Indien: Kinderarbeit in der Sandstein-Industrie

Bild: © Foto: Benjamin Pütter / Misereor - Xertifix

Die Sandstein-Industrie in Rajasthan (Indien) beschäftigt Millionen Personen, tausende davon sind Kinder, einige unter ihnen sind sogar erst 5 Jahre alt.1)

Laut einer am 16. Oktober veröffentlichten UNICEF Studie, arbeiten 38 Prozent der befragten Kinder in Sandstein-Steinbrüchen in den Regionen Kota und Bundi (Rajahstan). Rajasthan ist Haupthersteller von Sandsteinen mit 90 Prozent landeseigenem Anteil.2)

Viele Kinder werden direkt für ihre Arbeit in Steinbrüchen oder mit Kopfsteinen bezahlt. Der Ertrag wird meistens zur Unterstützung der Familie eingesetzt, einigen Kinder behalten das Geld für persönliche Ausgaben. Das Geld wird z.B. zum Kauf von Handys genutzt. Viele Kinder trinken Alkohol, rauchen Zigaretten oder wetten. Die Möglichkeit, ihr eigenes Geld zu verdienen, führt die Kinder entweder nach der Schule in die Steinbrüche  oder sie geben die Schule komplett auf. Mädchen müssen sich um den Haushalt oder die Geschwister kümmern, anstatt zur Schule zu gehen. Es kann auch sein, dass Kinder gar nicht für ihre Arbeit in den Steinbrüchen bezahlt werden oder ihre Löhne direkt an die Eltern gehen.

Die Kinder werden zur Arbeit im Steinbruch meistens durch die Bearbeitung von Kopfsteinen in ihrer Familie eingeführt. Die Kopfsteine werden pro Stück bezahlt und die ganze Familie hilft zuhause mit. Der Zugang zur Schule ist schlecht: die Schulen sollten die Kinder unterstützen, eine bessere Zukunft durch Bildung zu erlangen, aber die Schulqualität ist so niedrig, dass Kinder oft die Schule freiwillig verlassen, um in den Steinbrüchen zu arbeiten. Ihr Durchschnittslohn beträgt im Monat  ca. 48 Euro.

Kinder, die in den Steinbrüchen arbeiten, haben oft folgende Beschwerden: Fieber, Erschöpfungszustände, offene Wunden, Rückenschmerzen, Hauterkrankungen, Erfrierungen , Gesichtsverbrennungen und Verdauungsprobleme wie Durchfall.

90 Prozent der Kinder sind in der Arbeit ungeschützt vor Feuer, Gas, Explosion und Staub.2)

 

  1. The Guardian: substainable business – zuletzt gesehen am 30.10.2015 []
  2. UNICEF – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 [] []

Über Mylène / earthlink

Hallo ich heisse Mylène und bin Praktikantin bei Earthlink e.V. bis ende Oktober. Ich liebe Koalabärs, Hasen und Käse ( als Französin darf es sein ;-))
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