Steinkohle

Steinkohlentagebau

Steinkohlentagebau Bild: © Stephen Codrington [CC BY 2.5] - wikimedia commons

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

  • Vorwürfe zum Abbau von Steinkohle durch Kinder gibt es hauptsächlich aus Kolumbien. Kolumbien hat mit 6,2 Mrd. Tonnen die größten Kohlereserven Lateinamerikas. 90 Prozent der kolumbianischen Produktion wird exportiert, mehr als 50% stammen allein von El Cerrejón. Bis zum Jahr 2010 strebt Kolumbien den Export von jährlich 110 Mio. Tonnen an, womit das Land zum dritt- oder viertgrößten Exporteur aufsteigen würde.1)
  • In Bolivien werden ebenfalls Kinder im Kohlebergbau beschäftigt.2)3)
  • Berichten zufolge soll es auch in China Kinderarbeit im Kohleabbau geben.4) , sowie in Afghanistan, Pakistan, der Mongolei und der Ukraine5)
Fallbeispiel
Schicksal von Conrado aus Kolumbien
Vor einem etwa anderthalb Meter tiefen Loch sammelt sich das Trio: Conrado, der aussieht wie acht, sein blonder Bruder Mario, angeblich 14, und der kleine Pedro, vielleicht sieben Jahre alt. Mit Seilen um ihre Schultern und einem Stück Blech unter dem Arm tappen sie in die schwach beleuchtete Grube.
Wie ein Maulwurf kriecht Conrado durch die 350 Meter tiefen und kaum einen Meter hohen Fördergänge der Mine San Luis, in denen immer um die 30 Grad Celsius herrschen. Die Stollen sind kaum höher als 50 bis 60 Zentimeter – ihre Aushebung wäre zu aufwendig, die Kohle würde teurer. Kinder dagegen sind billig: Pro Woche verdient Conrado rund vier Euro. An manchen Tagen zahlen die Minenbesitzer den Kindern überhaupt kein Geld aus, sondern geben ihnen nur das Rauschmittel Basuco, ein Abfallprodukt aus der Kokainherstellung.6)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Die Arbeit im Kohlebergbau ist schwerste körperliche Arbeit. Kinder werden bevorzugt dafür eingesetzt, da sie klein sind und deswegen besser in die engen und dunklen Stollen passen. Dort schlagen sie mit Spitzhacken die Kohle aus den Felsen, beladen die Loren und schieben sie durch das Bergwerk. Manche Kinder bleiben bis zu drei Tage unten, ohne das Tageslicht zu sehen. Kinder ab sechs Jahren werden in Kohlebergwerken beschäftigt.3)7)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Sie sind in den Stollen extremen Gefahren ausgesetzt: Erdrutsche, Überflutungen, Explosionen und Gasunglücke passieren häufig unter Tage. Es gibt keine Maßnahmen zum Unfallschutz oder zur Arbeitssicherheit. Kinder leiden unter Knochenverformungen und Atemwegserkrankungen. Außerdem verletzen sie sich häufig an Werzeugen.2)7)

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Die deutsche Industrie verwendet zu 70% Kohle aus dem Ausland, vor allem aus Kolumbien. Eine Informationspflicht über die Herkunft der Kohle existiert nicht. Da in Deutschland im Zuge der Energiewende auch Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen, ist es besonders wichtig sich für Transparenz bei den Herkunftsländern der Kohle einzusetzen und zu fordern, dass deutsche Unternehmen nicht von billiger Kinderarbeit profitieren.8)

Quellen + Links

Deutsche Energiepolitik: Menschenrechte Mangelware – FIAN Deutschland e.V.

  1. Der Artikel ist leider nicht mehr verfügbar. []
  2. Hart schuften statt lernen: Kinderarbeit [] []
  3. Kinderarbeit und Arbeitssklaven – Seite nicht mehr aufrufbar [] []
  4. Bericht im Blog []
  5. „Lists of Goods produced by child labour and forced labour 2012“ – US-Dept. of Labour []
  6. Der Artikel des Spiegel ist leider nicht mehr verfügbar. []
  7. Kinder unter Tage [] []
  8. „Deutsche Energiepolitik: Menschenrechte Mangelware“ – FIAN Deutschland e.V. []

Ein Kommentar zu Steinkohle

  1. Josy sagt:

    Danke, dieser Artikel war hilfreich!
    Ich muss einen Vortrag über die Kinderarbeit in den Bergwerken in Kolumbien halten, und finde diese Arbeit -nachdem ich viel darüber gelesen hab- echt grausam! Als Einzelverbraucher kann man, wie gesagt, nicht viel machen. Aber es muss doch auch einen anderen Weg geben, den armen Kinder in den Kohlebergwerken zu helfen!? Auch wenn wir auf der anderen Seite der Welt leben, sollten wir etwas dagegen tun! Niemand wäre doch gerne an der Stelle der Kinder, die mehrere Tage ohne Tageslicht zu sehen in den Bergwerken hocken. Wir müssen unbedingt etwas dagegen unternehmen!!!

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