Victoria’s Secret

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Baumwolle - Baumwollsaatgut - Textilien -
Branchenzuordnung: Mode, Bekleidung, Textilien -

Victoria’s Secret gehört wie Pink, Bath & Body Works, La Senza und Henri Bendel zu Limited Brands, eines der größten Textilunternehmen der Welt.

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Limited Brands spricht sich in seinem „Code of Conduct“ gegen Kinderarbeit aus. Alle Lieferanten und Sublieferanten müssen sich ebenfalls an die Bestimmungen halten.1)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Es finden interne Kontrollen bei Zulieferern statt2)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Im Dezember 2011 wurde Limited Brands/Victoria’s Secret von der Nachrichtenagentur Bloomberg beschuldigt, dass für die Fairtrade zertifizierte Unterwäsche von Victoria’s Secret Baumwolle aus Burkina Faso verwendet wurde, die durch Kinder gepflückt wurde.3) Die Vorwürfe konnten jedoch nicht bestätigt werden (s. Reaktionen)
  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.
  • Woher die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt jedoch generell aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Dort sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und der Baumwollernte bekannt geworden.4)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • In einer Email sagte Limited Brands, dass sie den Vorfall in Burkina Faso sehr ernst nehmen.5) Laut der Homepage wurde sofort eine Untersuchung eingeleitet, um die Vorfälle zu klären. Sowohl die Untersuchung von Limited Brands, also auch Recherchen von Fairtrade International, der Regierung von Burkina Faso und der Nationalen Verband der Baumwollproduzenten von Burkina Faso (UNPCB) kamen zu dem Ergebnis, dass die von Bloomberg erhobenen Vorwürfe nicht haltbar seien.6)7)8)
  • Seit bekannt wurde, dass Usbekistan Kinderarbeit verwendet, um Baumwolle zu pflücken, versucht Limited Brands die Verwendung von Baumwolle aus Usbekistan zu vermeiden.9)10)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Hierzu liegen uns keine Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • „The Limited Brands Foundation“ hat seit 1993 circa 100 Millionen US$ an verschiedene NGOs gespendet. Mit den Geldern soll unter anderem Frauen und Kindern geholfen werden, sowie die Schulbildung für Kinder gefördert werden.11)
  • Limited Brands engagiert sich zusammen mit der UNPCB seit 2007 in Burkina Faso für bessere Bedingungen weiblicher Farmer in der Baumwollindustrie. Ziel ist es, den Frauen ein unabhängiges Einkommen und mehr Kindern Schulbildung zu ermöglichen. Außerdem sollen umweltschonende Methoden eingesetzt werden. 12)
  • Limited Brands (und viele weitere Firmen) wurde 2002 wegen Arbeitsrechtsverletzungen in Saipan beschuldigt. Der Prozess wurde durch einen Vergleich beigelegt.13)
  • Limited Brands bezog Waren aus einer jordanischen Fabrik , in der Arbeiter verbalen und körperlichen Misshandlungen ausgesetzt waren.14)
  • 2008 wurden einer Bekleidungsfabrik in Queens, die auch für Victoria´s  Secret produzierte, schwere Arbeitsrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Arbeiterinnen mussten oft mehrere Wochen hintereinander sieben Tage die Woche arbeiten, bekamen zu wenig Lohn und wurden angewiesen, die Kontrolleure zu belügen. Eine Sprecherin von Limited Brands erklärte, ihre Firma habe keine Toleranz für Fabriken, die die Bestimmungen nicht einhalten.15)

—-

Links und Quellen

  1. Limited Brands Kodex []
  2. Limited Brands Produkte []
  3. Bloomberg vom 15.Dezember 2011 []
  4. Aktiv-gegen-Kinderarbeit Baumwolle []
  5. Bloomberg vom 13.Januar 2012 []
  6. Limited Brands Stellungnahme []
  7. Fairtrade International Stellungnahme []
  8. UNPCB Stellungnahme – nicht mehr aufrufbar 21.01.15 []
  9. Limited Brands Ingredient Information []
  10. Artikel der Los Angeles Times vom 25. September 2009 []
  11. Limited Brands Foundation []
  12. Limited Brands Burkina Faso []
  13. Los Angelese Times: Firms Settle Saipan Factory Workers Suit (Zuletzt aufgerufen am 25.02.2014) []
  14. Huffington Post []
  15. Bericht der NY Times []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.