Pornografie

Betroffene Länder

Wo wird Kinderpornografie produziert bzw. konsumiert?

kinderpornografie

© wan mohd [CC BY-NC-ND 2.0] – Flickr

Produktion und Handel von Kinderpornografie haben in den letzten 20 Jahren kontinuierlich stark zugenommen, da man durch das Internet auf einschlägige Inhalte weltweit immer leichter zugreifen kann. In letzter Zeit nimmt auch die Verbeitung über Handy-MMS stark zu.1) Eine Einschränkung auf einzelne Länder ist daher sowohl bezüglich der Produktion und vor allem bezüglich des Konsums von Kinderpornografie nicht möglich. Allein von 2006 auf 2007 stellte das BKA bezüglich der Verbreitung von Bildern und Videos, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, einen Anstieg von 111 Prozent fest.2)
In einigen Ländern (z.B. Großbritannien und Skandinavien) wird mittlerweile der Zugriff auf kinderpornografische Seiten durch Zugangssperren (access blocking) mehr oder weniger erfogreich erschwert. Auch in Deutschland wurde ein entsprechendes Gesetz angekündigt3) .
Eine Studie von ICMEC (International Centre for Missing and Exploited Children and other participants) bei der 184 Interpool-Länder untersucht wurden, hat gezeigt, dass in mehr als der Hälfte dieser Länder keine Gesetze bezüglich Kinderpornografie existieren. In einigen weiteren Ländern existiert zwar ein entsprechendes Gesetz, wird jedoch nicht konsequent durchgesetzt.4) Die international unterschiedliche Gesetzeslage erschwert es den polizeilichen Behörden gegen die Verbreitung von Kinderpornografie vorzugehen.
Fallbeispiel
Kunden durften Wäsche der Kinder aussuchen
Marzolo Sergio drehte die Videos in der Ukraine. Er lebte ausschließlich von diesem illegalen Geschäft. Die Kunden konnten sich aussuchen, welche Wäsche die missbrauchten Kinder tragen und welche Posen sie einnehmen sollten. Einige reisten eigens in die Ukraine, um bei den für sie bestimmten Aufnahmen dabei zu sein oder selbst Filme von den Mädchen zu drehen. Die Kinder oder ihre Eltern wurden mit kleinen Geldbeträgen und dem Versprechen einer Modelkarriere gelockt.
Als Abnehmer von Millionen Bildern und Videos wurden 2.500 Menschen identifiziert, die aus allen Schichten kommen, auch aus Vertrauenspositionen. Unter ihnen waren Lehrer, Anwälte und Schwimmlehrer. Opfer waren 21 Mädchen aus der Ukraine und zwei Mädchen aus Belgien. Sie sind zwischen neun und 16 Jahren alt.5)

Tätigkeiten

Was ist Kinderpornografie?

Unter Kinderpornografie versteht man sexuelle Handlungen an einem Kind durch einen Erwachsenen oder ein anderes Kind oder sexuelle Handlungen, die ein Kind an einem Erwachsenen vornimmt. Darunter fallen auch Handlungen, die das Kind an sich selbst vornimmt. Hierbei werden Kinder oft auf äußerst sadistische Weise gequält.
Verbreitet wird Kinderpornografie vor allem in Form von Filmaufnahmen und Fotografien, aber auch in Schriften, Animationen, Comics etc.
Für die meisten Varianten kinderpornografischer Erzeugnisse werden Mädchen oder Jungen sexuell missbraucht. Die Täter stammen meist aus dem direkten Umfeld des Kindes (Eltern, Verwandte, Bekannte, Nachbarn etc.). Die Hersteller und Konsumenten von Kinderpornografie sind zum einen pädokriminelle Neigungstäter, die Kinder selbst missbrauchen oder den Missbrauch an Kindern beobachten und die Tat filmen oder fotografieren. Das Film- bzw. Bildmaterial wird dann hauptsächlich im Internet weitergegeben und getauscht. Neben den Neigungstätern gibt es noch professionelle Pornohersteller, die nicht aus sexuellem sondern aus finanziellen Beweggründen handeln und die entstandenen Videos oder Bilder verkaufen. Durch die Anonymität des Internets wurde der Handel mit Kinderpornos stark erleichtert. Bilder und Videos zeigen zunehmend Gewaltausübungen gegen Klein- und Kleinstkinder. Die britische Internet Watch Foundation (IWF) stellte im Jahr 2007 fest, dass 43 Prozent der Opfer jünger als sechs Jahre und 10 Prozent jünger als zwei Jahre waren.6) Mehr als 80 Prozent des in Deutschland als „Kinderpornografie“ angebotenen Materials zeigen den sexuellen Missbrauch thailändischer und philippinischer Kinder durch (weiße) Touristen.7) Die Kinder befinden sich hierbei meist in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Täter, das es dem Täter erlaubt, langfristig Autorität auf das Kind auszuüben und sein Schweigen über die Taten zu erzwingen. Oft werden die gezeigten Kinder auch zum sexuellen Missbrauch an Kunden vermittelt.

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Die Folgen des Missbrauchs variieren stark von Kind zu Kind und können sowohl temporäre Verletzungen als auch langfristige psychische und physische Störungen sein. Die häufigsten Folgen sind:

  • Verletzungen, blaue Flecken, Blutergüsse, Infektionen
  • Geschlechtskrankheiten, HIV
  • Ungewollte Schwangerschaften
  • Psychosomatische Störungen
  • Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Starke Selbstzweifel
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Scham- und Schuldgefühle
  • Depressionen, Phobien, Psychosen
  • Selbstzerstörerisches Verhalten
  • Drogen- und Alkoholsucht
  • Suizidversuche
  • Bulimie, Magersucht
  • Gestörtes Sozialverhalten
  • Soziale Isolation
  • Aggression
  • Gestörtes Sexualverhalten

Tipp

Wie kann man gegen Kinderpornografie aktiv werden?

Sollten Sie zufällig auf kinderpornographische Inhalte stoßen, so können Sie diese unter diesem Link bei der Polizei melden.

Quellen + Links

  1. Der Spiegel []
  2. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend []
  3. Der Spiegel []
  4. InformationWeek []
  5. 92 Verdächtige festgenommen – Focus []
  6. IWF []
  7. Bundeszentrale für politische Bildung []

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