des Landes als „normal“ angesehen und toleriert. Sie erfährt aus der Gesellschaft also kaum Wiederstand.2)

Doch wir als Konsumenten der westlichen Welt sind nicht ganz unschuldig an der Armut in diesen Ländern. Mit unserem Konsumdrang, der auf  „billig“ ausgerichtet ist, fördern wir die Armut in diesen Regionen. Wir fördern, dass Kinder nicht in die Schule gehen können und fördern vor allen Dingen auch die Umweltzerstörung/Umweltverseuchung, die schlussendlich dazu führt, das tausende von Menschen krank werden.

Und dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass selbst bei Luftballons, bei deren Anblick  Freude aufkommen soll, die zu spaßigen und festlichen Anlässen zu Gebrauch kommen, das Leid vieler Menschen nicht weit entfernt ist. Deshalb müssen wir uns zunehmend Gedanken darum machen, was wir konsumieren. Es darf nicht sein, dass des einen Freud des anderen Leid ist.

  1. Barcroft.Tv: Child labour: 10-year-old workers at Bangladesh balloon factory – aufgerufen am 11.09.2015 []
  2. Vivhaan: Bangladesh Labor Law – aufgerufen am 11.09.2015 []
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