Marc O‘ Polo

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Schuhe - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Marc O’ Polo produziert sowohl in der EU als auch in Drittstaaten. Zwei Drittel der Kollektion werden in Europa gefertigt, vorrangig in der Türkei und in Portugal.1)
  • 40% der produzierten Schuhe werden in „Fernost“ gefertigt.1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Marc O’ Polo verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher Kinderarbeit, jegliche Form von Kinderausbeutung und Zwangsarbeit untersagt. Der Kodex verlangt, dass existenzsichernde Löhne bezahlt werden.
  • Die Firma verpflichtet alle Lieferanten zur Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards, die auf den ILO-Konventionen basieren.2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die Firma ist Mitglied der BSCI (Business Social Compliance Initiative) und erfüllt die Vorgabe „bei allen Lieferanten, nach und nach und regelmäßig wiederkehrend ein Sozialaudit, durch ein unabhängiges und international anerkanntes Prüfinstitut durchführen zu lassen“.2)
  • Die Produktionsstätten werden auch durch eigene, reisende Mitarbeiter kontrolliert.2)
  • Die BSCI-Mitglieder sind dazu verpflichtet, den BSCI Verhaltenskodex intern und in der Lieferkette zu verbreiten um ihre Arbeitnehmer und Lieferanten über die Erwartungen der Firma zu informieren. Die Produzenten, welche für Marc O’Polo herstellen, verpflichten sich vertraglich, die Einhaltung der Sozialstandards des Verhaltenskodexes auch bei den Zulieferern sicherzustellen.
  • Den Produzenten werden durch BSCI lokale Workshops zur Verbesserung der Auditergebnisse angeboten.
  • Die Einführung von Sozialstandards und die Einhaltung des BSCI-Verhaltenskodexes gilt als Bedingung für sämtliche Verträge, die mit Subunternehmern abgeschlossen werden.3)
  • Die Firma bevorzugt Lieferanten, welche nach dem Sozialstandard SA8000 zertifiziert sind.2)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Die 2009 gegründete Marc O’Polo Stiftung fördert kulturelle und soziale Projekte.4)

  1. Handelsblatt [] []
  2. E-Mail von Marc O’ Polo vom 1.06.2011 [] [] [] []
  3. BSCI-CoC []
  4. company.marc-o-polo.com: Nachhaltigkeitsbericht 2014 – zuletzt aufgerufen am 27.08.15 []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

6 Kommentare zu Marc O‘ Polo

  1. Dorothea Sickelmann-Wölting sagt:

    Guten Tag,
    wie hält es Marc O´Polo denn mit ausbeuterischer Erwachsenenarbeit in Drittweltländern? Liegen Ihnen hierzu Informationen vor? Des Weiteren halte ich es für sehr fragwürdig sich primär auf Verpflichtungserklärungen der Hersteller, Kontrollen durch den Hersteller selbst etc. zu verlassen. „Green Washing“ ist ja ein durchaus übliches Mittel in der Branche. Wer kontrolliert also die Angaben und die Kontrolleure und wie häufig ?
    Mit freundlichem Gruss

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Mit ausbeuterischer Erwachsenenarbeit beschäftigen wir uns nicht; das würde unseren Rahmen sprengen und es gibt andere Organisationen, die sich dies zum Schwerpunkt gemacht haben, zum Beispiel die Clean Clothes Campaign (Kampagne für saubere Kleidung).
      Wir verlassen uns nicht primär auf Verpflichtungerklärungen der Hersteller – hier haben Sie vermutlich etwas falsch verstanden -, sondern lassen in unser Bewertungssystem die Rückverfolgbarkeit von Erklärungen (z.B. ob ein öffentlich zugänglicher Unternehmenskodes vorliegt, der Kinderarbeit ausschließt) ebenso einfließen wie den Nachweis über regelmäßige externe und unangekündigte Kontrollen durch unabhängige Kontrollinstitute, die sich über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg verfolgen lassen. Nur wenn dieser Nachweis erbracht wird, bewerten wir das Unternehmen hinsichtlich Kontrollen mit grün. Werden lediglich interne Kontrollen durch den Hersteller durchgeführt, bewerten wir mit rot oder gelb. Vielleicht schauen Sie sich dazu bitte nochmals die Erläuterungen zu unserer Farbbewertung an.

  2. Werner Häuser sagt:

    wenn mop tatsächlich in portugal und türkei produziert, warum steht dann in kein einziges kleidungsstück das produktionsland? man kann dort jediglich nur die adresse der mop- zentrale in stephanskirchen/ deutschland sehen. sagen, dass man in der eu produziert ist simpel. aber warum wird es nicht im label in der kleidung explizit abgedruckt? hat das handelsblatt tatsächlich 100% wahrheitsgemäße angaben, welche sie hier auf dieser seite veröffentlichen?

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo, ob das Handelsblatt korrekt recherchiert hat, ist uns nicht bekannt, wir gehen jedoch davon aus. In einer persönlichen Korrespondenz wurde uns von Seiten Marc O’Polos mitgeteilt, dass das Unternehmen in „Ländern der EU“ sowie in „Drittstaaten“ produzieren lässt.
      Im Label muss keine Herkunftsangabe stehen: In der Textilbranche sind die Produktionsschritte und -orte häufig zu komplex. Nicht jedes Land, in dem ein Teil des Kleidungsstückes produziert wurde, kann da aufgelistet werden.

  3. Dr. Trockel, Ulla sagt:

    In letzter zeit fällt auf, daß Marc O Polo keine Angaben in den Kleidungsstücken mehr zur Herkunft macht. das ist nicht vertrauensbildend. Auch sehe ich nicht ein, warum ich Kleidung Ihrer Marke kaufen soll, wenn Sie in China produzieren und die kosten für die Firma dort günstig sind,die Kleidung aber im mittleren bis oberen Preissegment mit der Preisgestaltung liegt.Ebensowenig habe ich Interesse Kleidung zu kaufen, die einen hohen Polyesteranteil aufweist, wie z.B. Ihre neuen Sakkos.

    mit freundlichen Grüßen einer bisher treuen Kundin
    Dr.U.Trockel

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Frau Trockel,
      da haben Sie sich wohl im Adressaten geirrt! Wir vetreten hier nicht die Firma Marc O’Polo sondern sind eine gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Konsumenten darüber zu informieren, welche Firmen sich gegen Kinderarbeit einsetzen oder diese im Herstellungsprozess tolerieren. Vielleicht schreiben Sie Ihre Nachricht besser an http://www.marc-o-polo.de/home/?

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