Ausbeutung von Kindern in privaten Haushalten – Bildung kann dies verhindern

Bild: © Biswarup Ganguly - wikimedia commons

Gemäß der ILO arbeiten 11,5 Millionen Kinder weltweit in fremden Haushalten.1)  Von ihnen sind 65 Prozent jünger als 14 Jahre. So wie Suriah, die mit 13 Jahren ihr kleines indonesisches Dorf verließ, um in Jakarta als Hausmädchen zu arbeiten und damit ihre Familie finanziell zu unterstützen. Das Frühstück machen, die Kinder ihrer Arbeitgeber in die Schule bringen, abwaschen, bügeln und unzählige weitere Arbeiten im Haushalt gehörten zu ihren Aufgaben – Suriah arbeitete von fünf Uhr morgens bis zehn Uhr abends, jeden Tag.2)

Kinderarbeit in Haushalten ist ein Problem, das besonders schwer zu bewältigen ist: Es ist eine „versteckte“ Form von Kinderarbeit, da sie – insbesondere, wenn sie von Mädchen ausgeübt wird – in vielen Ländern sozial akzeptiert ist. Sie wird oft sogar in einem positiven Licht gesehen, als eine Arbeit, die für Mädchen besser ist als andere Formen von Arbeit. Das hat viel mit dem weit verbreiteten, traditionellen Rollenbild zu tun, dem Mädchen entsprechen sollen.

Die Gefahren, welchen arbeitende Kinder in Haushalten ausgesetzt sind, sind erheblich: Sie haben überlange Arbeitstage, müssen mit für Kinder gefährlichen Gegenständen hantieren, etwa heißen Pfannen, und bekommen oft nicht genug oder kein angemessenes Essen. Auch sind die Kinder von verbaler, physischer oder sexueller Gewalt bedroht.

Oft haben sie nicht genug Zeit, sich auszuruhen oder zu spielen. Viele haben kaum oder keinen Kontakt zu ihren Eltern. Dies kann zu körperlichen und psychischen Schäden führen. Besonders schwerwiegend ist darüber hinaus, dass viele im Haushalt arbeitende Kinder keinen oder nur schlechten Zugang zu Bildung haben.1)

Suriah aus Indonesien konnte nach einigen Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehren und dort wieder die Schule besuchen. Die ILO, Unicef und die Weltbank sind sich einig darüber, dass in der Bildung der Schlüssel im Kampf gegen Kinderarbeit liegt, insbesondere dann, wenn Kindern qualitativ hohe Bildung bis zum Mindestalter, ab dem sie arbeiten dürfen, zukommt. Die Vereinten Nationen haben im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele das Ziel ausgegeben, bis 2015 für Grundschulbildung für alle Kinder zu sorgen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht: Noch immer gehen 58 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule – auch wenn sich die Zahl seit 1999 halbiert hat.3)  Deshalb muss der Kampf gegen Kinderarbeit und für Bildung auch nach 2015 weitergehen.

  1. ilo.org: Child labour and domestic work – Stand 07.04.16 [] []
  2. Child Labour – Critical policy areas in the fight against child labour – Stand 07.04.16 []
  3. wikipedia.org: Universal Primary Education – Stand 07.04.16 []
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