Urbanara

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Textilien -
Branchenzuordnung: Lifestyle - Waren- und Handelshäuser -

Produktionsorte

Urbanara kooperiert mit Herstellern in 21 Staaten und bezieht Produkte u.a. aus Litauen, Portugal, Italien, Spanien, Indien, der inneren Mongolei, China, Dänemark, Japan, Peru, Indonesien oder Südafrika.
Informationen über die Herkunftsländer sind zu jedem einzelnen Produkt angegeben.

Unternehmenspolitik

Urbanara ist ein an der Börse notiertes Internet Startup, das sich auf den Versand von Heimtextilien und Wohnaccessoires aus natürlichen Materialien spezialisiert hat.

Man versteht sich, auch von der Zusammenstellung der Mitarbeiter, als international aufgestelltes Unternehmen mit Sitzen in Berlin und Shanghai. Von dort aus bereisen nach Unternehmensangaben die eigenen Experten, sogenannte „Product Scouts“, die Produktionsstätten in der ganzen Welt. Betont wird dabei die Wichtigkeit des direkten Kontakts zu den Lieferanten, und entsprechende Kenntnis der  vorherrschenden Produktionsbedingungen.

Transparenz und Internationalität seien gelebte Unternehmenwerte, bei höchstem Anspruch an soziale, ökonomische und qualitative Standards.

Aktiv wirbt man dabei auch um Investoren, überhaupt finanziert das Unternehmen seine internationale Expansion durch ein an Kleininvestoren gerichtetes Crowdfundig-Modell1).

Die vergleichsweise niedrigen Preise werden durch wenig/ gezieltes Marketing und den Verzicht auf Zwischenhändler erzielt.

Auf der Homepage des Unternehmens werden umfassende Informationen über Lieferanten und Produzenten zur Verfügung gestellt. Besondere Erwähnung finden hier drei Hersteller:
Ein Produzent von Leinen aus Portugal, einer für Flanell, ebenfalls aus Portugal und ein Handtuchproduzent aus Guimares.
Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass diese Produktvideos nur einen kleinen Teil der Zulieferer darstellen.

Außerdem wirbt Urbanara mit einer langen Liste an Siegeln, von denen einige seriöse Informationen über die Corporate Social Responsibilty bieten, andere jedoch als „Green Washing“ zu betrachten sind.
Ein großer Teil des Sortiments kommt des weiteren ganz ohne Siegel aus.

Kontrollen

Urbanara gibt an, Unternehmen, die in kritischen Staaten produzieren, einmal jährlich zu kontrollieren. Auf Grund der Größe des Unternehmens, sei man aber auch auf Kontrollen durch zertifizierende Partner angewiesen, auf Anfrage wurden hier die Label Fair Trade und Care & Fair genannt.
Darüber hinaus setze man auf langfristige Handelsbeziehungen zu den beteiligten Unternehmen.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.
  • Die Produktionsländer der einzelnen Produkte werden angegeben. Darunter befinden sich auch Staaten wie Indien. Hier gibt es ernsthafte Vorwürfe bezüglich ausbeuterischer Kinderarbeit in Textilfabriken, Baumwollanbau und -ernte, als auch in der Teppichproduktion.

Reaktionen

Das es keine konkreten Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit gibt, lehnt das Unternehmen eine Stellungnahme ab.

Soziales Engagement

Die hohen Ansprüche an Transparenz, Produktaufklärung und Nachhaltigkeit bezeichnet Urabanara als Kernelement der Marke, und als Alleinstellungsmerkmal auf dem europäischen Markt.

Der kritischen Betrachtung hält dieses Versprechen aber nicht Stand. Urbanara teilte zum Beispiel auf Anfrage mit, alle Teppiche seien mit dem „Label“ Care & Fair ausgestattet. Dieses setze sich für den Bau von Schulen, Einrichtungen zur Erwachsenenbildung und Gesundheitszentren in den Produktionsländern ein.

Aus unserer Sicht handelt es sich bei Care & Fair eher um eine Wirtschaftsinitiative, deren Verhaltenskodex sehr schwammig formuliert ist. So finden zum Beispiel ILO-Normen gar keine Berücksichtigung.

Bemerkenswertes

Aktiv wirbt man dabei auch um Investoren, überhaupt finanziert das Unternehmen seine Expansion durch ein an Kleininvestoren gerichtetes Crowdfundig-Modell2).
Außerdem stellt man dem interessierten Kunden auf der Website eine umfangreiche Warenkunde zu Rohstoffen und deren Eigenschaften, als auch zu Verarbeitungstechniken zur Verfügung.
Als Konsument hat man die Möglichkeit, sich auf der Homepage gezielt Produkte aus fairem Handel anzeigen zu lassen.

  1. FAZ berichtete am 3.11.2013  []
  2. die FAZ berichtete am 3.11.2013  []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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