Atemwegs- und Hautkrankheiten – Die grausamen Folgen der Kinderarbeit auf indischen Baumwollplantagen

Baumwollträger in Indien

Bild: © Arttu Manninen [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr.com

Nach offiziellen Angaben der indischen Regierung gibt es ungefähr 12 Millionen indische Kinderarbeiter. Jedoch geht die ILO von bis zu 50 Millionen Jungen und Mädchen aus, die diese Arbeit leisten und aufgrund dessen nicht die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen. Indische Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren arbeiten bis zu 16 Stunden täglich, aber auch zehn Prozent der fünf bis 14 jährigen führen Kinderarbeit aus.1)

Ein großer Teil der Kinderarbeit wird auf indischen Baumwollplantagen verrichtet. Wanderarbeiterfamilien ziehen in kleine Dörfer in die Nähe dieser Anbaugebiete. Die Eltern schicken ihre Kinder nicht zur Schule, da diese bei der schweren Arbeit helfen sollen, um das Familieneinkommen zu erhöhen. Typischerweise pflücken die Kinder Baumwolle per Hand, tragen die Ernte in schweren Säcken auf dem Rücken, jäten das Unkraut, säen die Samen, entfernen Insekten von den Pflanzen und teilweise müssen sie auch ungeschützt Pestizide sprühen. Die giftigen und stinkenden Pflanzenschutzmittel können zu schlimmen Atemwegs- und Hautkrankheiten führen, welche sehr gefährlich für die Kinder sind.2)

Ein Beispiel ist das Schicksal des neun-jährigen Mädchens Priya, welches täglich harte Arbeit auf den Baumwollfeldern Indiens erledigt, um Geld für das Leben ihrer Familie dazuzuverdienen. Sie ist den Giftstoffen und der Hitze schutzlos ausgesetzt und leidet unter Orientierungslosigkeit, Kopfschmerzen und Schwächeanfällen. Als Lohn erhält das kleine Mädchen 18 Rupien pro Tag, das entspricht umgerechnet 42 Cent. Durch diese harte und anstrengende Tätigkeit hat sie keine Zeit, um in die Schule zu gehen und daher keine Chance auf Bildung und auf ein besseres Leben in der Zukunft. An diesem Beispiel kann man gut erkennen dass die Kinderarbeit schlimme Auswirkungen auf das spätere Leben der Betroffenen hat und sich ein Teufelskreis entwickeln kann, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Kinder die früher selbst gearbeitet haben, ihre eigenen Kinder später ebenfalls nicht in die Schule schicken.3)

Der indische Staat untersagt zwar seit einer Gesetzeserweiterung im Juli 2016 die Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren, jedoch wird das in vielen Fällen nicht umgesetzt, genauso wie der Beschluss, dass Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren nur ungefährliche Aufgaben übernehmen dürfen. Bisher hat die Regierung die ILO Konventionen über ein Verbot der schlimmsten Formen von Kinderarbeit und über Altersgrenzen für verschiedene Formen der Beschäftigung nicht ratifiziert.4)

Die Produktionsstätten der Baumwolle sind von internationalen Firmen abhängig. Mit diesen stehen sie jedoch nicht direkt in Verbindung sondern nur über Zwischenhändler, welche die Abnahme-Preise der Baumwolle, die meistens sehr niedrig sind, festlegen.

 

 

  1. SOS Kinderdörfer: Kinderarbeit in Indien; Stand vom 06.04.17 []
  2. terre des hommes: harte Arbeit von kleinauf; Stand vom 06.04.17 []
  3. Helles Köpfchen.de: Hart schuften statt lernen; Artikel vom 11.06.14 []
  4. aktivgegenkinderarbeit: Indien; Stand vom 06.04.17 []
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