Die militärische Nutzung von Schulen in Kongo

Bild: © Nightstallion - Wikimedia Commons

Am 26.10.2015 veröffentlichte Human Rights Watch einen Bericht über Verfehlungen der Regierung Kongos, Schulen nicht angemessen vor militärischer Übernahme zu beschützen. Die Regierung solle die „Safe Schools Declaration“ und die UN Resolution 2225 befürworten und befolgen, die zum Schutz von Bildungorten vor Angriffen verpflichtet.1)

Human Rights Watch befragte 120 Personen, darunter Schüler und Schülerinnen, Lehrer, UN-Offizielle und das kongolesische Bildungsministerium.
Der Bericht „Our School Became the Battlefield: Using Schools for Child Recruitment and Military Purposes in Eastern Democratic Republic Congo“2) beschreibt, wie bewaffnete Gruppierungen Schulen angreifen, Schüler als Kindersoldaten rekrutieren und sexuelle Übergriffe (auf Schülerinnen) durchführen. „Wenn ein Kämpfer an die Klassenzimmertür klopft, ist man verpflichtet, zu antworten.“ teilte ein Lehrer Human Rights Watch mit. „Er fragte nach einer Schülerin. Ich konnte mich nicht widersetzen.“3)

In Kongo kommt es in kriegerischen Zeiten vor, dass Klassenzimmer und Schulhöfe in Militärbasen umstrukturiert werden, indem sie als Trainingszentren oder Waffenlager verwendet werden. Zum Heizen und Kochen verwenden die Eindringlinge die größtenteils aus Holz bestehende Einrichtung. Stühle, Tische und Bücher fallen dem zum Opfer. Auch das wertvolle Material Zinn wird von den Dächern abgetragen und andere Güter von relativ hohem Wert werden als Beute beschlagnahmt.3)

Seitdem die kongolesische Armee sich im Jahr 2012 die Bekämpfung der Rebellengruppe M23 zum Ziel gesetzt hatte, ist die Zahl der Übergriffe auf Schulen und deren Verwendung zu militärischen Zwecken drastisch gestiegen. Viele Schulen klagten, dass sie entweder von den Rebellen oder der kongolesischen Armee eingenommen wurden. Human Rights Watch bestätigt dies. Anfang 2013 versuchte der kongolesische Verteidigungsminister, dem Problem mit einer Doktrin entgegenzuwirken. Jedem, an der militärischen Nutzung von Schulen Beteiligten, wurde mit folgenschweren Konsequenzen und Sanktionen gedroht. Laut Human Rights Watch sei aber keine kongolesische Legislative auffindbar, welche die militärische Nutzung von Schulen explizit verbietet, reguliert oder kriminalisiert.3)

Die Übergriffe von bewaffneten Gruppen auf Schulen in Kongo zerstört die ohne hin schon notdürftige und minderqualitative Infrastruktur für Bildung. Die zukünftige Perspektive aller kongolesischen Schüler und Schülerinnen ist hiervon betroffen. Vielen Eltern in Kongo ist der Mehrwert von Bildung bewusst. Sie nehmen große finanzielle Hürden auf sich, um ihren Kindern die Teilnahme an der Schule zu ermöglichen. Denn die Zukunft und Stabilität des Landes hängt stark von den Bestrebungen der Regierung ab, Kindern einen sicheren Bildungsort zu garantieren.3)

  1. protectingeducation.org: Support – Zuletzt aufgerufen am 3.11.15 []
  2. hrw.org: Our School Became the Battlefield – Zuletzt aufgerufen am 3.11.15 []
  3. hrw.org: Students, Schools at Risk in Conflict Zones – Zuletzt aufgerufen am 3.1.15 [] [] [] []

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