Columbia Sportswear Company

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Kautschuk - Schuhe - Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Die Unternehmensgrundsätze der Columbia Sportswear Company werden in einem Code of Conduct festgehalten, der den Namen Standards of Manufacturing Practices (SMP) trägt.3) Die Übereinstimmung mit den Standards ist Voraussetzung für Zulieferer für eine Geschäftsbeziehung mit Columbia. Der Kodex verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Die Standards verlangen von den Zulieferern, nur Arbeiter einzustellen, die (a) das lokale Mindestbeschäftigungsalter erreicht haben, (b) das Alter zur Schulpflicht im Herstellungsland überschritten haben und (c) mindestens 15 Jahre alt sind (ILO-Konvention 1384)
  • Ein Verweis auf die ILO-Kernarbeitsnormen ist nur auf der Webseite (Bereich Unternehmensverantwortung) vorhanden, jedoch nicht im Verhaltenskodex selbst. Zur ILO-Konvention 182 (Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit) werden keine Angaben gemacht.5)
  • Columbia ist Category-B-Mitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Labor Association (FLA). Die Clean Clothes Campaign (CCC) betont zwar die internationale Umstrittenheit der FLA, da deren Sozialstandards sehr niedrig seien. Aufgrund der Tatsache, dass Kinderarbeit aber auch nach der FLA verboten ist, wirkt sich diese wohl berechtigte Kritik nicht auf unsere Bewertung aus.2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Interne Kontrollen: regelmäßige, unangekündigte Kontrollen der Zulieferbetriebe durch ein Spezialisten-Team von Columbia.5)
  • Trainings für FabrikarbeiterInnen (ArbeiterInnen, VorarbeiterInnen, lokales Management etc.) durch Programme der Organisationen Business for Social Responsibility (BSR)6) und Better Work.7)
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.
  • Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Sollte bei einem Zulieferer ein Fall von Kinderarbeit auftreten, wäre die Fabrik dazu verpflichtet, das Arbeitsverhältnis mit dem Kind sofort zu beenden. Anschließend muss gewährleistet werden, dass das Kind eine Schulausbildung bekommt. Der Lohn wird während der Schulausbildung weitergezahlt. Nach Erreichen des Mindestalters muss dem Kind wieder ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden.8)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Links und Quellen

  1. eMail-Antwort der Columbia Sportswear Company an earthlink vom 10.10.2012 []
  2. Clean Clothes Österreich – Firmenprofil Columbia [] []
  3. Columbia Sportswear Company– Social Corporate Responsibility, Englisch []
  4. Columbia Sportswear Company – Standard of Manufacturing Practices, Englisch []
  5. Columbia Sportswear Company – Social Responsibility, Englisch [] []
  6. HERproject, Englisch []
  7. Better Work, Englisch []
  8. eMail-Antwort der Columbia Sportswear Company an earthlink vom 10.10.2012 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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