KIK

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Leder - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Sämtlichen Geschäftsverbindungen mit Lieferanten in aller Welt geht die Bedingung voraus, Kinderarbeit bei der Produktion von Waren auszuschließen. Diese Bedingung ist  in den Einkaufsbedingungen festgeschrieben.2)
  • 2006 hat sich KIK einen Code of Conduct zugelegt, der auf den ILO-Abkommen basiert und Kinderarbeit verbietet.3)
  • KIK gibt an, grundsätzlich an langfristigen Lieferantenbeziehungen interessiert zu sein und dass ein ständiger Lieferantenwechsel nicht den Marktgepflogenheiten des Unternehmens entspricht2)
  • In einem Interview mit der Welt gibt der Chef von KIK Stefan Heinig dennoch zu, dass sie bei Bedarf auch ohne weiteres die Lieferantenländer wechseln und zwar schneller, als die Konkurrenz.4)
  • Wird Kinderarbeit gefunden, müssen „Geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Betroffenen [müssen] sofort ergriffen werden; dabei müssen das Alter, die soziale Herkunft und die Ausbildung des Kindes berücksichtigt werden, um das Wohlergehen des Kindes in Zukunft zu gewährleisten.“5)
  • Auf eine Entschädigung der Kinderarbeiter und konkret formulierte Maßnahmen geht der Code of Conduct nicht ein.

 Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Mehrmals pro Jahr Besuche durch KIK-Mitarbeiter mit Überprüfung der Produktionsstätten2)5)
  • Unangekündigte unregelmäßige Kontrollen durch das Unternehmen selbst oder von KIK beauftragte Dritte5)
  • Um eine größtmögliche Transparenz und Glaubwürdigkeit zu gewährleisten, werden die Sozialaudits von unabhängigen Auditgesellschaften, wie zum Beispiel ITS, STR, Bureau Veritas oder SGS durchgeführt. Alle diese Institute sind SAI-akkreditiert und unterliegen ebenfalls ständigen Überprüfungen. So seien sämtliche Lieferanten in Bangladesh auditiert2)
  • Ein Geschäftsführer von KIK gibt 2008 jedoch an, dass die Kontrolle bei den langen Lieferketten in den Produktionsländern schwer fällt.6)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Wegen schwieriger Kontrollen der gesamten Produktionskette will KIK Kinderarbeit bei der Produktion nicht zu 100% ausschliessen.6)
  • Laut einem Spiegelartikel vom 26.09.2009 produzieren in Bangladesh in einer KIK-Zulieferfabrik Kinder unter 14 Jahren.7)
  • Woher die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden. Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.
  • Spiegel-Online berichtet von vielen Verletzungen des KIK-Kodex. so sollen Angestellte  eingeschüchtert bzw. Jugendliche verscheucht worden sein, um jegliche Verdachtsmomente, dass Kinder, die jünger als 14 sind, im Voraus auszuschließen.8)
  • April 2013: Ein Team des Fernsehsenders RTL entdeckte in Bangladesch arbeitende Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren in einer Textilfabrik, die auch für Kik produziert hat. KIK bestätigte der Nachrichtenagentur dpa  ein angeblich „illegales Subcontracting“: Demnach habe ein Hauptlieferant in Bangladesch mit illegalen Methoden gearbeitet. Die Geschäftsbeziehungen sollen sofort beendet werden. Ob die betroffenen Kinder entschädigt werden, ist uns nicht bekannt.9)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

„KiK behält sich das Recht vor, Geschäftsbeziehungen zu beenden, sofern ernsthafte

Verstöße gegen die grundlegenden Menschenrechte, vorsätzliche Verstöße gegen den

Standard oder systematische Fälschung und/oder anhaltender Mangel an

Kooperationsbereitschaft vorgefunden werden.“5)

Wie tatsächlich auf die Vorwürfe reagiert wurde, ist uns nicht bekannt.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • KIK gründete im Dezember 2005 die Stiftung „help and hope“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, notleidenden Kindern eine Perspektive auf ein besseres Leben zu bieten.2)

Links und Quellen

  1. kik Homepage []
  2. schriftliche Stellungnahme vom 3.11. 2009 [] [] [] [] [] []
  3. Homepage von KIK []
  4. Interview in der Welt, 2007 []
  5. Code of Conduct [] [] [] []
  6. Interview WAZ online 2008 [] []
  7. Spiegel 2009 []
  8. Spiegel 2008 []
  9. Panorama, ARD []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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