Wal-Mart

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Für "Aktiv gegen Kinderarbeit" relevante Produkte oder Vorprodukte:
Ananas - Bananen - Baumwolle - Baumwollsaatgut - Fisch - Kaffee - Kakao - Orangen - Reis - Shrimps - Tabak - Coltan - Eisenerz - Gold - Kobalt - Feuerwerkskörper - Fußbälle - Glas - Goldschmuck - Schuhe - Spielzeug - Streichhölzer - Teppiche - Textilien -
Branchenzuordnung: Waren- und Handelshäuser -

Produktionsorte

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • In mindestens 48 Ländern außerhalb der USA – am häufigsten in China und Bangladesh1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

  • Wal-Mart sagt dass sie keine Kinderarbeit in der Fertigung ihrer Produkte toleriert. „Die Lieferfirmen müssen versichern, dass die Fabriken und deren Subunternehmen keine Menschen, die jünger als 15 oder 14 (je nach Landesgesetz) sind, beschäftigen“.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Wal-Mart sagte, dass sie versuchen, alle Fabriken, die in ihrem Auftrag arbeiten, zu untersuchen. Aber mit Tausenden Subunternehmern in aller Welt könne Wal-Mart den Verhaltenskodex nicht umsetzen.2)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Im August 2011 entdeckte die Menschenrechtsgruppe SACOM in einer Zuliefer-Fabrik (Sturdy Products) in Shenzhen, China, Hinweise auf Kinderarbeit. Bei einer Kontrolle wurde ein 14-jähriges Mädchen bei der Arbeit entdeckt. Angestellte berichteten, dass auch noch andere Kinder in der Fabrik arbeiten würden. Sturdy Products produziert außerdem für Mattel und Disney3)
  • Anfang Dezember 2005 deckte CBC Television Wal-Mart auf, dass die Firma mit Kinderarbeit in zwei Fabriken in Bangladesh produzierte. Nach dem Bericht wurden 10 bis 14 Jahre alte Kinder in der Fabrik entdeckt, die für weniger als 50 US-Dollar pro Monat arbeiteten. Sie stellten „Simply Basic“ und andere Wal-Mart-Markenprodukte für den Export nach Kanada her.4)
  • Radio-Canada fand viele kleine Jungen in einer Fabrik, die in dunklen, schmutzigen und übererhitzten Werkstätten arbeiteten. Bei der Konfrontation mit dem Bericht erklärte Wal-Mart, dass diese Fabriken nur Zulieferer ohne direkte Geschäftsverbindung zu Wal-Mart seien. Dennoch gab der Geschäftsvertreter in Montreal das Problem zu.5)
  • Der Sender HBO hat eine Sendung ausgestrahlt, in der bekannt wird, dass Wal-Mart Fussbälle verkauft, die in Indien durch Kinder hergestellt werden.6)
  • Im April 2013 stürzte das Rana Plaza Gebäude ein. In Folge des Einsturzes gab es Vorwürfe von Kinderarbeit in vier der fünf Fabriken, die in Rana Plaza produzierten. Es handelte sich um New Wave Bottom, New Wave Style, Ethertex und Phantom Apparel. Es wird den Fabrikmanagern vorgeworfen, Kinder gezwungen zu haben, sehr lang zu arbeiten und sie vor externen Kontrolleuren verborgen zu haben.7) Yaa Noor Akhter (14 Jahre) erklärte, es habe noch drei weitere Mädchen in ihrem Alter gegeben, die bei Ethertex gearbeitet haben. Normalerweise habe sie von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends gearbeitet. Das Umfeld sei nicht gut gewesen: konnte sie ihre Arbeit nicht abschließen, sei sie von ihrem Chef beschimpft worden.7) Walmart wird vorgeworfen bei Ethertex Jeans produziert zu haben.8)9)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Wal-Mart gab in Bezug auf die Vorwürfe in China bekannt, dass es den Vorwürfen nachgehen wolle und -falls nötig- entsprechende Maßnahmen einleiten werde.3)
  • Wenn massive Verletzungen bekannt werden – bezüglich der Kinderarbeit, des Missbrauches der Menschrechte, der Diskriminierung oder gefährlicher Arbeitsbedingungen – für die mildernde Umstände vorliegen könnten, wird die Fabrik als ‚pending fail‘ beurteilt. Die Fabrik hat dann 10 Tage um zu demonstrieren, dass die Probleme angegangen werden. Von Fabriken mit einer ‚pending fail‘-Beurteilung darf keine Ware versandt werden. Innerhalb von 30 Tagen muss eine komplette Nachbesichtigung durchgeführt werden.10)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

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02.09.2011

Quellen

  1. www.ufcw.org []
  2. www.cbc.ca []
  3. Link zum Artikel vom 31.08.2011 [] []
  4. www.mfl.mb.ca []
  5. www.cbc.ca []
  6. AOL []
  7. Human Rights Watch, 23.04.14: Bangladesh: Rana Plaza victims urgently need assistance – aufgerufen am 28.04.14 [] []
  8. Wall Street Journal, 24.04.13: Deadly Collapse in Bangladesh – aufgerufen am 28.04.14 []
  9. New York Times, 28.03.14: 3 retailers give aid to Bangladesh workers – aufgerufen am 28.04.14 []
  10. Business for social responsibility []

Bedeutung der Farbpunkte

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Firma hat Verhaltenskodex, der sich eindeutig gegen Kinderarbeit auch bei Lieferanten ausspricht, bzw. produziert ausschließlich unter Bedingungen, die Kinderarbeit strukturell ausschliessen.

Firma spricht sich gegen Kinderarbeit aus, hat aber keinen Verhaltenskodex oder ähnliches.

Firma hat weder Verhaltenskodex noch liegen uns andere Aussagen vor, in denen sie sich gegen Kinderarbeit ausspricht oder sie meint, dass die Problematik sie nicht betrifft (dies wird im Firmen-Detail erläutert).

Kontrollen der Produktionsstätten

Es gibt unabhängige Kontrollen in allen relevanten Produktionsstufen bzw. in allen relevanten Stufen der Lieferkette.

Es gibt nur interne,  nur teilweise (das heißt: nicht in allen relevanten Produktionsstufen bzw. nicht in allen relevanten Stufen der Lieferkette) externe bzw. unabhängige oder zweifelhafte externe Kontrollen.

Es gibt keine Kontrollen bzgl. Kinderarbeit oder die Firma macht dazu keine Angaben.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Es gibt keine konkreten Vorwürfe oder es gab Vorwürfe, die aber glaubhaft widerlegt wurden oder sich nicht erhärteten.

Erhärteten Vorwürfen wurde nachgegangen und ‚positiv‘ reagiert. ‚Positiv‘ = Den betroffenen Kindern wird eine Alternative / Entschädigung geboten.

Es gibt ernstzunehmende Vorwürfe und es wird nicht oder ‚negativ‘ darauf reagiert. ‚Negativ‘ = Es gab nur interne Kontrollen, Vorwürfe wurden abgestritten oder die Geschäftsbeziehungen wurden einfach beendet.

Engagement gegen Kinderarbeit

Firma engagiert sich langfristig und aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit, d.h. nicht nur mit Geldspenden.

Firma engagiert sich im sozialen Bereich, aber nicht direkt in Bezug auf Kinderarbeit oder lediglich mit Geld- oder Sachspenden.

Kein Farbpunkt: Uns liegen keine Informationen über relevantes soziales Engagement der Firma zur Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit vor.

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