Disney

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Kautschuk - Spielzeug - Textilien -
Branchenzuordnung: Spielwaren -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Disney hat einen Verhaltenskodex für Hersteller, laut dem keine Kinderarbeit erlaubt ist1) .

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Seit 2000 arbeitet Disney mit so genannten „Socially Responsible Institutional Investors“ zusammen. Diese sollen die Disney Überwachungsprogramme gewährleisten. Es wird gerade eine Datenbank entwickelt, mit der die gesamte Walt Disney Company erfasst werden kann2) .

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Im August 2011 entdeckte die Menschenrechtsgruppe SACOM in einer Zuliefer-Fabrik (Sturdy Products) in Shenzhen, China, Hinweise auf Kinderarbeit. Bei einer Kontrolle wurde ein 14-jähriges Mädchen bei der Arbeit entdeckt. Angestellte berichteten, dass auch noch andere Kinder in der Fabrik arbeiten würden. Sturdy Products produziert außerdem für Mattel und Wal-Mart3)
  • Laut „Hong Kong Christian Industrial Committee“ (HKCIK) sind die Kontrollen unzuverlässig.
  • 2001 wurde in einem Kanadischen Bericht u.a. Kinderarbeit im Disney-Zulieferbetrieb KTBA in Laguna Hills (Kalifornien) nachgewiesen4) .

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Disney gab bekannt, dass es den Vorwürfen in Shenzhen nachgehen wolle.3)
  • Disney stritt Verantwortung ab. Sonst gab es keine Reaktion und auch keinen Bericht einer Untersuchung.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Zusammen mit dem Interfaith Center on Corporate Responsibility, McDonald’s und anderen Organisationen hat Disney das Kaleidoscope-Projekt auf den Weg gebracht. Ziel dieses mehrjährigen Projekts ist es, bestimmte Arbeitsbedingungen dauerhaft in den Fabriken garantieren zu können. Dazu zählen: der Ausschluss von Sklaven- und Kinderarbeit, die Gewährleistung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie rechtliche Aufklärungsarbeit. Das Pilotprojekt findet in 10 chinesischen Fabriken statt5)

 

Alle Angaben nach unserem Wissensstand vom 31.08.2011

Link

Quellen

  • Werner, K.: Weiss, H.: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne. Deuticke Verlag, Wien-Frankfurt/M. 2003, S.300-301;
  • http://corporate.disney.go.com/corporate/compliance/pdf/german.pdf;
  • http://www.disney.com;
  • http://www.cic.org.hk/research.htm;
  • http://www.oneworld.at/cck/start.asp?b=43&sub=256
  1. Walt Disney Company []
  2. Walt Disney Company []
  3. Link zum Artikel vom 31.08.2011 [] []
  4. California Department of Industrial Relations []
  5. Final „Project Kaleidoscope“ Report []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

Ein Kommentar zu Disney

  1. Alexander Stys sagt:

    Es ist allgemein bekannt, dass fast alle großen Kleiderproduzenten Kinder direkt oder indirekt beschäftigen und die internen Kontrollen bei Zulieferern vorab ankündigen. Davon abgesehen sind die ganzen Kindermoderatoren auf dem Disney Chanel auch arbeitende Kinder angefangen von Britney Spears bis zu den aktuellen, nur die Arbeitsbedingungen sind besser als in der chinesischen oder indischen Textilfabrik.
    Würde die Kinderarbeit moralisch weniger angreifbar sein, wenn die Kinder 20 € /h Festgehalt bekommen würden?
    Deswegen ist der Grüne Button für das Vorgehen gegen Kinderarbeit solange die Datenbank nicht existiert vollkommen ungerechtfertigt. Und eine Datenbank hilft nichts, wenn nicht regelmäßig unangekündigt ein externes Kontrollorgan nachsieht. Dazu müssen ebenfalls auch interne Kontrollen stattfinden. Da hat sich wohl jemand bestechen lassen.
    Wieso gibt es Kinderarbeit? Sind sie besser qualifiziert als Ihre Eltern? Haben Sie einen höheren Bildungsgrad mit 8 Jahren oder 14 Jahren als Ihre Eltern.
    Das Hauptargument ist, dass Sie billiger sind.
    Wenn es ein für jeden Scheiß Labels ((Bio, blauer Engel etc.) gibt, wieso dann nicht. „Hergestellt ohne zutun von Kinderarbeit, in allen Prozessen und Arbeitsschritten“. Wenn doch jemand erwischt wird, dann muss das Label bis zur klaren Gegendarstellung und Beweisführung der Firma und unabhängiger Organisationen lauten:“Für uns arbeiten auch Kinder zwischen x und y Jahren“.

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