Baumwolle

Kinderarbeit auf Baumwollfeld

Bild: © Kheel Center [CC BY 2.0] - flickr

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan, Ägypten, Australien, China, Brasilien und den Vereinigten Staaten.1) Weitere Länder sind Uganda, Tansania, Sambia, Simbabwe und Mosambik, sowie Ghana, Elfenbeinküste und Kamerun.2) Gemäß des Australian Fashion Report von 2013 ist Australien das einzige Land, in dem keine Kinder bei der Baumwollernte beschäftigt sind.3)

Fallbeispiel
Schicksal von Abdul aus Ägypten
Neben seiner Mutter steht der 7-jährige Abdul Rachman. Er sieht erschöpft aus. Beschmutzt mit Schweiß und Dreck, mit Löchern in Schuhen und Hose, sein Gesicht eine Maske aus Leid und Elend. „Es ist meine Aufgabe die Würmer von den Baumwollblättern zu sammeln.“ erzählt er, „Aber es ist schwierig. Die Würmer, die die Baumwolle essen, sind schwer zu erkennen und die Erde ist trocken und staubig. Ich fühle mich krank in der Hitze, aber ich muss arbeiten. Meine Familie braucht Brot.“4)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Baumwolle wird in riesigen Monokulturen angepflanzt und ist deshalb äußerst anfällig für Ungeziefer. In den Sommermonaten müssen die Kinder infizierte Blätter mit den Händen entfernen. Zudem werden sie zur Ernte der Baumwolle eingesetzt.5)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Laut Schätzungen der WHO sterben jährlich ca. 20.000 Baumwollpflücker durch Pestizide. Kinder sind gefährdeter als Erwachsene, weil ihre Organe für den Abbau von Schadstoffen noch nicht vollständig ausgebildet sind. Zudem gelangen die Gifte schneller durch die wesentlich dünnere Kinderhaut. Viele leiden an chronischen Augenentzündungen, Nieren- und Leberproblemen oder Atemwegserkrankungen.6)

Verbraucher-Tipps

(c) Kimberley Vardeman Wikimedia Commonsl

(c) Kimberley Vardeman Wikimedia Commons

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Seit 2007 gibt es auch in Deutschland Produkte mit dem Fairtrade Certified Cotton-Siegel. Es garantiert, dass Textilien aus Baumwolle nicht mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden.7)

 

Video: ARD Fakt

Quellen + Links

  1. Baumwolle – Wikipedia []
  2. Epo.de: Kleinbauern aus Uganda profitieren erstmals von Cotton made in Africa – Stand 10.02.2015 []
  3. Illawarra Mercury: Child labour out of the wardrobe []
  4. Working flat out – the child labour behind your Egyptian cotton sheets – The Guardian []
  5. BCI scoping research on labour and social issues in global cotton cultivation []
  6. Huffpost: Protecting Our Planet and Ourselves: The Importance of Organic Cotton; Artikel vom 10.9.2013 []
  7. Fair Trade Certified Cotton-Siegel []

8 Kommentare zu Baumwolle

  1. Alex sagt:

    Ich denke, dass die allgemeine Globalisierung viele Vor und Nachteile besitzt, wobei der größte Vorteil sicherlich die weltweite Vernetzung ist. Der große Nachteil wiederum ist die Kinderarbeit in Ländern, wie Usbekistan, Indien, Bangladesch und noch vielen anderen Entwicklungsländern auf der Welt. Gegen diese sollte sich gerade auch große Firmen (wie z.B. aus der Modebranche bezüglich der Baumwolle) kümmern, durch Engagment gegen Kinderarbeit und ständige Kontrollen der Lieferanten/Transportwege. Aber auch wir als Konsumenten können dabei helfen, indem wir bei uns bekannten Herstellern, die diese Regel nicht einhalten nicht einkaufen, um deren Konzept nicht weiterhin zu unterstützen und Kinder unter 15 Jahren bis zu 60 Stunden die Woche und unter sehr harten Bedingungen für unsere Produkte arbeiten lassen.

  2. dilara sagt:

    ich finde so wetwas unmenschlich!! es ist einfach schrecklich, dass so etwas noch passiert!! meine frage ist, ob diese grauenvollen taten auch auf den Modekern MANGO zutreffen??
    ich würde mich über eine antwort freuen.

  3. Pingback: H&M – Made by Childs? | mittel:punkt online

  4. Pingback: H&M – Made in Germany? | mittelpunkt online

  5. Ababo sagt:

    Hallo! Erst gestern gab es in unserer WG wieder eine große Diskussion zum Thema „Weltverbessern“ oder eben nicht. Ein Punkt, der dabei immer wieder zur Diskussion steht, ist Einkaufen bei H&M weil man sich etwas anderes auch gar nicht leisten kann oder will etc. Was ich mich nun aber frage ist folgendes: Abdul (s.o.) muss arbeiten, weil er Brot für seine Familie braucht. Das arbeiten tut ihm zwar nicht gut, aber wenn er nun einfach nicht mehr arbeiten kann, weil Kinderarbeit verboten wird, sein Einkommen im Familienhaushalt also wegfällt, was passiert dann mit seiner Familie? Kann man die Folgen solcher Kampagnien auch abschätzen?

    • Mathias / EarthLink sagt:

      Hallo Abado,

      das Thema Kinderarbeit ist mit Sicherheit vielschichtig. Es ist klar, dass ihre Ächtung nur ein Aspekt im Bemühen ist, die allgemeinen Lebensbedingungen in den betroffenen Ländern zu ändern. Vielerorts sind deswegen Verbote ausbeuterischer Kinderarbeit mit dem Versuch verknüpft, den Familien und ihren Kindern ein wirkliche Alternative zu bieten. Als Beispiele wären Investitionen in Bildung oder eine Steigerung des Einkommens der Eltern zu nennen. Die Kinderarbeit bleibt aber bei diesem Bemühen, die Lebensumstände zu verbessern die denkbar schlechterste Alternative.

      Mathias

  6. Sidibe sagt:

    Ich finde, das ist nun unakzptabel, dass unsere Behörder in ihren klimatisierten Büros diese Lage ihrer Kinder ignorieren, die Vereinigten Nationen soll mehr aktiv daruber sein, sonst ist es zu furchten, morgen werden wir nur kranke Erwachsene an den verschiedenen Arbeitsstellen, wie schade!!!
    Ich bin wirklich enttauscht und etwas muss getan werden, von wem?

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