Palmöl

Child labour at the palm oil plantation, Indonesia

Bild: © ILO in Asia and the Pacific [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

(c) daniel meli AboutPixel

(c) daniel meli AboutPixel

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Hauptsächlich in Malaysia und Gabun.

Fallbeispiel
Arbeit auf der Palmölplantage
Ferdi und Volario, 14 und 21 Jahre alt, arbeiteten auf einer Palmölplantage in Malaysia. Zwar wurden ihnen gute Arbeitsplätze und Löhne versprochen, allerdings sah die Realität anders aus. Ferdi und Volario mussten stundenlang Pestizide ohne Schutzausrüstung versprühen. Nach der Arbeit waren sie in bewachten Lagern untergebracht. Nachdem sie monatelang keinen Lohn erhalten hatten, gelang ihnen die Flucht.1)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

  • Aufsammeln von Saatgut und einzelnen Früchten
  • Säen und Ernten der Früchte
  • Versprühen von Pestiziden und Herbiziden
  • Jäten von Unkraut
  • Fruchtbündel tragen und verladen
  • Jungen werden teilweise dabei eingesetzt, die Fruchtbündel mit dem Malay, einer mit einer Klinge bestückten Stange, oder direkt durch die Besteigung der Ölpalme zu ernten.
  • Mädchen sammeln und transportieren vor allem die Fruchtbündel. Die Traglast liegt bei etwa zehn Kilogramm bei einer Strecke von 250 Metern.

Die Kinderarbeit hilft den Familien, die tägliche Erntemenge von einer bis zu zwei Tonnen zu erzielen.
Nahezu 90 Prozent werden nicht angelernt. Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt mehr als vier Stunden pro Tag ohne regelmäßige Pausen. Neun von zehn Kindern werden bar entlohnt, während die Eltern 84 Prozent dieser Einnahmen beanspruchen. Über die Hälfte der Kinder legen täglich einen Weg zwischen 30 und 60 Minuten von der Wohnung zur Plantage zurück.2)

(c) Klaus Schenck Wikimedia Commons

(c) Klaus Schenck Wikimedia Commons

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Neben der Konsequenz, nicht die Schule besuchen zu können, ergeben sich weitere schwerwiegende Folgen:

  • Abstürze von den Palmen
  • Verletzungen durch herabfallende Fruchtbündel
  • Verletzungen mit den Schneidewerkzeugen
  • Hautverletzungen
  • Augenverletzungen durch herabfallende Palmwedel
  • Vergiftungen durch eingesetzte Pestizide
  • Verletzungen des Halteapparates durch anstrengende Bewegungen sowie das Heben und Tragen schwerer Lasten
  • Hautkrebs und Hitzeschläge durch starke Sonneneinstrahlung
  • Erschöpfung durch lange Arbeitstage
  • Bisse und Stiche durch Schlangen und Insekten, insbesondere Moskitos
  • Starke Beanspruchung des Halteapparates durch die Benutzung des Malay
  • Sexuelle Belästigung
  • Mindestens ein Fall aus dem Jahr 2003 ist bekannt, in dem ein dreijähriger Junge an den Folgen einer Pestizid-Vergiftung starb, sowie ein weiterer von 2007, als ein Kind durch die Spätfolgen einer Vergiftung umkam. Auch Fehlgeburten oder Missbildungen sind keine Seltenheit.
  • Allgemein kommt es zur Vergiftung von Böden, Wasser und Luft durch Agrargifte sowie zu Landkonflikten und Verarmung der betroffenen Menschen.3)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Es gibt derzeit keine Zertifizierung, lediglich Willensbekundungen und eine Prinzipienliste. Solange es kein Zertifizierungssystem gibt, das umfassend die Menschenrechte der betroffenen indigenen Bevölkerung berücksichtigt, ein glaubwürdiges Monitoring sowie Sanktionsmöglichkeiten vorsieht, ist es verfrüht, von einer nachhaltigen Palmöl-Produktion zu sprechen.4)
Wer heute schon sozial gerechtes und ohne Dünger und Herbizide erzeugtes Palmöl beziehen will, kann Margarine im Bioladen kaufen. Noch hat die Biomargarine aber einen sehr kleinen Marktanteil.
Nach eigenen Angaben ist The Body Shop das erste Kosmetikunternehmen, dass Palmöl aus nachhaltiger und sozial fairer Produktion einsetzen will.

Quellen + Links

gesellschaftfürbedrohtevölker

  1. Der Artikel ist leider nicht mehr verfügbar. []
  2. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie []
  3. spektrumdirekt []
  4. Gesellschaft für bedrohte Völker []

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.