Forever 21

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Nachdem 2001 amerikanische Arbeiter wegen ausbeuterischen Arbeitsbedingungen eine Klage gegen Forever 21 eingereicht hatten, entschloss sich die Firma den Hauptanteil ihrer Produktionsstätten nach Asien umzusiedeln.1)
  • Bis zu 30% des Sortiments werden immer noch im südlichen Kalifornien hergestellt. Bloomberg Business Week zufolge erhalten Arbeiter dort bei Fertigstellung eines Produkts im Wert von 14 US-Dollar nur 12 Cent.1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Forever 21 besitzt eine eigene Rubrik der „Sozialen Verantwortung“ auf seiner Website, die zwar in einem kleinen Fenster abrufbar, jedoch nicht vollkommen einzusehen ist.2)
  • Die Informationen, die man aus dem unvollständigen Bericht herausziehen kann, handeln von einem eigenen „Programm der Sozialen Verantwortung“. Hiermit verpflichtet sich Forever 21 gegenüber seinen eigenen Mitarbeitern aber auch denen ihrer Lieferanten ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen. Die genannten Standards orientieren sich an den Menschenrechtserklärungen der UN und den Kernnormen der ILO. Laut diesem Programm wird Kinderarbeit in keinerlei Weise geduldet.2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Laut Forever 21 führt ein ausgebildetes, internes Team Überprüfungen in den aktiven Produktionsstätten nach dem Zufallverfahren aus und vergewissert sich, dass die sozial verträglichen Standards eingehalten werden. Sowohl angekündigte als auch unangekündigte Audits werden durchgeführt.2)
  • „Größtenteils“ besucht der Konzern die Firmen vor Beginn der Zusammenarbeit, um sicher zu gehen, dass Anlagen und Tätigkeiten mit den Standards kompatibel sind.(( Forever 21: Soziale Verantwortung – aufgerufen am 05.03.14 ))
  • Nach Besuch des Kontrollteams wird eine Beurteilung über die Firma und ggf. Verbesserungspunkte erstellt. Diese müssen bis zum nächsten Audit erfüllt worden sein.2)
  • Mit dem Ziel eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Lieferanten und ein sozial, ökologisch und nachhaltiges Arbeitsumfeld zu schaffen, unterstützt Forever 21 die Zulieferer mit Rat und Tat. Bei einem Scheitern der Aktionspläne oder Verstößen steht es Forever 21 zu, die Geschäftsverhältnis aufzulösen.2)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Der Name Forever 21 tritt ungewöhnlich häufig in Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzung auf. Doch anders als bei den meisten Großkonzernen erreichen uns Vorwürfe aus den eigenen Fabriken und nicht aus ausländischen Produktionsstätten der Lieferanten.1)
  • 2001 klagten Arbeiter vor dem obersten Gerichtshof der USA gegen den Konzern: Er soll systematisch Arbeiter in unfairen Verhältnissen in den Manufakturen ausgebeutet haben. Es wurden 19 Arbeiter genannt, die sechs Tage in der Woche und täglich bis zu 12 Stunden arbeiten müssten. Ihr Gehalt lag weit unter dem Mindestlohn.3)
  • Januar 2012 warfen fünf kalifornische Mitarbeiter Forever 21 vor, sie des Öfteren während ihrer Mittagspause und nach Ende ihrer Schichten festgehalten und nach gestohlenen Waren durchsucht oder zu weiterer Arbeit gezwungen zu haben. Für die zusätzlich verrichteten Stunden wurde ihnen kein Lohn berechnet.4)5)
  • Eine noch angestellte Mitarbeiterin erzählte, dass sie bereits mit 16 Jahren angefangen hatte in der Fabrik als Näherin zu arbeiten. Auch sie wurde nie für die vielen Überstunden bezahlt.5)
  • Geoffrey Norton, einer der Anwälte, berichtete, dass viele der Angestellten High-School-Absolventen und unter 18 Jahren alt seien. Oft sind sie nicht einmal ausreichend über ihre eigenen Arbeitsrechte informiert und dadurch äußerst leicht auszunutzen.5)
  • Zudem appellierte die ILO an Forever 21, sich am Beispiel GAP Inc., Levi Strauss, American Eagle Outfitters sowie vielen anderen zu orientieren und keine Baumwolle mehr aus Usbekistan zu beziehen, wo Kinderarbeit sehr wahrscheinlich ist.1)
  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Bis auf die Anklagen versprach Forever 21 auf keinen der Vorwürfe eine Besserung, obwohl das Thema immer häufiger in den internationalen Medien auftrat.
  • Nach dem Gerichtsverfahren im Jahr 2001 versicherte der Konzern die Zustände in den Produktionsstätten zu verbessern.6)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

06.03.14

Links und Quellen

  1. Business Insider: The Secret Behind Forever 21 – aufgerufen am 05.03.14 [] [] [] []
  2. Forever 21: Soziale Verantwortung – aufgerufen am 05.03.14 [] [] [] [] []
  3. Los Angeles Times: Lawsuit Against Forever 21 Alleges Unfair Labour Practices – aufgerufen am 06.03.14 []
  4. The Truth Behind Forever 21 – aufgerufen am 06.03.14 []
  5. Huffington Post: Forever 21 Class Action Lawsuit Filed By Employees – aufgerufen am 06.03.14 [] [] []
  6. Huffington Post: Forever 21 Under Investigation For Using ‚Sweatshop-Like’ Factories in Los Angeles – aufgerufen am 06.03.14 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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