Ernstings Family

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Das Unternehmen hat auf unsere Nachfrage noch nicht geantwortet.1)

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Ernstings Family ist Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI): „Der BSCI-Verhaltenskodex basiert auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Menschenrechtserklärung der UNO, den Konventionen der UNO über die Rechte von Kindern sowie über die Abschaffung jeglicher Form der Diskriminierung von Frauen, dem UN Global Compact, den OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen und anderen international anerkannten Abkommen.“3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die Umsetzung des Verhaltenskodex der BSCI , der auf den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Kinderrechtskonventionen beruht, wird durch unabhängige Audits überprüft. Ein Verstoß gegen den Verhaltenskodex kann mit Ausschluss aus der BSCI-Mitgliedschaft bestraft werden.4)
  • Einige Organisationen, wie die Erklärung von Bern oder Oxfam sehen die BSCI-Mitgliedschaft jedoch nicht als Garant für verbindliche Kontrollmöglichkeiten an5)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • In einem Bericht des Magazins Monitor vom 21.06.20126) werden Vorwürfe erhoben, dass Ernstings Family Ware des indischen Unternehmens KPR bezogen hat, das das Sumangali-Schema praktiziert. Dabei werden junge Frauen aus den umliegenden Dörfern rekrutiert und für drei Jahre an die Fabrik gebunden. Ihren Bonus bekommen sie erst nach Beendigung dieser Zeit ausgezahlt7) . Es wird angenommen, dass 10% der Arbeiter in der KPR-Textilfabrik unter 14 Jahre alt sind, 65% unter 18 Jahre8) .
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.
  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Ernstings Family gibt an, dass man im August 2011 die letzte Bestellung bei KPR platziert hat. Hafenpapiere aus dem indischen Tuticorin zeigen aber, dass KPR Ende März 2012 Hosen und T-Shirts an Ernstings Family geliefert hat. Das Unternehmen rechtfertigte sich, dass die Lieferung bereits seit Sommer 2011 in Indien lagerte und zurückgestellt worden sei. Man sei von KPR wissentlich getäuscht worden9) . Ernstings Family habe sich nach Bekanntwerden über die kooperierenden OTTO Einkaufsbüros vor Ort mit dem Lieferanten in Verbindung gesetzt und einen kritischen Dialog aufgenommen. Eine sofortige Kündigung führe aus ihrer Sicht nicht zu einer nachweisbaren und konstruktiven Veränderung eines mangelhaften Zustandes. Eine Entschädigung für die Mitarbeiter von KPR ist nicht angedacht, Ernstings Family möchte in Zukunft die Kontrollinstanzen verbessern10) .

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Zum Thema Kinderarbeit ist uns kein Engagement bekannt.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

—-

28.08.2012 11/19

Links und Quellen

  1. Unsere Anfrage per EMail an Marcello.Concilio@ernstings-family.com am 30.04.09 []
  2. Homepage von Ernstings Family []
  3. Homepage von Ernstings Family []
  4. BSCI []
  5. Erklärung von Bern []
  6. Monitor-Sendung vom 21.06.2012 []
  7. terre des hommes – Sumangali Schema []
  8. SOMO-Studie: Maid in India []
  9. Monitor-Bericht vom 21.06.2012 []
  10. EMail-Antwort vom 27.08.2012 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

2 Kommentare zu Ernstings Family

  1. Elke Baum sagt:

    Mein Enkel ist jetzt 15 Monate. Ich würde schon gerne das eine oder andere Teil bei Ernstings Family in Trittau kaufen. Nur möchte ich sicher sein, dass ich hier keine Kinderarbeit unterstütze. Dafür zahle ich auch gerne etwas mehr. Nur der Markt/die Kunden können verhindern, was verhindert werden muss. Unsere Auftraggeber in diesen Ländern müssen dafür sorgen, dass die Fabriken menschenfreundlich geführt werden. Es kann nicht angehen, dass wir die Menschen der ärmeren Nationen knebeln um noch billigere T-Shirts zu kaufen……. und zwar mehr als wir tatsächlich brauchen nur weil sie billig sind.

  2. Jemy sagt:

    unser kleines news paper team war entsetzt und ferwunder zugleich den immerhin behauptet Ernstings Family ein Familien Label zu sein aber leider arbeiten viele unternehmen mit Kinderarbeit das ist ein Problem und sollte unsere Meinung nach nicht existieren

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