Kupfer

Children extract copper from discarded computer parts. New Delhi

Bild: © Greenpeace India [CC BY-ND 2.0] - flickr

Betroffene Länder

Wo wird mittels Kinderarbeit produziert?

In der Demokratischen Republik Kongo, in Sambia und Bolivien arbeiten Kinder in Kupferminen. In Indien, China und Ghana versuchen Kinder aus Elektronikschrott Kupfer zurückzugewinnen.

Fallbeispiel
Schicksal von Decu, Afrika
Decus Tag beginnt im Morgengrauen. Gewöhnlich isst er nichts, trinkt nur ein wenig Wasser. Dann macht er sich gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Kaba auf einen zweistündigen Fußmarsch. Beide tragen zerrissene Sweatshirts und löchrige Hosen. Sie werden von Cedric, ihrem 15-jährigen Freund und Nachbarn, begleitet. Jeden Morgen gegen sieben oder acht Uhr erreichen die Jungen die Ruashi-Minen. Sie reihen sich unter die Kinderminenarbeiter – annähernd 800 an der Zahl. Weil die lokalen Mittelsmänner aus Kostengründen jüngere Kinder bevorzugen, sieht man auch fünf- oder sechsjährige Kinderarbeiter in den Minen. Sie stehen taillentief im Wasser und waschen Erde von Kupferklumpen.1)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

  • In den betreffenden Länder werden die Kinder in den Kupferminen angestellt, da sie kleiner und billiger sind als erwachsene Arbeiter. Ihre Aufgabe ist es, Kupfer zu finden und abzubauen. Dabei tragen sie oft weder Schutzkleidung noch Helme und arbeiten in Gängen untertags, die nicht abgesichert sind.
  • Neben der Gewinnung von Kupfer aus Minen dient in den Entwicklungsländern auch alter Elektronikschrott dazu, an Kupfer zu kommen. Dabei werden alte Kabel verbrannt, um das Kupfer freizulegen. Kinder sitzen dabei ungeschützt vor offenen Feuern, umgeben von Müll und nehmen Computer, Handys und anderen aus Europa stammenden Elektroschrott auseinander.

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich aus diesen Tätigkeiten für die Kinder?

  • Die Kinder in den Kupferminen sind einer Vielzahl an Gefahren ausgesetzt: Zum einen kann jederzeit ein Stollen zusammenstürzen, da sie kaum abgesichert sind. Zum anderen können die Kinder durch die harte körperliche Arbeit schwere Gelenkschäden davontragen.
  • Die Kinder, die versuchen, aus dem alten Elektronikschrott Kupfer zu gewinnen, sind hochgiftigen Chemikalien ausgesetzt. „(…) Einige können die Fertilität der Kinder beeinflussen, während andere die Entwicklung des Gehirns oder des Nervensystems beeinträchtigen können“, erklärt Dr. Kevin Brigden von Greenpeace International.2)

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Um Kinderarbeit bei der Gewinnung von Kupfer zu verhindern, müssen die Elektrogeräte-Hersteller Verantwortung für ihre Geräte übernehmen, sowohl im Bereich der Produktion als auch für das Recycling. Als Konsument kann man Kinderarbeit verhindern helfen, indem man sich für einen verantwortungsbewussten Hersteller entscheidet.
Über die Internetseite Make it Fair kann man sich vor dem Kauf von elektronischen Geräten informieren, wo sie hergestellt wurden. Außerdem besteht seit Anfang 2013 die Möglichkeit, sich ein faires Handy zu kaufen, das Fairphone.

Quellen + Links

  1. BBC-News []
  2. Greenpeace []

4 Kommentare zu Kupfer

  1. miriam hofmann sagt:

    Hallo Earth Link,

    ich bin Künstlerin und habe mich u.A. auf die Drucktechnik der Radierung spezialisiert. Dazu verwende ich vorwiegend Kupferplatten. Leider ist es mir bisher nicht möglich gewesen, herauszufinden, wo das Rohmaterial für diese Druckplatten herkommt. Evtl. können Sie mir dabei helfen?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Miriam Hofmann

  2. Christoph Dose sagt:

    Hallo!
    Ich fände es klasse, wenn Sie im letzten Absatz dieses Artikels auch auf die Produkte der Firma Shiftphones hinweisen. Einen Werbeeffekt hierdurch finde ich – wie auch beim Fairphone- absolut statthaft, da es sich bei beiden Produkten (leider ) noch um Nischenprodukte handelt.

    Mit freundlichem Gruß,
    Christoph Dose

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