Elfenbeinküste

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In Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 22.400.835 Einwohner (Stand: Juli 2012)1)
  • 0-14 Jahre: 38,9% (Stand: 2012)1)
  • Anteil aller arbeitenden Kinder zwischen 5 und 14 Jahren: 39,8%2)

Tätigkeiten / Produkte

Allgemeine Rahmenbedingungen

  • Arbeitslosenrate: 15,7%3)
  • Bevölkerungsanteil unterhalb der Armutsgrenze: 42% (Stand: 2006)1)
  • Seit 2002 befindet sich das Land in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand und ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil gespalten.
  • Es bestehen ethnische Konflikte und Konkurrenz um knappe Ressourcen in der Bevölkerung.

Schulbildung

  • Schulbildung ist kostenlos. Manchmal müssen Eltern aber dennoch Gebühren für Bücher oder Lehrergehälter aufbringen. Zudem werden viele Kinder von weiterführender Bildung ausgeschlossen, weil sie keine Geburtsurkunde haben.
  • Es besteht keine Schulpflicht.
  • Analphabetenrate: 43,8% (Männer 34,8%, Frauen 53,4%) (Stand: 2010)1)
  • Einschulungsrate: Jungen 59%, Mädchen 51%4)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Eine Studie der IITA ergab für die Elfenbeinküste, dass 87 % der Kinder die eigenen Kinder der Kakaofarmer sind oder den Farmer persönlich kennen.
  • Es ist Tradition, dass die Kinder das Handwerk ihrer Eltern lernen, indem sie auf den Plantagen mitarbeiten.5)6)
  • Es herrscht oft völlige Isolation der Kindersklaven und Abhängigkeit von den „Besitzern“.7)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Bisherige Lösungsansätze

  • 2002 wurde in Kooperation mit der ILO die International Cocoa Initiative (ICI) gegründet. Ziel der Organisation ist die Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit beim Anbau und der Verarbeitung von Kakao und den daraus gewonnenen Produkten. Das anvisierte Ziel, bis zum Juli 2005 den Anteil des Rohkakaos, der ohne ausbeuterische Kinderarbeit produziert wurde, auf unter 50% zu drücken, wurde verfehlt. Es soll nun bis Juli 2008 erreicht werden.15)
  • Die Regierung des 2000 gewählten Präsidenten Laurent Gbagbo vereinbarte zwar mit den beiden Nachbarländern, die illegalen Kinderarbeiter zu zählen und wieder einzugliedern, das wurde aber nur ansatzweise umgesetzt, bevor der Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste ausbrach und die Nordhälfte des Landes unter die Kontrolle von Rebellen fiel.

Bisherige Erfolge

  • Das WACAP Programm (2004) zielt im größeren Rahmen des IPEC-Programms der ILO darauf ab, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit im Kakaosektor und der kommerziellen Landwirtschaft abzuschaffen und die Beschäftigung aller Kinder, die unter gefährlichen Bedingungen in der Kakao-Industrie arbeiten, zu beenden. Nach den ersten Ergebnissen des Programms (vorgelegt am 30. Juni 2004) sind in den westafrikanischen Ländern 250 Kinder von den Plantagen abgezogen worden und im September wieder zur Schule gegangen.
  • Das Projekt der Regierung wird von zahlreichen internationalen Organisationen unterstützt und soll vor allem den Farmern die besonderen Gefahren, denen Kinder bei der Arbeit ausgesetzt sind, und welche gravierenden Folgen dies für die Kinder hat, zeigen. 16)
  1. The World Factbook – Côte d’Ivoire – Central Intelligence Agency – aufgerufen am 22.04.2013 [] [] [] []
  2. 2012 Findings on the Worst Forms of Child Labor – U.S. Department of Labor – aufgerufen am 03.06.2014 [] [] [] [] [] []
  3. Ivory Coast – Unemployment Rate – Trading Economics – aufgerufen am 26.02.2013 []
  4. Côte d’Ivoire – StatisticsUNICEF – aufgerufen am 26.02.2013 []
  5. Kakaoanbau – Das Leben auf der Plantage – Homborg Finest Food – aufgerufen am 26.02.2013 []
  6. Kinder als Opfer im ivorischen Krieg  – TAZ – aufgerufen am 26.02.2013 []
  7. UNICEF: Westafrika: Kinder vor Menschenhändlern schützen  – aufgerufen am 26.02.2013 []
  8. Ratification of C105 – ILO – aufgerufen am 26.02.2013 []
  9. Ratification of C138 – ILO – aufgerufen am 26.02.2013 []
  10. Ratification of C182 – ILO – aufgerufen am 26.02.2013 []
  11. Convention on the Rights of the Child – RatificationVereinte Nationen – aufgerufen am 26.02.2013 []
  12. Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the Sale of Children, Child Prostitution and Child Pornography – Ratification – Vereinte Nationen – aufgerufen am 26.02.2013 []
  13. Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the Involvement of Children in armed conflict – Ratification – Vereinte Nationen – aufgerufen am 26.02.2013 []
  14. African Charter on the Rights and Welfare of the Child – Ratification – Afrikanische Union – aufgerufen am 26.02.2013 []
  15. Côte d’Ivoire: Efforts too small to curb child labour on cocoa farmsUN: Integrated Regional Information Networks – aufgerufen am 26.02.2013 []
  16. Bericht (2005/2004 (INI) ) – Europäisches Parlament – aufgerufen am 26.02.2013 []

15 Kommentare zu Elfenbeinküste

  1. Anita sagt:

    Hallo Nikoletta,
    danke für deine Ausführungen! So macht es für mich auch Sinn. Ich wollte oben nur eine Quelle einstellen, worauf sich evtl. der (zugegeben veraltete) Kommentar vom Vorredner bezog, wo er die Aufrichtigkeit von Hilfsprojekten anzweifelt.
    In der verlinkten Dokumentation hat der Journalist u.a. brach liegende Schulprojekte nähe Kakaoplantagen aufgedeckt. Ihr kennt die Doku sicher, aber vielleicht für Besucher interessant.
    Für mich persönlich ist die Schlussfolgerung aber auch nicht, dass man grundsätzlich keinem Siegel mehr trauen kann. Umso wichtiger, dass es Seiten wie eure gibt, die Empfehlungen aussprechen.
    Viele Grüße, Antje

  2. edgarnave sagt:

    Ich finde kinderarbeit schlimm das mann kinder arbeiten lässt isst unter aller würde vor allem wenn sie in den krieg geschickt werden

  3. Lalilu sagt:

    Ich bin 12 Jahre alt und wir durften uns in der Schule ein Thema aussuchen über das wir ein Referat machen sollen. Ich habe mir „Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste ausgesucht. Weiß irgendwer was man so alles schreiben kann? Mich interessiert dieses Thema sehr aber weiß nicht wie ich es meiner Klasse präsentieren kann.

  4. Sabine sagt:

    Ich gebe gosia unbedingt Recht…es ist unsere Mitverantwortung , was wir kaufen.
    Unser Konsumverhalten trägt massgeblich zu Ausbeutung, oder eben nicht, bei.

    Zudem können wie den Unterstützern helfen, indem wir spenden, aufrufen, aufklären und verbreiten, was längst nicht alle wissen.

    Fairtrade, Weltläden, reginonale Produkte, …es gibt einiges.
    Und nicht nur auf Fairtradezeichen achten, auch Konzerne der Kinderarbeitsklaverei boykottieren, auch darüber aufklären.
    Es gibt mittlereile sehr vieles, was wir nicht mehr essen und kaufen sollten. Und doch bleibt genug, damit es nicht nur
    uns gut geht.

    • nikoletta / EarthLink sagt:

      Hallo Sabine, Boykottieren ist eine zweischneidige Sache, Aufklären (auch im unmittelbaren Umfeld) aber eine gute Idee. Durch reinen Boykott geraten die betroffenen Kinder in Gefahr, in einen u.U. noch ausbeuterischen Sektor abzurutschen. Wichtig ist es, auf die Unternehmen Druck auszuüben, den Erwachsenen existenzsichernde Löhne zu zahlen. Dies versuchen wir mit unserer Firmenliste. Wichtig ist es zudem, dass die (in fast jedem Land auf dem Papier existierenden) nationalen Gesetze gegen Kinderarbeit eingehalten werden und Zuwiderhandeln sanktioniert wird.

  5. jojo sagt:

    Es ist immer wieder schrecklich zu hören , dass Kinder so misshandelt werden.
    Warum begreifen Menschen nicht , dass es verboten ist.Selbst in Europa werden
    Kinderrechte nicht beachtet.Ich bin entsetzt ,dass es überhaupt Kinderarbeit
    gibt.Und dann auch noch so eine hohe Prozentzahl der Kinder die dort schwere
    Arbeit errichten müssen.ich hätte nie damit gerechnet ,dass es tatsächlich so viele
    Kinder arbeite ,einfach traurig!

  6. Pingback: Kinderarbeit in Westafrika: Giftiger Elektromüll | Aktiv gegen Kinderarbeit

  7. sultan sagt:

    kinderarbeit (sehr traurig) – was können wir deutsche dagegen machen???
    darf man denn hierzulande marken, die von kinderarbeit profitieren (oder ihre ware nicht kontrollieren) nicht öffentlichen zurechtweisen, es ihnen vorwerfen, ohne dafür bestraft zu werden???

    • gosia / EarthLink sagt:

      Die Konsumenten in Deutschland (und in anderen Industriestaaten) können sich für Produkte entscheiden, welche ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt worden. Sie sind zunehmend in Läden deutschlandweit zu finden und werden durch entsprechende Siegel hervorgehoben (siehe auf der Homepage unter Gegenmaßnahmen, Siegel und Zerifikate). Solche Veränderung im Konsummuster haben eine sanktionierende Wirkung auf die Firmen, welche unethisch produzieren. Unsere Einschätzung des Engagements unterschiedlicher Unternehmen im Bereich Kinderarbeit ist auf unserer Frimenliste zu finden, so dass jeder beim Einkaufen faire Produkte auswählen kann.

    • Evelyn sagt:

      schau immer ob das fairtrade zeichen trauf ist wenn du etwas kaufst denn da wo die schokolade herkommt gibt es keine kinderarbeit

      • Alex sagt:

        Das fairtrade Zeichen hat inzwischen keine Wert mehr. Auf den gefoehrderten Plantagen wo auch Schulen gebaut werden sollen findet man Kinder die aus Burkino Fao kommen.

        • nikoletta / EarthLink sagt:

          Hallo Alex, vielen Dank für die Info. Es wäre schön, wenn Sie Ihre Behauptung mit einer Quelle belegen könnten.
          Das earthlink-Team

          • Anita sagt:

            Ob fairtrade-Zeichen grundsätzlich keinen Wert mehr haben, kann ich nicht beurteilen. Aber über die Schwierigkeit, Kindersklavenarbeit zurück verfolgen zu können und die oft leider nur reinen Prestige-Objekte der Schokoladenhersteller berichtet die Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ im zweiten Teil:
            https://www.youtube.com/watch?v=1bmvJkBTp6g

          • nikoletta / EarthLink sagt:

            Hallo Anita,
            in schwer überschau- und kontrollierbaren Produktionssektoren kann es immer wieder trotz Zertifizierung zu Fällen von Kinderarbeit kommen.
            Dies bedeutet aber nicht, dass ein Siegel keinen Wert mehr besitzt. Gerade, wenn unabhängige, unangekündigte und regelmäßige Kontrollen stattfinden, sollte man sich auf eine Siegelung verlassen können. Der Verbraucher muss aber darüber informiert werden, dass eine Zertifizierung nicht 100% der gesiegelten Produkte abdeckt sondern immer nur einen Teil, der tatsächlich (je nach zertifizierender Organisation) zwischen 30% und 90% schwanken kann.
            Viele Grüße,
            das earthlink-Team

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