Textilien

Betroffene Länder

 

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Vor allem in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh, aber auch in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland.1) Die Baumwolle wird vor allem in Usbekistan und Ägypten gewonnen.2)

Tätigkeiten

Fallbeispiel
Nähen für Otto und Heine
Raju, der wie ein Zehnjähriger aussieht, hockt in einem stinkenden Kellerloch in Neu-Delhi. Er stickt und stickt und stickt – 14 Stunden am Tag verziert er Blusen mit Pailletten. Genauso wie die anderen Kinder, die hier zwischen Stapeln mit halb fertigen Textilien schuften. Ein Junge, Anil, sagt, er sei zwölf. An der Rückseite seiner Beine hat er frische Wunden. Der Aufseher steht daneben, als der Kleine heftig bestreitet, geschlagen worden zu sein.3)

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Sämtliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Herstellung von Kleidung. Kinder werden beispielsweise zur Ernte von Baumwolle und zur Schädlingsbekämpfung herangezogen. Hierbei müssen sie die Baumwollpflanzen nach einer bestimmten Raupenart absuchen und die infizierten Blätter entfernen.4) Auch bei der Herstellung von Seide werden Kinder eingesetzt. Und sie sind bei der Endfertigung der Textilien beteiligt: Nähen, Färben und Besticken der Stoffe.

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

In der Seidenproduktion sind vor allem Infektionen durch tote Seidenraupen eine Gefahr. Zudem leiden sie unter Verbrennungen, Blasen und Rissen an den Händen. Oftmals sind die schlecht beleuchteten und stickigen Kellerräume sowohl Arbeitsplatz als auch Wohnstätte der Kinder, was ihren Allgemeinzustand verschlechtert. Aus dem stundenlangen Sitzen resultieren häufig Rückenschmerzen und Haltungsschäden. Beim Färben der Stoffe sind die Kinder giftigen Dämpfen ausgesetzt.

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Das GOTS-Siegel steht für fair produzierte und gehandelte Textilien.
Zudem bieten immer mehr Modelabels sozial und ökologisch nachhaltig produzierte Kleidung an. Eine Auswahl finden Sie in unserer  Firmenliste.
Des Weiteren gibt es den RESPIRO-Leitfaden Textilien zur sozial-verantwortlichen Beschaffung von Textilien und Bekleidung.

Quellen + Links

Studie der Environmental Justice Foundation: „The Children Behind our Cotton“
Kampagne Saubere Kleidung

  1. Filmbericht in Tagesthemen vom 18.03.2008 []
  2. BCI scoping research on labour and social issues in global cotton cultivation []
  3. Kinderarbeit für den Heine-Versand (stern-Artikel aus Heft 06/2007) []
  4. BCI scoping research on labour and social issues in

    global cotton cultivation []

4 Kommentare zu Textilien

  1. Sira sagt:

    Ich hab da mal eine Frage, im Internet habe ich gefunden, dass meistens in den Billiglohnländern für wenig Lohn produziert wird, nun habe ich mich aber gefragt welche Länder genau Billiglohnländer sind? Es wäre nett wenn ich vlt eine Liste dazu finden würdet, denn ich bin im Internet leider nicht fündig geworden!
    Sira

  2. Hannelene sagt:

    Eure Seite ist super !
    Jedoch würde ich dies als riesiger Teufelskreis bezeichnen, denn man nichts mehr kauft, was von Kindern produziert wird, geht die Firma pleite und die Kinder bekommen dann diesen winzigen Lohn, den sie bekommen, nicht mehr. So werden die Kinder ihre Arbeit los und können ihre Familie nicht mehr unterstützen und nicht ernähren und es herrscht eine noch größere Armut. Wenn man aber Sachen kauft, die aus Kinderhand kommen, weiß man, dass die Kinder dafür sehr lange und hart arbeiten mussten und sie womöglich unter Krankheiten leiden oder bedroht sind. Sie bekommen einen winzigen Lohn für so eine Drecksarbeit. Jeder kann spenden und soziale und ökologische Kleidung kaufen, jedoch gibt es so viele Marken und Firmen, wo Kinderarbeit auftritt, das es unmöglich scheint Kinderarbeit ganz abzuschaffen und außerdem wird ja durch die Kleidung auch Bedürfnisse ausgesetzt. Tausende kaufen täglich Kleidung die von Kindern produziert wurden. Denn die Kleidung ist ja trendy und womöglich neu im Markt und zu wenig Menschen sind der Kinderarbeit wirklich so bewusst. Wenn man einmal an sich herunterguckt und die Marken in der Liste auf dieser Homepage nachguckt erschreckt man sich, ganz schön. Doch kann ich als einzelne Person so viel dagegen tun ? Ich glaube nicht, obwohl diese Kinder mir sehr leid tun.

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Hannalene,

      Deine Einwände sind richtig: Es ist nicht sinnvoll, lediglich die Unternehmen zu boykottieren, in deren Produktionskette Kinderarbeit vorkommt. Wichtig ist zusätzlich, die Firmen dazu aufzufordern, menschenwürdige Produktionsbedingungen zu schaffen und ihre Mitarbeiter – auch die der Zulieferer – gerecht zu entlohnen. Durch unsere Firmenliste schaffen wir eine Transparenz, die auch die gelisteten Unternehmen zum Umdenken und Handeln anregt. Und nicht nur, weil sie um ihren guten Ruf fürchten. Es gibt genügend Positivbeispiele von Unternehmen, die ihre Philosophie und Leitlinien im Hinblick auf kinderarbeitsfreie Produktion kritisch hinterfragen und entsprechende Schritte bereits umgesetzt oder eingeleitet haben.

      LG

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