Deuter

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Textilien -
Branchenzuordnung: Lifestyle - Sportartikel und -bekleidung -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Deuter lässt seine Rucksäcke in Vietnam und seine Schlafsäcke in China produzieren. Die Geschäftsbeziehung mit der Fabrik Duke in Vietnam besteht schon seit 1994 und die Herstellung findet inzwischen an drei Standorten rund um Ho Chi Minh statt. In China produziert das Unternehmen seit 2003. Stoffe werden zu einem Großteil aus Südkorea und zum Teil aus China bezogen.1)2)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Das Unternehmen ist seit August 2011 Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) und damit verpflichtet, den Code of Labour Practices der FWF einzuhalten. Diese Arbeitsrichtlinien verbieten Kinderarbeit. Die ILO-Konvention 138 besagt, dass das Einstiegsalter für Arbeit mit dem Ende der allgemeinen Schulpflicht zusammenfallen muss und in keinem Fall unter 15 Jahren liegen darf. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren gilt: Sie dürfen weder gefährliche Arbeit übernehmen noch Überstunden leisten. (( Deuter: Social Report 2012 – zuletzt aufgerufen am 22.09.2014 ))

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die Fair Wear Foundation kontrolliert kontinuierlich die Fortschritte von Deuter.2)
  • Alle 4 – 6 Wochen werden die Produktionsstätten in Vietnam von Mitarbeitern, aus der Zentrale in Gersthofen, besucht. Der Besuch dient zum einen der internen Qualitätssicherung und zum anderen werden die Arbeitsbedingungen vor Ort überprüft.2)
  • In China finden diese internen Kontrollen nicht in so einem regelmäßigen Turnus statt, aber mindestens einmal pro Jahr. Auch hier werden die Produktqualität und die Arbeitsbedingungen vor Ort überprüft. Das Unternehmen arbeitet zusammen mit seinem Produzenten an der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeits- und Sozialstandards.2)
  • Deuter besitzt ein Beschwerdesystem, bei dem Mitarbeiter in den Produktionsländern Verstöße gegen den Code of Labour Practices melden können.3)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Im Social Report 2012 ist festgehalten, dass FWF im Oktober 2011 ihr erstes Audit durchgeführt hat und dabei zehn minderjährige Mitarbeiter entdeckt hat. Die meisten von ihnen waren 17 Jahre alt. Da sie auch Überstunden leisteten, war es ein Verstoß gegen den Code of Labour Practices.2)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Deuter hat umgehend gesetzliche Schutzvorlagen für minderjährige Mitarbeiter umgesetzt. Außerdem wurde eine spezielle Betriebspolitik für Jugendliche in allen Duke Fabriken entwickelt.2)
  • 2012 wurden drei Fabrik-Audits durchgeführt, bei welchen sich herausstellte, dass das Schutzprogramm für Jugendliche effektiv umgesetzt wurde. Es gab keine Verstöße mehr gegen den Code of Labour Practices. Es wurden lediglich zwei jugendliche Mitarbeiter entdeckt, die aber im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben in den Fabriken angestellt sind.2)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Laut Aussage des Unternehmens führen sie Schulungen zu Arbeitsrechten in China und Sicherheitsschulungen in Vietnam durch. Dadurch wollen sie sicherstellen, dass Arbeiter über ihre Rechte und Pflichten informiert werden und wissen wie das Beschwerdesystem funktioniert. Als Ergebnis erhoffen sie sich, dass Verstöße gemeldet werden und Deuter eventuell negativen Entwicklungen entgegenwirken kann. Zudem soll die Kommunikation zwischen Management und Arbeitern verbessert werden und ermöglichen, dass Probleme auf direktem Weg gelöst werden.3)
  • 2013 hat Deuter am Gemeinschaftsprojekt der FWF und European Outdoor Group (europäischer Branchenverband der Outdoor-Industrie) teilgenommen. Zusammen mit den FWF Mitgliedern Haglöfs, Kjus, Mountain Force, Odlo und Vaude und der Mitgliedsfabrik KTC waren sie Teil der Studie „Living Wage Engineering“. Diese verfolgte das Ziel, die Einkaufspraktiken und Arbeitsbedingungen in der Outdoor-Industrie sowie die Auswirkungen auf Löhne und Produktpreise zu untersuchen.4)

Links und Quellen

  1. E-Mail des Unternehmens an earthlink.de vom 18.09.2014 []
  2. Deuter: Social Report 2012 – zuletzt aufgerufen am 22.09.2014 [] [] [] [] [] [] []
  3. E-Mail des Unternehmens an earthlink.de vom 18.09.2014 [] []
  4. Fair Wear Foundation: Living Wage Engineering – zuletzt aufgerufen am 22.09.2014 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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