Zwangsarbeit dominiert das Leben in Nordkorea

Bild: © Thierry Ehrmann - Wikimedia Commons

Wie so oft sorgt Nordkorea als schwarzes Schaf in den Nachrichten für Aufsehen. Der Regierung des Landes wird vorgeworfen, das nordkoreanische Wirtschaftssystem basiere größenteils auf Zwangsarbeit und verstoße gegen die Menschenrechte. Die Vorwürfe beinhalten auch die Duldung und den Vollzug von Hinrichtung, Mord, Folter, Vergewaltigung und erzwungener Abtreibung.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) prangert eine „Menschenrechtskrise“ in Nordkorea an, bei der das Volk systematisch ausgebeutet werde. Phil Robertson, HRW-Vizedirektor für Asien, forderte den Uno-Sicherheitsrat auf, dem Unwesen ein Ende zu bereiten. „Das ist eine verborgene Menschenrechtskrise in Nordkorea, über die schon zu lange hinweggesehen wird.“1)

HRW hat jüngst Studenten des Landes befragt, die aussagten, jährlich zwei Monate ohne Bezahlung in landwirtschaftlichen Betrieben hart arbeiten zu müssen. Die Folgen seien physische und psychische Beschwerden, Unterernährung, Erschöpfung und Wachstumsstörungen.2) Desweiteren müssen Häftlinge, darunter vermutlich auch Jugendliche, in nordkoreanischen Gefängnissen unter harten und gefährlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. In den Wintermonaten wird ihnen keine angemessene Kleidung oder Unterkunft bereitgestellt. Die Insassen, die im Bereich der Forstwirtschaft, Landwirtschaft und in Minen arbeiten, haben keinen Anspruch auf medizinische Hilfe und sind physischem, psychischem und sexuellem Missbrauch durch Wachtmeister ausgesetzt. Gefängnisse mit dem Namen „Kyohwaso“ (Übersetzt: „Ort der Entwicklung durch Weiterbildung“) sind speziell für politisch Verfolgte und Kriminelle ausgerichtet, die gemäß dem Leitspruch „Reform durch Arbeit“ fest gehalten werden. Ein ehemaliger Häftling einer solchen Anstalt teilte Human Rights mit, dass sich die Zahl der Häftlinge gemäß der Nachfrage nötiger Arbeitskräfte richte. Pro Kopf produziere ein Arbeiter durchschnittlich mehr Quantität und Variation an Nahrungsmitteln als ihm selber zustünde. Der gewonnene Profit der mühseligen Arbeit werde nicht zur Verbesserung der Umstände verwendet.2)

Auch normale Bürger haben nicht die Freiheit, einen Beruf zu wählen, der ihren Fähigkeiten und Wünschen entspricht. Nach Beendigung ihrer Ausbildung werden sie vom Staat einer Arbeitsstelle zugeteilt. Dabei kompensiert das tatsächlich ausbezahlte Gehalt nicht annähernd den Arbeitsaufwand. Um den Lebensunterhalt finanzieren zu können, sind Nordkoreaner/innen gezwungen, einem illegalen Nebenjob nachzugehen, mit der Gefahr horrende Strafen in Kauf nehmen zu müssen.2)

Laut Human Rights Watch setzt die Führung in Pjöngjang Zwangsarbeit systematisch ein, um die Kontrolle des Volkes zu garantieren, seinen Machterhalt zu sichern und die Wirtschaft aufrecht zu halten. Die Vorwürfe weist Pjöngjang stets als eine von den USA gesteuerte Schmutzkampagne gegen das kommunistische Staatswesen zurück.3) Paradoxerweise wurde vergangenen Samstag der 70. Gründungstag der kommunistischen Partei Kim Yong Un´s gefeiert, die sich Zwangsarbeit auf die Fahnen schreibt. Wie erwartet, hat eine große Militärparade des bitterarmen und international weitgehend isolierten Landes stattgefunden, das immer wieder die Bühne für Machtdemonstration sucht.3)

  1. handelsblatt.com: Kim Jong Un beutet sein Volk aus – Zuletzt aufgerufen am 12.10.15 []
  2. hrw.org: North Korea Ruling Party Benefits from Forced Labour – Zuletzt aufgerufen am 12.10.15 [] [] []
  3. diepress.com: Zwangsarbeit dominiert Leben in Nordkorea – Zuletzt aufgerufen am 12.10.15 [] []

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