Nigerianische Bevölkerung zeigt Lösungsansätze für Problem der Kinderarbeit

Bild: © Florence Devoaurd - Wikimedia Commons

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und eines der wirtschaftlich am besten aufgestellten dazu. Die Kehrseite der Medaille sieht jedoch anders aus. Nigeria ist nämlich auch eines der Länder mit den häufigsten und schlimmsten Vorkommen von Kinderarbeit.

In Nigeria leben 182 Millionen Menschen1), 43 Prozent davon sind Kinder. 14 Millionen Kinder im Alter von 5-14 Jahren arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Das ist eine besorgniserregende Zahl. Im Vergleich zum Jahre 2003 jedoch eine deutliche Verbesserung. Zu diesem Zeitpunkt gab es nämlich 15 Millionen Kinderarbeiter, bei einer Gesamtbevölkerung von 124 Millionen Menschen. Prozentual gesehen also ein großer Fortschritt im Kampf gegen die Kinderarbeit.2)

Die Kinder arbeiten auf Feldern und Plantagen, in der Industrie, in Steinbrüchen und als Händler auf der Straße. Sie verdienen den Bruchteil eines Erwachsenen und sind leicht auszubeuten. Die Jungen und Mädchen sind sehr gefügig, so dass man sie zu Überstunden, schweren Tätigkeiten etc. zwingen kann. Die Wahl der Kinder und der Familie – wenn man überhaupt davon sprechen kann – liegt zwischen hungern oder ausgebeutet zu werden und da ist die Entscheidung meist schnell gefällt.

Arbeiten und Schule passen selten unter einen Hut. Dies gelingt nur etwa 27 Prozent der arbeitenden Kinder; der Großteil ist jedoch nicht in der Lage dazu, beides zu vereinen. Sie sind durch die Arbeit Zuhause oder außerhalb völlig ausgelastet. Zudem kommen andere Faktoren wie die Erreichbarkeit der Schule und die Finanzierung des Schulbesuches. Grade in den armen ländlichen Gegenden können sich diese als kaum überwindbare Hindernisse herausstellen.

Eine Umfrage von NOI Polls bestätigt die Zahlen und macht deutlich, in welchem Ausmaß Kinderarbeit in Nigeria verbreitet ist. 80 Prozent der Befragten sagen aus, dass Kinderarbeit sehr weit verbreitet ist und ein Prozent sagen aus, dass Kinderarbeit in Nigeria gar nicht verbreitet ist. Die restlichen Aussagen sind zwischen „sehr weit verbreitet“ und „gar nicht verbreitet“ einzuordnen. Zudem sagen 86 Prozent der Befragten, dass ihnen Kinderarbeit in ihrem Alltag begegnet. Sie sehen körperlich arbeitende Kinder und Kinder, die in andere Tätigkeiten, wie zum Beispiel in den Verkauf von Nahrungsmitteln, involviert sind.

Zusätzlich wurde die Frage gestellt, wie denn das Problem mit der Kinderarbeit einzudämmen sei. Es gab unterschiedliche Antworten, aber auch sich überschneidende und identische. Zwei Lösungsansätze haben sich dabei deutlich heraus kristallisiert. Der Erste Ansatz (34%) geht um den freien – im Sinne von „umsonst“ – und für jedes Kind verpflichtende Schulbesuch bis zu einem bestimmten Alter. Die Schaffung von Berufsmöglichkeiten beinhaltet der zweite große Lösungsansatz (27%). Durch vernünftig bezahlte und geregelte Arbeit sind die Eltern nicht mehr darauf angewiesen, ihre Kinder arbeiten zu schicken. Dann können sie die Schule besuchen, Bildungsmöglichkeiten wahr nehmen und den Kreislauf der Armut und Kinderarbeit durchbrechen.3)

  1. CIA: The world factbook (Nigeria) – aufgerufen am 21.09.2015 []
  2. IRIN News: 15 million children work, mainly to pay for school – aufgerufen am 21.09.2015 []
  3. NOI Polls: Nigerians Blame Poverty For The High Prevalence Of Child Labour In Nigeria – aufgerufen am 21.09.2015 []
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